VonKatharina Scholzschließen
Am Donnerstag um 18 Uhr endete die Frist. Wer Sozialbürgermeister werden will und wer sich um das Amt des Baubürgermeisters bewirbt.
Aalen
Es wird doch noch spannend. Am letzten Tag der Bewerbungsfrist ist Bewegung ins Rennen um die Bürgermeisterposten im Aalener Rathaus gekommen. Die Amtszeit der beiden hauptamtlichen Stellvertreter des Oberbürgermeisters läuft Anfang des Jahres ab. Der Gemeinderat wählt am Montag, 6. November, neu. Nach Ablauf der Bewerbungsfrist am Donnerstag um 18 Uhr teilt die Stadtverwaltung mit: Für das Baudezernat (Erste Bürgermeisterin/Erster Bürgermeister) sind zwei Bewerbungen, für das Dezernat III (Allgemeine Verwaltung, Bürgermeisterin/Bürgermeister) sind vier Bewerbungen eingegangen.“
Wer sich als Baubürgermeister bewirbt
Als Baubürgermeister stellen sich laut der Pressemitteilung aus dem Rathaus zur Wahl: Amtsinhaber Wolfgang Steidle aus Lauchheim und Ronny Ensslin aus Aalen. Letzterer hatte schon bei der Oberbürgermeisterwahl 2021 seinen Hut in den Ring geworfen, schied aber vorzeitig aus dem Rennen aus, weil er die benötigten Unterstützer-Unterschriften nicht beibringen konnte.
Wer Sozialbürgermeister werden will
Sozialbürgermeister möchten werden: Ralf Meiser aus Aalen. Der Grünen-Stadtrat und Schulleiter der Alemannenschule in Hüttlingen hatte im Gemeinderat seine Kandidatur bereits angekündigt. Außerdem treten an: Jan-Peter Vetter aus Oberkochen und Bernd Schwarzendorfer, der in Ulm wohnt, sowie ein weiterer Bewerber, der einer Veröffentlichung nicht zugestimmt hat.
Bernd Schwarzendorfer geht an die Öffentlichkeit
Bernd Schwarzendorfer hat am Donnerstag, 31. August, seine Bewerbung im Aalener Rathaus abgegeben und seine Kandidatur öffentlich bekanntgeben. Er möchte das Dezernat III leiten, also Sozialbürgermeister werden, wie man den Amtsinhaber in Aalen oft umgangssprachlich nennt. Er ist 52 Jahre alt, parteilos und tritt als unabhängiger Kandidat an. Vielen Aalenerinnen und Aalenern wird Schwarzendorfer noch bekannt sein. Von Juni 2002 bis November 2007 leitete er das Presse- und Informationsamt im Aalener Rathaus. Aktuell leitet er das Dezernat für Verwaltung, Kommunales und Gesundheit im Landratsamt Biberach. „Das Verwaltungshandwerk habe ich von der Pike auf gelernt“, sagt er am Donnerstagnachmittag beim Pressegespräch in der Waldstube Eichenhof in Aalen.
Schwarzendorfer absolvierte nach seinem Realschulabschluss eine Ausbildung zum Beamten im mittleren Verwaltungsdienst bei der Stadt Ulm. Anschließend holte er die Fachhochschulreife nach. Danach folgte sein Studium zum Beamten im gehobenen Verwaltungsdienst an der Hochschule für öffentliche Verwaltung in Ludwigsburg. Von Dezember 1994 bis Mai 2002 war er persönlicher Mitarbeiter des Bürgermeisters in Pfullendorf. Dort verantwortete er die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, die Wirtschaftsförderung und zahlreiche kulturelle Veranstaltungen. Berufsbegleitend studierte Schwarzendorfer an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Freiburg mit Abschluss zum „Geprüften Wirtschaftsförderer“.
2002 wählte ihn der Aalener Gemeinderat zum Leiter des Presse- und Informationsamts. Seit Dezember 2007 arbeitet er im Landratsamt Biberach. Zunächst war er der Leiter der Zentralstelle für Gremien, Öffentlichkeitsarbeit und Wirtschaftsförderung. Seit Dezember ist er Dezernent und unter anderem verantwortlich für 1450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Alles in allem komme er so auf rund 30 Jahre Verwaltungserfahrung, rechnet Schwarzendorfer. „Ich sehe mich gut gerüstet für das Amt des Bürgermeisters“, sagt er. Der neue Zuschnitt des Aalener Dezernats III decke sich mit vielen seiner Zuständigkeiten im Landkreis Biberach.
Warum sich Schwarzendorfer in Aalen bewirbt
Zu seinem Dezernat in Biberach gehört das Haupt- und Personalamt, das Kommunalamt mit der Aufsicht über 43 Städte und Gemeinden im Kreis, das Ordnungsamt, das Amt für Brand- und Katastrophenschutz, das Gesundheitsamt und die Stabsstelle für Gleichstellung.
Schwarzendorfer betont, dass er gerne im Landratsamt Biberach arbeite und dem Landkreis viel zu verdanken habe. „Meine Entscheidung ist eine Entscheidung für Aalen, nicht gegen Biberach“, sagt er. Seine Partnerin Heidi Schwartz, mit der er seit 20 Jahren zusammen ist, ist Aalenerin. Ihre Eltern leben in einem Aalener Teilort. „Wir pflegen außerdem viele Freundschaften in Aalen“, sagt Schwarzendorfer.
Falls der Aalener Gemeinderat in zum Bürgermeister wählt, möchte er die Digitalisierung weiter vorantreiben und das soziale und kulturelle Leben weiterentwickeln. Als Herausforderungen nennt er die Einführung der Ganztagesbetreuung an Grundschulen oder die Gewinnung und Entwicklung von Fachkräften. Bei allem, was er angehen will, seien ihm ein vertrauensvolles Verhältnis zum Gemeinderat, den Ortschaftsräten, den Kolleginnen und Kollegen im Rathaus, den Kirchen, Religionsgemeinschaften, der Wirtschaft, den Vereinen und Bildungs- und Kultureinrichtungen wichtig. Ebenso sei ihm Transparenz wichtig. „Entscheidungen müssen nachvollziehbar sein“, sagt Schwarzendorfer.
