„Nein“ sagen

Grenzen ziehen im Job: Mit diesen drei einfachen Sätzen stehen Sie für sich ein

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Im Job für die eigenen Grenzen einzustehen, ist nicht immer leicht. Mit drei simplen Sätzen können Sie schnell und sachlich Ihre Bedürfnisse kommunizieren.

Der Chef will ihnen noch eine weitere Aufgabe übertragen? Der Kollege bittet um Hilfe bei seinem Projekt? Im Homeoffice klingelt ständige das Telefon, obwohl Sie schon Feierabend haben? Sie würden zu all dem gerne „Nein“ sagen, trauen sich aber nicht? Klare Grenzen zu setzen, fällt den meisten Arbeitnehmern schwer. Für Ihre eigene mentale Gesundheit und um das Arbeitsleben zu erleichtern, ist es jedoch unerlässlich, die persönlichen Grenzen zu kennen und kommunizieren.

Warum Grenzen im Job so wichtig sind

„Im Job Grenzen zu setzen ist wichtig für den eigenen Selbstwert“, sagt Karriereberaterin Petra Barsch im Gespräch mit der Zeit. Das Gefühl, ausgenutzt zu werden und sich nicht dagegen durchsetzen zu können, zermürbt den Selbstwert mit der Zeit. Auch der Stress nimmt zu, wenn Sie zusätzliche Aufgaben übernehmen. Das kann in einem Burnout oder in einer Depression enden. Es ist deshalb wichtig, dem eigenen Wohlergehen oberste Priorität einzuräumen, betont das Karrierenetzwerk Xing. Mit anderen Worten: Sie sollten einen gesunden Egoismus an den Tag legen und für sich und Ihre Bedürfnisse einstehen.

Achten Sie auf eine klare, selbstbewusste Körpersprache, eine feste Stimme und Augenkontakt, wenn Sie Ihre Grenzen kommunizieren.

Die meisten Menschen erkennen ihre Grenzen erst, wenn sie überschritten wurden, erklärt Wirtschaftsmediatorin Kirstin Nickelsen im ZDF. „Wir werden selten dazu erzogen, für uns selbst einzustehen, schon früh bekommen wir beigebracht, wann wir wie zu funktionieren haben und was von uns erwartet wird und richten uns danach.“ Deshalb rät die Expertin, sich möglichst schon vor der Überbelastung mit den eigenen Grenzen auseinanderzusetzen.

Grenzen klar und sachlich kommunizieren

Achten Sie auch auf körperliche Anzeichen von Stress wie Kopfschmerzen oder Herzrasen und fragen Sie sich, was Ihnen auf der Arbeit helfen würde, um die Belastung zu reduzieren, empfiehlt die Zeit. „Wir müssen verstehen, dass unsere Gefühle richtig sind, dass wir sie ernst nehmen und dass wir uns um uns selbst kümmern, wenn es uns nicht gut geht“, betont Kirstin Nickelsen. Wenn Sie sich bewusst gemacht haben, was Sie brauchen, können Sie deutlicher für sich einstehen. Bleiben Sie dabei ruhig, klar und sachlich. Vermeiden Sie den Konfrontationskurs – denn vielen Menschen ist gar nicht klar, dass sie gerade eine Grenze überschreiten.

Schweifen Sie nicht aus und rechtfertigen Sie sich nicht. Trotzdem sollten Sie kurz begründen, warum Sie die Anfrage ablehnen, erklärt Petra Barsch. Dabei dürfen Sie jedoch nicht den Anschein erwecken, dass die Entscheidung noch beeinflusst werden kann. Absagen zu erteilen, benötigt Übung. Fangen Sie klein an, beispielsweise indem Sie das Wort „eigentlich“ streichen, rät Kirstin Nickelsen: „Schon bekommen Sie ein gutes Gefühl, was Ihnen wirklich wichtig ist.“

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Eine harmlose Methode, um eine Ablehnung zu formulieren, ist das „Nein“ durch ein „Ja, aber …“ zu ersetzen, erklärt Randstad. Auf die Frage, ob Sie eine Aufgabe noch heute fertigstellen und dafür länger arbeiten können, antworten sie: „Ja, aber dann komme ich morgen später.“ Aber auch mit ein paar simplen Sätzen können Sie dem Chef oder den Kollegen Ihre Grenzen aufzeigen, wie Karriereberaterin Petra Barsch erläutert. Hier sind drei Beispiele:

  • „Ich mache das gern. Welche andere Aufgaben soll ich dafür weglassen oder später erledigen?“
    Damit machen Sie klar, dass Sie viel zu tun haben und geben gleichzeitig die Priorisierung der Aufgaben ab. Dem Gegenüber zeigen Sie außerdem die Folgen seiner Bitte auf: Wenn Sie der gewünschten Anfrage zustimmen, bleibt etwas anderes liegen.
  • „Ich unterstütze dich gerne, aber ich kann leider gerade keine zusätzlichen Aufgaben übernehmen.“
    Damit signalisieren Sie, dass Sie zwar gerne helfen, aber dir Belastung momentan zu groß ist.
  • „Ich bin Ihnen sehr dankbar für Ihr Vertrauen in meine Fähigkeiten, trotzdem habe ich momentan leider keine Zeit, das noch zu übernehmen.“
    Oft werden Anfragen mit einem Lob eingeleitet, was die Ablehnung noch schwerer macht. Mit diesem Satz erkennen Sie die positiven Worte an, betonen aber auch, dass sie schlichtweg keine Zeit für noch mehr Aufgaben haben.

Rubriklistenbild: © Westend61/imago

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