VonUlrike Wilpertschließen
Richtfest, Stabwechsel und ein Rekordrätseln um ein Aalener Geheimnis. Was am Samstagmittag vor dem früheren SchwäPo-Shop geboten war. Und welcher "Ostalb-Novize" das Fass anstach.
Aalen
Ein Dreivierteljahrhundert SchwäPo - ein strahlendes Fest. Ihren 75. Geburtstag hat die Schwäbische Post am Samstagmittag zusammen mit rund 1000 Leserinnen und Lesern, Gästen und Besuchern gefeiert dort, wo das Herz der Kocherstadt schlägt: mitten in der Innenstadt, am ehemaligen SchwäPo-Shop, der sich aktuell im Umbau befindet zum neuen Bürogebäude der SDZ-Mediengruppe.
Auf der Bühne begrüßte eingangs Geschäftsführerin Constanze van Overdam. Sie sprach von einem „ganz besonderen Tag“, zumal neben dem SchwäPo-Jubiläum gleichzeitig auch das Richtfest des neuen Bürogebäudes und die Ankunft des neuen Chefredakteurs Constantin Blaß gefeiert werden könne. „Zugegebenermaßen traurig“ indes sei der Abschied des seitherigen Chefredakteurs Lars Reckermann, der Ende September die Ostalb gegen Ostfriesland eintauschen werde.
Neue Art der Zusammenarbeit
Das neue Medienhaus, in das sich der einstige SchwäPo-Shop gerade verwandelt, ermögliche laut van Overdam künftig eine ganz neue Art der Zusammenarbeit, bei der „alle gemeinsam und bereichsübergreifend an den Zielen der Zukunft arbeiten“.
Van Overdams Geschäftsführer-Kollege Bernd Sievers berichtete von der wechselhaften Geschichte des alten Gebäudes, das einst Gasthaus „Bären“, Hotel, später Einzelhandelspassage, dann Verlagshaus mit Druckmaschine und zuletzt Schreibwarenfachgeschäft war.
Besonders herausfordernd seien die aktuellen Bauarbeiten, da viele ökologische Nachhaltigkeitsaspekte beim Umbau in ein Effizienzhaus berücksichtigt werden müssten; beispielsweise eine Wärmepumpe zur Beheizung, eine Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung und eine natürliche Raumklimatisierung.
Was das ist, erklärte am Rande der Architekt Bernd Liebel. „Die vorhandenen Massivbauteile können tagsüber Wärme aufnehmen und nachts lassen wir die kühle Nachtluft durch das Gebäude strömen.“ Für diesen Zweck werde ein nicht mehr genutzter Aufzugschacht als Abluftschacht genutzt. Damit könne man auf den Einbau einer aktiven und energieverbrauchenden Kühlung verzichten.
Fassanstich des „Novizen“
Der Richtspruch, verbunden mit einem dreifachen Hoch auf die Bauherrenschaft, kam von Zimmermann Rainer Wagner vom Eigner Bauunternehmen in Nördlingen. Dann griff der noch amtierende Chefredakteur Lars Reckermann zum Mikro, um den Bieranstich seines Nachfolgers und „Ostalb-Novizen“ Constantin Blaß zu moderieren. Aalens „Profi-Fassanstecher“ OB Brütting assistierte, nach drei Schlägen saß der Hahn, und Constantin Blaß verteilte die ersten Krüge Freibier aus dem von der Aalener Löwenbrauerei gestifteten 75-Liter-Fass an die Festgäste. Dazu sorgte die TSG-Hofherrnweiler mit Würsten vom Grill und vegetarischen Burgern für das Wohl der Gäste, es gab Brezeln, Jubiläums-Cremeschnitten und einen Geburtstagskuchen in Form einer großen 75. Die weiß eingedeckten Bierbänke waren voll besetzt, die Besucherinnen und Besucher machten eifrig von der Möglichkeit Gebrauch, mit den SchwäPo-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen.
Beim 15-minütigen Jubiläums-Talkwettformat „Da kommsch nie drauf“ hatten Reckermann und Redaktionsleiter Jürgen Steck schnell den richtigen Riecher. In Rekordzeit von nur neun Minuten lüfteten sie in einem kurzweiligen Frage-Antwortspiel mit dem OB das Aalener Geheimnis - den vergessenen Herzensort: ein früherer Eisweiher der Wasseralfinger Löwenbrauerei, im Winter beliebter Schlittschuhplatz (heute Bahnhofstraße 119, Küchenstudio Lipp, Anm. d. Red.). „Das war ab 1881 Aalens erster Eisplatz“, wusste Brütting. „1936 lief der Eisweiher leer, weil man das Wasser für die hier ansässige Rüstungsindustrie brauchte.“
Der OB hatte zwar nun die Wette verloren - die in Aussicht gestellte 500-Euro-Spende der SDZ gab's trotzdem. Den Scheck überreichte Reckermann anschließend an Sabrina und Kian vom Aalener Stadtjugendring. Das Geld wollen die beiden für die Kinderspielstadt Ostalb-City verwenden.
Gefeiert und geschwätzt wurde noch lange weiter - bei guter Musik von Martina Fritz (Gesang) und Tobias Knecht (Gitarre). Und mit schwäbischen Gesangseinlagen des Männergesangvereins Röthardt unter der Leitung von Leonard Hölldampf.
















































