Ärzte: Regionalversorger bei Mögglingen/Essingen

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Die drei Kliniken des Ostalbkreises: Ostalb-Klinikum in Aalen, Stauferklinik in Mutlangen und Virngrundklinik in Ellwangen.
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Mediziner aus dem Raum Gmünd äußern sich zur Neustrukturierung der Kliniklandschaft im Kreis.

Schwäbisch Gmünd. Sollte sich der Kreistag bei der Gesundheitsversorgung im Ostalbkreis für das Modell eines Regionalversorgers entscheiden, spricht sich Gmünds Kreisärzteschaft für einen Standort dieses Regionalversorgers „im Gemarkungsbereich Mögglingen / westliches Essingen“ aus. Dies sei dann „die beste Lage, um möglichst vielen Bürgern eine gute Versorgung zukommen zu lassen“. Besser jedoch sei für die Bevölkerung im Raum Gmünd „die Beibehaltung der bisher gut funktionierenden Notfallversorgung am Stauferklinikum“. So äußerten sich die Gmünder Ärzte am Dienstag und damit an dem Tag, an dem die Kreisverwaltung dem Verwaltungsrat der Ostalbkliniken ihr „Zukunftskonzept der Kliniken Ostalb als Teil der Gesundheitsversorgung im Ostalbkreis“ und damit verbundene „Handlungsaufträge für das weitere Vorgehen“ vorstellte. Danach hält die Kreisverwaltung am „Modell Regionalversorgung“ mit einem klinischen Regionalversorger, zwei klinischen Basisversorgern in Mutlangen und Ellwangen und einem Gesundheitszentrum in Bopfingen fest. Zwei weitere Modelle - zwei gleich starke Häuser in Aalen und Mutlangen bzw. die Fusion der Standorte Aalen und Mutlangen in der Mitte plus Grundversorger in Ellwangen - sollen laut der Kreisverwaltung nicht weiterverfolgt werden.

Die Neustrukturierung der Krankenhausgesellschaft im Kreis stelle eine große Herausforderung an die Krankenhaus- und Kreisverwaltungen dar und beschäftige auch die Bürger, sagen die Ärzte. Sie setzen sich intensiv mit diesem Thema auseinander, betreffe es doch „zugleich grundlegende Aspekte der zukünftigen medizinischen Versorgung unserer Region als auch unsere Arbeitsbedingungen der Zukunft“. Dabei stehe ein zentraler Regionalversorger im Brennpunkt der Diskussion. Die Vorteile eines solchen Regionalversorgers „mit gebündelter medizinischer Expertise, Effizienzsteigerung und Personaleinsparung“ seien offensichtlich. Bei einem Flächenkreis wie dem Ostalbkreis mit über 1500 Quadratkilometern und einer Ost-West-Ausdehnung von etwa 60 Kilometern stelle die Notfallversorgung von zeitkritischen Erkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt eine große Herausforderung dar. „Die Versorgung solcher Krankheitsbilder kann durch unklar definierte Gesundheitscampus nicht gewährleistet werden, sondern erfordert eine erhebliche medizinische Infrastruktur und medizinische Expertise, die nur in entsprechend größeren Zentren wie momentan der Ostalbklinik oder der Stauferklinik gewährleistet ist.“ Durch die Zusammenfassung dieser Einheiten werde sich die Notfallversorgung bei zeitkritischen Erkrankungen verschlechtern. Michael Länge

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