VonMarco Blanco Uclesschließen
Alarmierende Zahlen: Laut dem Statistischen Bundesamt werden 2049 – in 25 Jahren – voraussichtlich zwischen 280.000 und 690.000 Pflegekräfte fehlen.
Mit der steigenden Lebenserwartung der deutschen Bevölkerung, die zuletzt zwar zurückging, allerdings zukünftig wieder steigen wird, klettert natürlich auch die Zahl an benötigten Pflegekräften immer weiter nach oben. Das Statistische Bundesamt hat nun die Thematik genauer untersucht – und besorgniserregende Details dazu geliefert. In einer Pressemitteilung gab die Behörde nun bekannt, dass bis 2049 voraussichtlich zwischen 280.000 und 690.000 neue Pflegekräfte – Gesundheits- und Krankenpflegehilfe, Gesundheits- und Krankenpflege, Altenpflege sowie Altenpflegehilfe – benötigt werden.
2049 ein Drittel mehr Pflegekräfte benötigt als 2019
Auf Basis einer neuen Vorausberechnung zum Pflegekräftearbeitsmarkt hat das Statistische Bundesamt herausgefunden, dass der Bedarf an erwerbstätigen Pflegekräften auf 2,15 Millionen steigen wird. Zum Vergleich: im letzten Jahr vor der Corona-Pandemie – 2019 – war der Bedarf noch bei 1,62 Millionen gelegen. Das bedeutet einen Anstieg von rund einem Drittel – innerhalb von 30 Jahren.
Zwei verschiedene Varianten wurden bei der Berechnung benutzt. Da wäre zum einen die „Trend-Variante“, bei der die zuletzt positive Entwicklung am Pflegearbeitsmarkt mit einbezogen wurde. Doch auch in dieser Variante fehlen 2049 satte 280.000 Pflegekräfte, bereits 2034 wären es 90.000 Fachkräfte zu wenig. Es würde 2049 knapp ein Fünftel mehr Pflegekräfte als 2019 benötigt, um den Bedarf zu decken.
Die zweite Variante ist die „Status quo-Variante“. Sie zeigt ausschließlich die Auswirkungen der demografischen Entwicklungen auf die künftige Zahl an Pflegekräften an und berücksichtigt keine Trends der Vergangenheit auf dem Pflegearbeitsmarkt. Die Zahl der Pflegekräfte würde demnach von 1,62 Millionen im Jahr 2019 auf 1,48 Millionen 2034 und 1,46 Millionen 2049 sinken. Die Begründung: „Haupttreiber dieser Entwicklung ist das verstärkte Erreichen des Renteneintrittsalters der Babyboomer-Generation in den nächsten zehn Jahren, wodurch dem Arbeitsmarkt alleine aus Altersgründen benötigte Pflegekräfte fehlen werden.“
Tritt dieser ungünstige Fall tatsächlich ein, würden bereits 2034 – also in zehn Jahren – 350.000 Pflegekräfte fehlen. Bis zum Jahr 2049 wären es dann 690.000 fehlende Fachkräfte in der Pflege – ein absolutes Horror-Szenario. Das sieht Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste, genauso. Er findet gegenüber der dpa deutliche Worte in Richtung von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), der im vergangenen Jahr eine Pflegereform mit auf den Weg brachte: „Minister Lauterbach sieht tatenlos zu, wie sich die Situation immer weiter verschlimmert: Immer mehr Pflegekräfte gehen in den nächsten Jahren in Rente und die Zahl der Auszubildenden bricht ein.“
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