Brütting sieht Ostalbklinikum im Aufwind

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Das Ostalb-Klinikum in Aalen: OB Brütting kämpft dafür, dass es erweitert wird - und nicht geschlossen.
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Wie der Aalener OB Frederick Brütting die aktuelle Zuschusspolitik des Landes bei Kliniken bewertet - und was das fürs Ostalbklinikum bedeuten könnte.

Aalen. In dieser Woche hat das Land das „Jahreskrankenhausbauprogramm 2023“ vorgestellt. Und im Nachbarkreis Heidenheim brach Jubel aus - Landrat Polta zeigt sich mit der Entscheidung äußerst zufrieden: „Das ist ein wichtiger Tag für den Landkreis Heidenheim und die Kliniken Landkreis Heidenheim sowie ein gutes Signal des Landes.“

Hintergrund:  Am Mittwoch wurde bekannt, dass Heidenheim für das Großprojekt Modernisierung der Klinik einen großen Zuschuss erhält. Insgesamt kostet die Modernisierung nach Angaben aus Heidenheim nach derzeitiger Schätzung 140 Millionen Euro. Wie hoch die Förderung in Heidenheim tatsächlich ausfällt, ist noch unklar. In den Ostalbkreis hingegen fließt - nichts. Insgesamt gibt das Land 248 Millionen Euro in der Jahreskrankenhausplanung an Zuschüssen für Kliniken in Baden-Württemberg. Und die Kliniken im Ostalbkreis? Die bekommen keine Förderung.

Handlungsdruck groß

Darüber ärgert sich der Aalener  Oberbürgermeister Frederick Brütting. Und er schimpft: „Die bereits im Jahr 2020 vom Kreistag beschlossenen Bauprojekte wie eine neue Zentrale Notaufnahme und neue OP-Säle für das Ostalbklinikum werden derzeit nicht umgesetzt und waren auch nicht für einen Zuschuss angemeldet. Dabei ist gerade hier der Handlungsdruck groß.“  Denn sei es „dringend notwendig, in die Modernisierung und Erweiterung der baulichen Infrastruktur insbesondere am Ostalbklinikum zeitnah einzusteigen“. Brütting: „Wir können nicht viele Jahre auf Investitionen verzichten und solange auf einen ungewissen Neubau hoffen“ - und für diese Investitionen brauche es die finanzielle Unterstützung des Landes. Deshalb habe die aktuelle Entscheidung der Landesregierung im Bauprogramm für die Klinikdebatte im Ostalbkreis eine besondere Bedeutung.

Wie das Ostalbklinikum

Interessant: Auch in den Rems-Murr-Kreis fließt ordentlich Geld. So soll das bestehende Krankenhaus in Schorndorf weiterentwickelt werden. Dieses könnte als Beispiel dienen für Aalen. „Das bauliche Konzept für den Klinikstandort in Schorndorf entspricht der aus  Aalen vorgeschlagenen Kombi-Lösung für das Ostalbklinikum“, sagt Frederick Brütting. Auch in Schorndorf werde am bestehenden Klinikstandort ein Funktionsneubau völlig neu erstellt „und das, was erst kürzlich modernisiert wurde, wird weitergenutzt“, so der OB, der Parallelen zum Ostalbklinikum sieht. Der Neubau in Schorndorf umfasse die zentrale Patientenaufnahme und eine neue Notaufnahme. Es entstehe eine neue Intensivstation sowie eine Stroke-Unit und acht OP-Säle: „Also nahezu das, was die Kombi-Lösung für Aalen vorsieht“, so das Fazit Brüttings. Dafür gebe das Land eine beachtliche Förderquote und Fördersumme - für Brütting „ ein wichtiger Hinweis für die strategischen und finanziellen Überlegungen im Ostalbkreis“. Die Flächen für die Kombi-Lösung am Standort Aalen seien vorhanden. Brütting: „Es könnte hier schnell losgehen. Wir würden also Zeit und Geld sparen.“

OB: die richtigen Anreize

Brütting verweist auf die Zuschüsse: Strukturell seien im genannten Programm 16 Projekte enthalten - 15 setzten davon auf Erweiterungsneubauten oder Sanierungen, so auch Heidenheim. Nur ein Standort - das Zollernalbklinikum - soll komplett neu gebaut werden. Dafür gebe es lediglich einen Zuschuss für die Planung. „Kein einziger Euro der 248 Millionen geht in einen kompletten Klinikneubau an einem ganz neuen Standort“, sagt der OB. Brütting sieht hier einen Hinweis, wie das Land bezuschusse. „Inhaltlich setzt das Land den Schwerpunkt auf Gesamtsanierungsmaßnahmen in Bauabschnitten, gefolgt von der Ertüchtigung und Erweiterung von Zentralen Notaufnahmen.“ Dies gelte es zu berücksichtigen. „Die aktuelle Entscheidung der Landesregierung setzt aus meiner Sicht die richtigen Anreize und ist ein deutlicher Fingerzeig für die Kombi-Lösung am Ostalbklinikum!“

Das Paket

Die Landesregierung hat am Dienstag das Jahreskrankenhausbauprogramm 2023 mit einem Volumen von 248 Millionen Euro beschlossen. Insgesamt würden rund 455 Millionen Euro in baden-württembergische Kliniken investiert, heißt es in einer Mitteilung des Sozialministeriums. Gefördert werden 14 Projekte. Neben der Rems-Murr-Klinik Schorndorf, die ein Planungsvolumen von 96 Millionen Euro eingereicht hatte, ist die Sanierung des Klinikums Heidenheim mit 104 Millionen das mit Abstand umfangreichste Vorhaben. Die Sanierung des Krankenhauses Nagold schlägt mit fast 35 Millionen zu Buche. 

Standortfrage Der Verwaltungsrat der Kliniken Ostalb tagt am kommenden Montag, 24. April, im Landratsamt. In der Sitzung geht es unter anderem um das Zukunftskonzept der Kliniken Ostalb. Konkret geht es dabei um den aktuellen Stand der Bürgerbeteiligung und das Standortwahlverfahren - bei Letzterem sollen die Bewertungskriterien vorgestellt werden.

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