VonMarco Blanco Uclesschließen
Anders als beim Burnout ist das Boreout-Syndrom weitestgehend unbekannt. Doch auch chronische Unterforderung im Job kann gefährlich werden.
Der Trend ist alarmierend: Die Zahl der psychischen Erkrankungen in der Bevölkerung steigt stetig. Häufig sind Stress und Überforderung die Auslöser dafür, wie beispielsweise beim Burnout-Syndrom. Doch auch das Gegenteil, also ständige Unterforderung am Arbeitsplatz, kann gefährlich werden und zu mentalen und körperlichen Problemen führen. Ist das bei einem Menschen der Fall, spricht man vom Boreout-Syndrom.
Laut einer Studie jeder siebte Angestellte von Boreout-Syndrom betroffen
Auch wenn es sich beim Boreout-Syndrom laut der AOK um keine anerkannte Krankheit handelt, ist es in Deutschland weit verbreitet. Einer Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und des Bundesinstitutes für Berufsbildung zufolge leidet jeder siebte Angestellte in Deutschland unter dem Boreout-Syndrom. Dabei leiden Arbeitnehmer über einen längeren Zeitraum unter Unterforderung und Langeweile.
Psychische Anzeichen für ein Boreout-Syndrom sind laut Karrierebibel.de beispielsweise Antriebslosigkeit, Schlaflosigkeit, Unzufriedenheit, Gereiztheit und Orientierungslosigkeit. Doch auch körperlich kann sich die chronische Unterforderung im Job bemerkbar machen – unter anderem durch Tinnitus, Müdigkeit, Schwindelgefühle, Kopf- und Magenbeschwerden sowie einer Anfälligkeit für Infektionen. Deshalb ist es wichtig, unverzüglich zu handeln, wenn Ihnen diese Symptome bei sich selbst auffallen. Mit fünf Tipps können Sie das Syndrom bekämpfen.
1. Gespräch mit dem Vorgesetzten
Wie so oft in der Arbeitswelt, ist es wichtig, über seinen Schatten zu springen und das Gespräch mit dem direkten Vorgesetzten zu suchen, um etwas an der momentanen Situation zu ändern. Überlegen Sie sich zuvor genau, was Sie Ihrem Chef vorschlagen könnten, um Ihre Probleme zu lindern. „Sie brauchen sich vor diesem Gespräch nicht zu fürchten. Ein guter Chef hat Interesse an motivierten und zufriedenen Mitarbeitern. Niemand hat etwas davon, wenn Sie Ihre Zeit nur bezahlt absitzen“, ermutigt Goodjobs.eu.
2. Freizeit als Ausgleich nutzen
Sie können Ihre Lebenszufriedenheit über so viel mehr als nur Ihre Arbeitsstelle definieren. Deshalb ist es wichtig, sich neben dem Job aktiv um seine Freizeitgestaltung zu kümmern. Dabei können sportliche und mentale Anstrengungen helfen, da dadurch Endorphine ausgeschüttet werden, die Sie glücklich machen. Zudem können Ihnen Erfolge in der Freizeit das Gefühl von Stärke geben, das Sie auch für Ihre Situation im Job nutzen können.
3. Bei Boreout-Syndrom Psychologische Hilfe suchen
Auch wenn sich viele Menschen nach wie vor davor scheuen: Es ist kein Zeichen von Schwäche, sich bei mentalen Problemen professionelle Hilfe zu suchen. Das gilt auch für das Boreout-Syndrom. Häufig kann in solchen Gesprächen nicht nur Ihr Gemütszustand verbessert werden, es können auch Wege aus der aktuellen Problem-Situation gefunden werden.
4. Weiterbildung oder Umschulung beginnen
Da Sie mit Ihrem aktuellen Aufgabenfeld offensichtlich unzufrieden sind, müssen Sie daran etwas ändern. Häufig eignen sich dafür betriebsinterne Weiterbildungen, die Sie für andere Aufgaben qualifizieren. Allerdings kann es auch sein, dass Sie einen kompletten Neuanfang wagen möchten. „Ist das der Fall, sollten Sie überlegen, ob eine Umschulung oder ein Quereinstieg in einen anderen Beruf für Sie infrage kommt“, rät Jobteaser.com.
5. Kündigung einreichen
Sollten Sie auch nach dem Gespräch mit den Vorgesetzten keinerlei neue Perspektiven in Ihrem Unternehmen, bleibt Ihnen die Kündigung als letzter Ausweg. Auch wenn es für eine Kündigung durchaus berechtigte Gründe gibt, sollten Sie sich das genau überlegen. Besonders sollten Sie in Erfahrung bringen, ob es in anderen Unternehmen in Ihrer Branche anders aussieht als bei Ihrer bisherigen Firma. Ansonsten riskieren Sie, dass bei Ihrem potenziellen neuen Arbeitgeber dieselben Probleme auf Sie zukommen.
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