- VonDavid Holznerschließen
Irren ist menschlich. Im Job sind Fehler aber meist unerwünscht. Dabei kann der richtige Umgang mit Missgeschicken zum Erfolg beitragen.
Fehler sind menschlich. Das ist eigentlich jedem klar. Dennoch werden sie als negativ betrachtet. Vor allem im Job lautet bei Missgeschicken die erste Frage schnell: Wer ist der Schuldige? Dabei wird übersehen, dass der richtige Umgang mit Fehlern positiv zum Unternehmenserfolg beitragen kann. Wie Firmen mit den Fehlern ihrer Mitarbeiter umgehen sollten.
Positive Fehlerkultur: Was ist das eigentlich?
Eine positive Fehlerkultur beinhaltet die Akzeptanz von Fehlern. Anstatt mit Schuldzuweisungen und Bestrafungen zu reagieren, wird das Offenlegen von Fehlern honoriert und nach Wegen gesucht, solche in Zukunft zu vermeiden. Das kann nicht nur die Mitarbeitermotivation steigern, sondern auch die Grundlage für Innovation bilden. Wer nichts ausprobiert, wird nichts Neues schaffen.
Fehler als Chance: So sollten Unternehmen mit Missgeschicken im Job umgehen
Trotzdem gilt in vielen Unternehmen die Devise: Über Fehler spricht man nicht. Laut einer Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst Young vom März 2023 gab fast jeder fünfte Beschäftigte an, dass Fehler bei seinem Arbeitgeber lieber vertuscht werden, als sie offen anzusprechen. Hauptgründe für das Verschweigen von Fehlern seien laut den Befragten die Sorge vor Nachteilen für die eigene Karriere oder die Angst, den Job zu verlieren. Doch was können die Unternehmen tun, um ihren Mitarbeitern die Angst vor Fehlgriffen zu nehmen?
- Fehler als Chance: Fehler sollten nicht als Scheitern, sondern als Chance zur Weiterentwicklung und Verbesserung betrachtet werden. Nicht die Frage „Wer hat einen Fehler gemacht?“, sondern „Warum ist dieser Fehler passiert?“ sollte ausschlaggebend sein. Durch eine systematische Analyse können Unternehmen wertvolle Erkenntnisse gewinnen, die zur Verbesserung der Prozesse und Abläufe in Ihrem Unternehmen beitragen, erklärt Businessinsider.de.
- Offene Kommunikation: Um Mitarbeitern die Angst vor Fehltritten zu nehmen, sollten Unternehmen eine Umgebung schaffen, in der frei über Fehler gesprochen wird, ohne Konsequenzen zu fürchten. Regelmäßiges Feedback und Transparenz können helfen, potenzielle Fehlerquellen zu identifizieren und früh genug entsprechende Maßnahmen einzuleiten.
Richtiger Umgang mit Fehlern im Job: Führungskräfte als Vorbild
- Lernkultur fördern: Unternehmen können Schulungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten anbieten, um das Wissen und die Kompetenzen der Mitarbeiter zu erweitern. Dabei lohnt es sich, gezielt Fehler zu sammeln, die in der Vergangenheit passiert sind und diese in Workshops zu behandeln. Dies fördert den offenen Umgang und ermöglicht konstruktive Lösungsansätze.
- Chef als Vorbild: In der Studie von Ernst Young gaben rund 80 Prozent der befragten Führungskräfte im Finanzsektor an, ihre eigenen Fehler gar nicht oder nur teilweise zuzugeben. Das ist kontraproduktiv. Führungskräfte sollten eine offene Fehlerkultur vorleben und zeigen, dass sie aus ihren Fehlern lernen und sie offen ansprechen.
- Experimentierfreudigkeit: Auch die ständigen technologischen Veränderungen der Arbeitsweise durch den zunehmenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) stellen sowohl Unternehmen als auch Mitarbeiter vor neue Herausforderungen. Hier besteht hohes Fehlerpotenzial. Wie das Beratungsunternehmen Deloitte in einer Studie erklärt, müssen Mitarbeiter dahingehend vorbereitet werden. Dafür benötige es geschützte Räume, die zum bewussten Experimentieren anregen sollen. Arbeitnehmer sollen neue Arbeitstechniken erlernen, ohne Bestrafung oder Demütigung zu riskieren. Das führe zu einer gesteigerten Motivation der Mitarbeiter, die sich letztendlich in positiven Geschäftsergebnissen äußern würde.
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