Bürgermeisterwahl in Aalen: Ein Kandidat hat zurückgezogen

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Die Kandidaten für das Amt des Baubürgermeisters: Amtsinhaber Wolfgang Steidle (links oben) und Ronny Ensslin (links unten). Die Kandidaten für das Amt des Sozialbürgermeisters: Ralf Meiser (Mitte), Jan-Peter Vetter (rechts unten) und Bernd Schwarzendorfer (rechts oben).
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Am 6. November wählt der Gemeinderat die beiden Stellvertreter des Oberbürgermeisters. So lief die nichtöffentliche Kandidatenvorstellung.

Aalen. Die Kandidaten für die Aalener Bürgermeisterwahl haben sich am Mittwochabend vorgestellt. In der nichtöffentlichen Sitzung des Gemeinderatsausschusses für Kultur, Bildung und Finanzen. Wie die SchwäPo erfahren hat, sind fünf Kandidaten erschienen und haben jeweils eine 15-minütige Rede gehalten.

Der sechste ist nicht gekommen. Der Kandidat, der seine Bewerbung für das Amt des Sozialbürgermeisters nie öffentlich machte, hatte sie noch vor der Vorstellung in nichtöffentlicher Sitzung zurückgezogen. Wie die SchwäPo erfahren hat, geht es um Stephan Franczak (SPD). Er ist noch bis November Bürgermeister in Eberstadt im Landkreis Heilbronn. Bei der Wahl am 17. September haben ihn die Bürgerinnen und Bürger nach einer Amtsperiode nicht wiedergewählt.

Fünf Kandidaten für zwei Ämter

Damit bleiben in Aalen fünf Bewerber im Rennen. Drei Kandidaten für das Amt des Sozialbürgermeisters: Ralf Meiser (Grüne), Bernd Schwarzendorfer (parteilos) und Jan-Peter Vetter, der zwar CDU-Mitglied ist, sich aber als unabhängiger Kandidat versteht. Amtsinhaber Karl-Heinz Ehrmann kandidiert nicht mehr.

Als Bau- und Erster Bürgermeister stellt sich Wolfgang Steidle (CDU) zur Wiederwahl. Gegen ihn tritt Ronny Ensslin an. In einer Sondersitzung des Gemeinderats am Montag, 6. November, wollen sich alle fünf Kandidaten noch einmal in öffentlicher Gemeinderatssitzung vorstellen. Anschließend wählt das Gremium beide Bürgermeister. Falls einer nicht im ersten Wahlgang die erforderliche absolute Mehrheit erhält, wird ein zweiter Wahlgang nötig. Dann reicht die einfache Mehrheit.

Steidle, Meiser, Vetter und Schwarzendorfer können punkten

Bei der nichtöffentlichen Kandidatenvorstellung am Mittwoch, so hört man, konnten Steidle, Meiser, Vetter und Schwarzendorfer punkten. Zuhörer lobten den Inhalt der vier Reden und das Auftreten der vier Kandidaten. Es scheint, dass diese vier Bewerber ernst genommen werden. Steidle ist Architekt und seit acht Jahren Aalener Baubürgermeister. Meiser ist Grünen-Stadtrat in Aalen und Rektor der Alemannenschule in Hüttlingen. Vetter ist Wirtschaftsfachwirt und trainiert Kolleginnen und Kollegen bei der Bundesagentur für Arbeit. Schwarzendorfer war Pressesprecher der Stadt Aalen und ist im Moment Dezernent für Verwaltung, Kommunales und Gesundheit im Landratsamt Biberach.

Ensslin spricht frei

Nicht ernstgenommen wird Ronny Ensslin, wie zu hören ist. In der Region hat er schon mehrmals erfolglos als Bürgermeister kandidiert. Zuletzt wollte er 2021 in Aalen Oberbürgermeister werden. Zu Beginn seiner Rede am Mittwoch soll Ensslin erläutert haben, dass sein Manuskript die 15 Minuten Redezeit sprengen würde. Daher wolle er frei sprechen. Er soll das mit den Worten angekündigt haben: „Möge mich der liebe Gott durch diese Veranstaltung führen.“

Respekt erntete er dafür, dass er anschließend wohl tatsächlich frei gesprochen hat. Auch wenn er inhaltlich dem Vernehmen nach wenig beeindrucken konnte. Ensslin soll trotz Nachfrage nicht verraten haben, was er genau beruflich macht. Er sagte anscheinend nur, dass er im sozialen Bereich tätig sei und Menschen helfe.

Oberbürgermeister und Bürgermeister

Chef im Aalener Rathaus ist der Oberbürgermeister. Seit 2021 ist das Frederick Brütting (SPD). Die Bürgerinnen und Bürger wählen die Oberbürgermeisterin oder den Oberbürgermeister alle acht Jahre. Das nächste Mal also 2029.

Zwei hauptamtliche Stellvertreter hat der Aalener OB. Sie werden Beigeordnete genannt und tragen in Aalen die Amtsbezeichnung Erster Bürgermeister und Bürgermeister. Deren achtjährige Amtszeit endet Anfang nächstes Jahres. Daher wird am Montag, 6. November, neu gewählt. Nicht die Bürgerinnen und Bürger, sondern der Gemeinderat wählt die Beigeordneten.

Der Erste Bürgermeister ist in Aalen Chef der Bauverwaltung. Umgangssprachlich wird er oft Baubürgermeister genannt. Dass der Baubürgermeister gleichzeitig Erster Bürgermeister ist, wird auch die kommenden acht Jahre so bleiben. Das hat der Gemeinderat bereits entschieden. Amtsinhaber Wolfgang Steidle (CDU) tritt wieder an. Außerdem kandidiert Ronny Ensslin.

Der Bürgermeister ist unter anderem für die Bereiche Soziales, Bildung, Betreuung und Kultur zuständig. Umgangssprachlich wird er oft Sozialbürgermeister genannt. Amtsinhaber Karl-Heinz Ehrmann tritt nicht mehr an. Es kandidieren Ralf Meiser (Grüne), Jan-Peter Vetter (unabhängig) und Bernd Schwarzendorfer (parteilos).

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