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Wieder mehr Menschen in der Region in Arbeit, aber auch immer mehr ältere, bilanziert der Chef des Jobcenters.
Aalen. Zum letzten Mal in dieser Legislaturperiode tagte der Ausschuss für Arbeit und Grundsicherung in seiner bisherigen Zusammensetzung. Themen waren die derzeitige Arbeitsmarktsituation und die Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt.
Arbeitsmarkt: Die Anzahl der Beschäftigten ist zum 30. September 2023 um 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. 21,9 Prozent der Beschäftigten waren zum gleichen Zeitpunkt 55 Jahre und älter. „Wir brauchen Zuwanderung, um den Bedarf für die Unternehmen zu decken“, sagte der Vortragende Thomas Koch, Geschäftsführer des Jobcenters. Aufgrund des demografischen Wandels gehe die Zahl der erwerbsfähigen Menschen in Deutschland deutlich zurück, in Deutschland bis 2035 um 7 Millionen. Die Arbeitslosigkeit liegt im Ostalbkreis bei 3,4 Prozent, im Bereich Aalen bei 3,0 Prozent, in Ellwangen bei 2,1 Prozent, im Bereich Schwäbisch Gmünd bei 4,1 Prozent, das ist auch der Schnitt in Baden-Württemberg. Damit sind im Kreis 6200 Menschen ohne Arbeit, 52,9 Prozent davon ohne Berufsausbildung. Überraschend ist laut Koch, dass die Zahl der gemeldeten Arbeitsstellen in den meisten Branchen deutlich gesunken ist, teils um über 20 Prozent. Einzig in Sozial- und Pflegeberufen ist sie um 37 Prozent gestiegen. Für die Zukunft müsse man zur Arbeitskräftegewinnung Potenziale im Inland erschließen, Berufseinstiege erleichtern und Zuwanderung von Arbeitskräften erleichtern.
Arbeitsmarktintegration: Der Einstieg Geflüchteter in den Arbeitsmarkt soll mit dem „Job-Turbo“ der Bundesregierung erleichtert werden. Dazu betreut das Jobcenter die Menschen, vermittelt Sprach- und Integrationskurse, und zusammen mit Arbeitgebern Ausbildung und Arbeitsplätze, je nach Voraussetzungen und Eignung. Herausforderungen sind dabei die hohe Durchfallquote bei Integrationskursen, oft, weil zum Beispiel Menschen aus der Ukraine nicht wissen, ob sie bleiben wollen. Und oft sind erlernte Fähigkeiten nicht geeignet für die Berufsanforderungen in Deutschland. Bis Jahresende sollen 750 Ukrainer der 1812 erwerbsfähigen Gemeldeten in Arbeit sein, wie Christine Wible, stellvertretende Geschäftsführerin, sagte. Koch erwartet, dass bis 2027 75 Prozent der Ukrainer, die bleiben wollen, im Arbeitsmarkt integriert seien. Der Zustrom sinke derzeit. Für seine Maßnahmen hat das Jobcenter im Kreis rund 7,5 Millionen Euro zur Verfügung, 84 Prozent finanziert der Bund. ⋌Jürgen Eschenhorn