VonJürgen Steckschließen
Im Kreistag werden die Karten neu gemischt. Welche Fraktion wie stark ist – und was es mit der "Fraktion der Bürgermeister" auf sich hat.
Aalen. Klarer Sieger der Kreistagswahl im Ostalbkreis ist die CDU. Die Union kommt im Ostalbkreis auf 34,46 Prozent der Stimmen und erhält dafür 26 Sitze im Kreistag. Zweiter großer Gewinner ist die AfD. Sie zieht zwar nicht an SPD, Grünen und Freien Wählern vorbei. Aber die AfD holt 12,94 Prozent und kann ihre Mandatszahl im Vergleich zum Jahr 2019 verdoppeln: von fünf auf künftig zehn Sitze.
Den zweitgrößten Stimmenanteil holt die SPD mit 15,77 Prozent – sie bekommt dafür allerdings nur elf Sitze (bislang waren es zwölf), die Freien Wähler mit 13,85 Prozent der Stimmen hingegen zwölf Sitze (wie bisher). Die Grünen wiederum kommen mit 13,8 Prozent nur auf zehn Sitze (bislang 13). Die unterschiedliche Gewichtung liegt an Ausgleichsmandaten. Insgesamt sind im künftigen Wahlkreis zehn Listen vertreten. „Wir werden heterogener, das wird sich auf die Arbeit auswirken“, sagte Landrat Dr. Joachim Bläse in einer ersten Stellungnahme.
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Wer ist der Stimmenkönig im Kreistag?
Stimmenkönig ist der Schwäbisch Gmünder Oberbürgermeister Richard Arnold (CDU). Er bekam 29.419 Stimmen. Ihm auf den Fersen folgt der Aalener Oberbürgermeister Frederick Brütting (SPD) mit 28.210 Stimmen. Platz drei geht an Christian Baron (CDU), Erster Bürgermeister in Schwäbisch Gmünd, mit 16.087 Stimmen.
Eine große „Fraktion“, wenn man so will, stellen auch aktive und ehemalige Bürgermeister im Ostalbkreis: 26 künftige Mitglieder des Kreistages sind oder waren Rathauschefs.
Die CDU-Fraktion
Für die CDU wurden gewählt Wolfgang Steidle (13.114 Stimmen), Franz Xaver Ladenburger (8066), Heike Brucker (7365), Daniel Dambacher (6330), Richard Arnold (29.419), Christian Baron (16.087), Ralf Schamberger (9646), Martin Bläse (7779), Winfried Mack (9041), Fritz Widmann (3678), Andrea Schnele (8952), Rainer Knecht (7837), Christoph Konle (7078), Dr. Gunter Bühler (8550), Thomas Häfele (7349), Martin Kruger (4020), Wolfgang Hofer (7438), Dr. Joy Alemazung (6900), Carolin Grötzinger (3933), Marita Funk (12.287), Stephanie Eßwein (12.027), Michael Weber (7599), Sabine Heidrich (6539), Patrick Peukert (4881), Ralf Leinberger (4710) und Christoph Hald (5833).
Die Fraktion der Grünen
Die Grünen im künftigen Kreistag: Dr. Susanne Garreis (8069), Bennet Müller (6957), Martina Häusler (7854), Karl-Andreas Tickert (6057), Volker Grab (4927), Michael Jast (1812), Johannes Joas (3647), Stefanie Endig (3431), Veronika Gromann (3268) und Ute Schlipf (2261).
Die Fraktion der Freien Wähler
Für die Freien Wähler Bernd Schwarzendorfer (6133), Sabine Kollmann (4921), Dr. Jürgen Wacker (5108), Walter Schlotter (4268), Herbert Witzany (5750), Willibald Freihart (4159), Monika Rettenmeier (6628), Armin Kiemel (5301), Philipp von Woellwarth (5516), Peter Traub (5292), Martin Mager (4607) und Werner Kolb (4215).
Die SPD-Fraktion im Kreistag
Für die SPD ziehen in den Kreistag Frederick Brütting (28.210), Andrea Hatam (8844), Bernhard Richter (8519), Wolfgang Leidig (5886), Dr. Carola Merk-Rudolph (3870), Egon Ocker (1346), Peter Gangl (4635), Johannes Schurr (6200), Cav. Mario Capezzuto (4087), Danyel Atalay (2911) und Sigrid Heusel (5712).
Die AfD-Fraktion
Mandate für die AfD bekommen Chris Hegel (10.332), Elke Kremer (7349), Ruben Rupp (7312), Alexander Weber (3585), Dr. Frank Gläser (2341), Andreas Grimm (3448), Andreas Lachnit (2926), Michael Hartmann (2483), Martin Bühr (3892) und Rene Hegel (4931).
Die Kleinen und die ganz Kleinen
Für Die Linke ziehen Cynthia Schneider (2606) und Dr. Monika Benk (2585) in den Kreistag, für die FDP Matthias Seydelmann (3663) und Dr. Jörg Schmelzle (3015). Die Bürgerliste Schwäbisch Gmünd vertritt Werner Nußbaum (2754), die Liste „Land schafft Verbindung“ (LsV) Manfred Oßwald (1917) und die Aktiven Bürger Aalens Norbert Rehm (4536).
Die Wahlbeteiligung lag bei 61,69 Prozent (2019: 58,7 Prozent). Ungültig waren 5075 Stimmzettel (3,3 Prozent). Bei der vergangenen Bundestagswahl wählten 1,01 Prozent ungültig.
So kommt's zu Ausgleichsmandaten
Bei der Sitzverteilung werden die Sitze zunächst innerhalb der Wahlkreise nach dem Verhältnis der auf die einzelnen Wahlvorschläge abgegebenen Gesamtstimmen vergeben. Dabei kommen innerhalb der einzelnen Wahlvorschläge die Bewerber zum Zuge, die die meisten Stimmen erhalten haben. Das sind die sogenannten Direktmandate.In einem zweiten Schritt erfolgt noch ein Ausgleich auf Kreisebene, um kleineren Gruppierungen, die keine Direktmandate erringen konnten, eine Chance zu geben


