„Unmenschlicher Umgang“

Mitarbeiter von Traditions-Bäckerei in Baden-Württemberg empört über Chefin: „Albtraum erster Klasse“

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Die Traditions-Bäckerei Grau aus Fellbach steckt in einer schweren Krise. Im Netz äußern die Angestellten ihren Unmut und nehmen vor allem die Chefin hart in die Kritik.

Fellbach - In der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart und der Region sind schon einige Traditionsgeschäfte von der Bildfläche verschwunden. In der Vergangenheit gaben etwa Spielwaren Kurtz, die „Yeans Halle“ in der Tübinger Straße oder das Modehaus Kögel in Esslingen ihr Ende bekannt. Viele weitere Betriebe in der Schwaben-Metropole stecken seit der Corona-Pandemie ebenfalls in einer Krise.

Auch die Fellbacher Traditions-Bäckerei „Grau“ steckt seit dem Sommer 2023 in einer Abwärtsspirale fest. Das von Insolvenz betroffene Unternehmen musste erst eine Filiale in der Bebelstraße in Stuttgart und dann eine weitere im Fellbacher Ortsteil Lindle schließen. Doch die Bäckereichefin Ines Grau zeigte sich in der Stuttgarter Zeitung (StZ) noch optimistisch: „Das mit der Insolvenz hört sich dramatischer an, als es ist. Ich sehe das als Chance für einen Neuanfang“, sagte sie und löste damit großen Ärger bei ihren Mitarbeitern aus.

Mitarbeiter von Traditions-Bäckerei Grau empört: „Unmenschlicher Umgang“

Die Mitarbeiter der Bäckerei Grau können und wollen ihrer Chefin bei dieser Aussage nicht zustimmen. Aus der Sicht einiger Angestellten liege die Schuld am Bankrott bei Ines Grau selbst. „Nach außen immer alles super, aber innen hat man nicht mal Geld, um die Mitarbeiter zu bezahlen. Aber neue Filialen eröffnet man trotzdem“, liest man auf dem Bewertungsportal kununu.com über die Bäckerei. Weitere Reaktionen im Netz machen deutlich, warum die Mitarbeiter so empört sind.

Die Fellbacher Traditions-Bäckerei „Grau“ steckt seit dem Sommer 2023 in einer Abwärtsspirale fest. Aus Sicht der Mitarbeiter liegt das an der Chefin. (Symbolfoto)

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Die meisten Einträge für das Unternehmen fallen allesamt äußerst schlecht aus. „Unmenschlicher Umgang! Viel Arbeit für kein Geld“, heißt es in einer Bewertung etwa. „Respektlos, beleidigend und super unfreundlich. Gehaltszahlungen kommen monatelang nicht, man muss andauernd hinterherrennen“, beschreibt ein anderer User das Verhalten der Chefin. Zudem wird kritisiert, dass es kaum Kommunikation mit der Führungsebene gegeben hätte und die Probleme nicht ernst genommen wurden. „Außen hui und innen pfui“ oder „Albtraum erster Klasse“, lautet das Fazit. Lediglich der Zusammenhalt unter den Kollegen wird von den Mitarbeitern gelobt.

Rettung der Traditions-Bäckerei durch den Verkauf von zwei Filialen

Ines Grau hat laut StZ bereits beim Bekanntwerden des Insolvenzantrags eingeräumt, dass es in der Vergangenheit auch Probleme mit den Lohnzahlungen gegeben habe. Insolvenzverwalter Markus Eibofner will durch den Verkauf von zwei Filialen der Bäckerei nun wieder finanzielle Mittel für das gebeutelte Traditions-Unternehmen einholen. Mit einem Käufer sei sich Eibofner wohl schon einig. Um welche Firma es sich dabei handelt, wolle er jedoch noch nicht bekannt geben, schreibt die StZ. Letzte Details müssen noch geklärt werden.

Rubriklistenbild: © IMAGO/imageBROKER/Unai Huizi

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