Häufige Fehler

Tabus in der Bewerbung: 6 Patzer, die Personalverantwortliche nicht verzeihen

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Eine überzeugende Bewerbung öffnet die Tür zum Vorstellungsgespräch. Diese sechs Stolpersteine sollten Sie jedoch unbedingt umgehen.

Der erste Eindruck zählt – auch bei der Bewerbung. Um eine Einladung zum Vorstellungsgespräch zu erhalten, sollten die Unterlagen so überzeugend wie möglich sein. Doch das ist gar nicht so einfach. Bewerber müssen eine Vielzahl an Details beachten, um einen positiven Gesamteindruck zu hinterlassen. Schon kleine Fehler können dafür sorgen, dass die Bewerbung aussortiert wird. Das wäre natürlich sehr schade, da der Prozess sehr zeitaufwändig ist.

Fehler bei der Bewerbung: 1. Fehlende Individualisierung

Viele Bewerber verwenden eine Standardvorlage für ihre Bewerbung, ohne den Text auf das jeweilige Unternehmen oder die ausgeschriebene Position zuzuschneiden. Personaler merken jedoch sofort, wenn das Anschreiben nur aus einem faden Mustertext besteht. Also: Lieber etwas mehr Zeit investieren und die Bewerbung entsprechend anpassen. Ansonsten entsteht der Eindruck, dass Ihnen die Stelle gar nicht so wichtig ist.

Die Jobsuche kann Bewerber vor große Herausforderungen stellen.

Das Job-Portal Karriere Mittelhessen rät davon ab, abgedroschene Phrasen wie „Ich bin teamfähig, belastbar und zuverlässig“ zu verwenden. Besser ist es, die genannten Charakterstärken mit konkreten Beispielen zu stützen. Allerdings auch nur, wenn sie für den Job relevant sind.

2. Kein Anschreiben

Inzwischen akzeptieren immer mehr Firmen Bewerbungen ohne Anschreiben. Das heißt aber nicht, dass diese irrelevant geworden sind. Laut Stefan Gerth, Geschäftsführer des Unternehmens „Die Bewerbungsschreiber“, spricht es sehr für Bewerber, wenn sie den Extra-Aufwand aufbringen. „Das zeigt, dass man sich Mühe gegeben hat und bereit ist, mehr zu leisten als andere Bewerber“, erklärt er im Interview mit Die Welt.

Schließlich schläft die Konkurrenz nicht: Personaler erhalten auf jede Stellenanzeige eine Vielzahl an Bewerbungen. „Sobald auch nur ein Mitbewerber besser ist, bekommt man den Job nicht“, warnt Gerth. Ein aussagekräftiges Anschreiben könne den entscheidenden Ausschlag geben.

3. Authentizität fehlt

Mit dem Anschreiben und Lebenslauf können Bewerber selbst bestimmen, wie sie sich gegenüber dem Unternehmen darstellen. „Bei einer Bewerbung machen Sie im Grunde nichts anderes, als sich selbst als Bestbesetzung für eine freie Stelle zu vermarkten“, heißt es auf Karrierebibel.de. Allerdings gibt es einen schmalen Grat zwischen Selbstvermarktung und Überheblichkeit.

Bewerber dürfen – und sollten – selbstbewusst über ihre Leistungen und Qualifikationen sprechen. Wer zwei Seiten lang nur Lobeshymnen über sich selbst singt, wird aber kaum bei Personalern punkten können. Tatsächlich schätzen es Recruiter, wenn Bewerber authentisch bleiben. Übertreibungen müssen also nicht sein. Konzentrieren Sie sich lieber auf Ihre wahren Stärken und verbinden Sie diese mit den Anforderungen des Betriebs.

14 Jobs, die fast niemand machen will, obwohl sie gut bezahlt sind

Flugzeugenteiser als Job
Flugzeugenteiser: Flugzeugenteiser arbeiten in den Wintermonaten auf Flughäfen und sind dafür verantwortlich, Flugzeuge von Eis und Schnee zu befreien. Die Arbeit ist oft stressig und erfordert das Arbeiten unter extrem kalten Bedingungen. Das Gehalt ist jedoch attraktiv und liegt je nach Erfahrung zwischen 40.000 bis 70.000 Euro pro Jahr. © Imago
Gerümpel- und Entrümpelungsfachkraft
Gerümpel- und Entrümpelungsfachkraft: Diese Fachkräfte sind für die Räumung von Wohnungen, Häusern oder anderen Immobilien verantwortlich, oft nach Todesfällen, Zwangsräumungen oder wenn Menschen unter extremen Messie-Bedingungen gelebt haben. Die Arbeit kann emotional und physisch belastend sein, da sie oft in sehr unhygienischen Umgebungen durchgeführt wird. Das Gehalt kann zwischen 30.000 bis 55.000 Euro pro Jahr liegen. © Imago
Kanalarbeiter als Job
Kanalarbeiter: Kanalarbeiter sind für die Wartung und Reparatur von Abwassersystemen verantwortlich, oft in engen, dunklen und schmutzigen Umgebungen. Die Arbeit ist körperlich anstrengend und mit starkem Schmutz und unangenehmen Gerüchen verbunden. Dennoch können erfahrene Kanalarbeiter ein Gehalt von 35.000 bis 60.000 Euro pro Jahr erwarten. © Shotshop/Imago
Forensischer Entomologe
Forensischer Entomologe: Forensische Entomologen untersuchen Insekten und deren Entwicklungsstadien an Verbrechensorten, um Todeszeitpunkte und andere Details zu ermitteln. Die Arbeit kann extrem unangenehm sein, da sie oft den direkten Umgang mit verwesenden Körpern erfordert. Das Gehalt liegt in der Regel zwischen 50.000 bis 90.000 Euro pro Jahr.  © Imago
Weltkriegsmunition-Entschärfer
Weltkriegsmunition-Entschärfer: Diese Spezialisten sind für die Entschärfung von Blindgängern und alter Kriegsmunition zuständig, eine extrem gefährliche Arbeit, die höchste Konzentration und Sorgfalt erfordert. Das hohe Risiko wird jedoch durch eine sehr gute Bezahlung kompensiert. Je nach Einsatzort und Gefährlichkeit können die Verdienste zwischen 60.000 bis 120.000 Euro pro Jahr liegen.  © Imago
Schädlingsbekämpfer entfernt Hornissen-Nest
Schädlingsbekämpfer: Schädlingsbekämpfer beseitigen Insekten, Nagetiere und andere Schädlinge aus Gebäuden und öffentlichen Bereichen. Die Arbeit ist oft unangenehm, da sie in engen, schmutzigen und manchmal gefährlichen Umgebungen durchgeführt wird. Die Bezahlung ist jedoch gut und kann zwischen 30.000 bis 50.000 Euro pro Jahr betragen. © Imago
Schlachter als Job
Fleischzerleger/Schlachter: Fleischzerleger und Schlachter arbeiten in Schlachthöfen und verarbeiten Tierkörper, was physisch und emotional belastend sein kann. Die Arbeit erfordert Kraft und Geschicklichkeit, und viele Menschen empfinden den Umgang mit toten Tieren als unangenehm. Dennoch können die Verdienste zwischen 30.000 bis 55.000 Euro pro Jahr liegen. © Imago
Bergarbeiter im Kohlebergbau
Bergarbeiter im Kohlebergbau: Bergarbeiter arbeiten unter der Erde im Kohlebergbau, was körperlich extrem anstrengend und gefährlich ist. Die Arbeit erfordert oft lange Schichten in einer gefährlichen Umgebung. Das Gehalt ist hoch, insbesondere in Regionen mit aktiver Kohleförderung, und liegt zwischen 45.000 bis 80.000 Euro pro Jahr. © Imago
Taucher für Unterwasserarbeiten
Taucher für Unterwasserarbeiten: Diese Taucher führen Arbeiten wie Reparaturen und Inspektionen unter Wasser durch, oft in trüben oder gefährlichen Gewässern. Die körperliche Belastung und die potenziellen Gefahren machen diesen Beruf unattraktiv, aber die Bezahlung ist hoch, insbesondere bei riskanten Einsätzen. Das Gehalt kann zwischen 50.000 bis 100.000 Euro pro Jahr liegen. © Imago
Leichenbestatter als Job
Leichenbestatter: Leichenbestatter sind für die Vorbereitung und Durchführung von Bestattungen verantwortlich, was den ständigen Umgang mit dem Tod und trauernden Angehörigen bedeutet. Die Arbeit kann emotional belastend sein, bietet jedoch auch Stabilität und ein gutes Einkommen. Je nach Region und Erfahrung können Leichenbestatter 40.000 bis 65.000 Euro pro Jahr verdienen. © Imago
Klärwerkstechniker als Job
Klärwerkstechniker: Klärwerkstechniker überwachen und warten die Prozesse in Kläranlagen, wo sie ständig mit Abwasser und unangenehmen Gerüchen konfrontiert sind. Die Arbeit erfordert technisches Wissen und die Bereitschaft, in einer unattraktiven Umgebung zu arbeiten. Das Gehalt liegt im Bereich von 35.000 bis 60.000 Euro pro Jahr. © Imago
Feldmesser auf Offshore-Ölplattformen
Feldmesser auf Offshore-Ölplattformen: Diese Spezialisten führen technische Messarbeiten auf abgelegenen Ölplattformen durch, oft unter extremen Wetterbedingungen. Die Arbeit ist gefährlich und erfordert lange Abwesenheiten von zu Hause, was sie unattraktiv macht. Dafür wird ein hohes Gehalt gezahlt, das zwischen 70.000 bis 120.000 Euro pro Jahr liegen kann. © Marc Morrison/Imago
Rattenfänger oder Schädlingsbekämpfer als Job
Rattenfänger: Rattenfänger oder Schädlingsbekämpfer bekämpfen Ratten und andere Schädlinge in urbanen oder ländlichen Gebieten. Die Arbeit erfordert oft den Einsatz in schmutzigen, unhygienischen Umgebungen, was den Job für viele unattraktiv macht. Das Gehalt kann je nach Erfahrung und Erfolg bei 30.000 bis 50.000 Euro pro Jahr liegen. © Christian Brenneke/Imago
Tatortreiniger als Job
Tatortreiniger: Tatortreiniger sind für die Reinigung von Schauplätzen verantwortlich, an denen Gewaltverbrechen, Unfälle oder Todesfälle stattgefunden haben. Die Arbeit erfordert eine hohe emotionale Belastbarkeit und eine gewisse Distanz zu unangenehmen Szenen. Die Bezahlung variiert je nach Erfahrung und Region, liegt aber oft zwischen 40.000 bis 70.000 Euro pro Jahr. © Imago

4. Rechtschreibfehler und schlechte Grammatik

Selbst die beste Bewerbung wirkt unprofessionell, wenn sie voller Tippfehler steckt. Deshalb: Unbedingt nochmal drüberlesen und von Freunden oder Familienmitgliedern gegenlesen lassen. Vermeiden Sie Schachtelsätze und nutzen Sie verständliche und prägnante Formulierungen. Eine saubere Grammatik und korrekte Interpunktion sollten selbstverständlich sein. Beliebte Fehler sind außerdem eine falsche Groß- und Kleinschreibung und Buchstabendreher (z.B. „Untrenehmen“ statt „Unternehmen“).

In einer Online-Befragung des Stellenportals Meinestadt.de gaben 54 Prozent der Personaler an, dass man mit Rechtschreibfehlern die Chancen auf einen Job verspielt. Es komme aber auch auf die Anzahl der Fehler und die jeweilige Stelle an.

5. Unvollständige Unterlagen

Wenn ein oder mehrere Anhänge fehlen, dann wird die Bewerbung oft sofort aussortiert. Personaler werden Bewerbern kaum hinterherrennen und sie darum bitten, die Unterlagen erneut zu senden. Wer wichtige Dokumente vergisst, wirkt alles andere als zuverlässig. Deshalb besser alles nochmal doppelt und dreifach checken, bevor Sie die Bewerbung abschicken. Achten Sie darauf, dass auch wirklich alle angeforderten Unterlagen aus der Stellenanzeige dabei sind.

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 6. Übermäßiger Einsatz von KI

Mittlerweile ist Künstliche Intelligenz (KI) in aller Munde. Auch zur Erstellung von Bewerbungsunterlagen werden die Tools gerne genutzt. Allerdings besteht das Risiko, dass Anschreiben und Lebenslauf dadurch viel zu generisch bleiben. Personaler können schnell erkennen, ob sich Bewerber wirklich mit der Firma und der Stelle beschäftigt haben oder nur eine ChatGPT-Vorlage benutzen. Grundsätzlich ist es in Ordnung, KI-Tools als Hilfsmittel zurate zu ziehen. Allerdings sollten sie sparsam verwendet werden.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Erwin Wodicka

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