VonAnne Hundschließen
Das bevorstehende Urlaubsjahr will rechtzeitig geplant sein. Wann dürfen oder sollten die jeweiligen Urlaubstage genommen werden?
Urlaub dient der Erholung. Das regelt das Bundesurlaubsgesetz. 1963 trat das Bundesurlaubsgesetz in der BRD in Kraft, wie die Bundeszentrale für politische Bildung auf ihrer Website erinnerte. Demnach haben Arbeitnehmer Anspruch auf mindestens 24 Werktage Urlaub pro Jahr. In Tarif- und Arbeitsverträgen können entsprechend höhere Urlaubsansprüche vereinbart werden.
In seinen grundsätzlichen Regelungen sei das vor 61 Jahren verkündete Bundesurlaubsgesetz grundsätzlich immer noch gültig, heißt es bei ZDF info auf Instagram recht allgemein – geblickt wird dort auch auf die aktuelle Lage, etwa in puncto Urlaubswünsche. Was gilt?
Urlaubsplanung: Muss man sich in der Arbeit schon zum Jahresanfang festlegen?
Die Urlaubswünsche von Arbeitnehmern müssen Arbeitgeber Paragraf 7 des Bundesurlaubsgesetzes zufolge berücksichtigen. Es sei denn, dringende betriebliche Belange stehen dem entgegen. Der Arbeitgeber kann allerdings durchaus verlangen, dass Arbeitnehmer ihre Urlaubswünsche frühzeitig einplanen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtete. „Diese Pflicht kann aber nicht den gesamten Jahresurlaub erfassen“, erklärte der Fachanwalt für Arbeitsrecht, Jürgen Markowski, der dpa zufolge. Beschäftigte müssten noch eine gewisse Anzahl an Urlaubstagen für unvorhergesehene Fälle zurückhalten können. „Wie viel das sein darf, hängt von den Umständen und den betrieblichen Anforderungen ab.“
Was gilt bei der Auszahlung von Urlaubstagen?
Die jeweiligen Urlaubstage müssen grundsätzlich im laufenden Kalenderjahr genommen werden. Eine Übertragung ist gesetzlich bis zum 31. März des Folgejahres möglich, in Absprache mit dem Arbeitgeber auch länger. Bis dahin nicht genommener Resturlaub verfällt, wie die dpa zudem an anderer Stelle berichtete, sofern der Arbeitgeber den Beschäftigten zuvor rechtzeitig auf den drohenden Urlaubsverfall hingewiesen habe. Es gebe aber Ausnahmen: Könnten Beschäftigte den Urlaub wegen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr nehmen, müsse der Urlaub in Geld abgegolten werden, heißt es in dem Bericht. Die Höhe berechne sich dann nach dem durchschnittlichen Arbeitsverdienst in den letzten dreizehn Wochen vor dem Beginn des Urlaubs.
Anspruch auf Urlaub in den Schulferien?
Gerade in den Sommermonaten kommt es bei den Urlaubswünschen von Mitarbeitern oft zu Überschneidungen. Wollten mehrere Beschäftigte zur selben Zeit Urlaub nehmen, typischerweise in den Schulferien, müssten Chefs eine soziale Auswahl treffen, erklärte die Stiftung Warentest in einem Beitrag auf Test.de grundsätzlich. „Hierbei werden sie in der Regel den Mitarbeitern Vorzug geben, die schulpflichtige Kinder haben“, heißt es dort. Doch nicht nur Eltern könnten im Zweifel Vorrang haben – mehr Informationen zu der rechtlichen Lage. Am einfachsten ist es, wenn sich alle Mitarbeiter auf eine einvernehmliche Regelung einigen.
Auch die sogenannten Brückentage spielen bei vielen Arbeitnehmern eine Rolle bei der Urlaubsplanung. Hier eine Übersicht über die Feier- und möglichen Brückentage 2024.
