Der ganze Südwesten blickt auf die Gmünder Denkmale

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Tag und Nacht des offenen Denkmals Johanniskirche
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Die Stadt richtet die Auftaktveranstaltung für den Tag des Offenen Denkmals in Baden-Württemberg aus. Wie Ministerin Nicole Razavi Schwäbisch Gmünd erlebt.

Schwäbisch Gmünd. Die ersten von rund 150 Führungen und Veranstaltungen der Nacht des Offenen Denkmals am kommenden Samstag in Schwäbisch Gmünd sind schon fast ausgebucht. Interessierte können von historischen Kellergewölben bis zur Türmerstube hoch über der Innenstadt wandeln, Einblick in sonst verschlossene Orte erhalten. Die landesweite Eröffnungsveranstaltung zum Tag des Offenen Denkmals beginnt am Samstag um 17 Uhr in der Johanniskirche.

Dieser Denkmaltag im September ist nach Worten von Dr. Claus Wolf, Präsident des Landesamts für Denkmalpflege, „Deutschlands größte Kulturveranstaltung mit hunderttausenden Besucherinnen und Besuchern. Beim Pressegespräch im Vorfeld der Großveranstaltung erinnert Baden-Württembergs Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen, Nicole Razavi, im Gmünder Rathaus an das kulturelle Erbe der Stadt. Die Geschichte habe hier Spuren und Zeugnisse hinterlassen. In der Architektur, in Kunst und Kultur, im Denken. „Es ist wichtig, dass wir dieses Erbe kennen, verstehen und pflegen“, sagt sie weiter. Schwäbisch Gmünd sei reich an Wahrzeichen und Zeitzeugen der Geschichte.

Hohe Dichte an Denkmälern

Für so eine Eröffnungsnacht eigneten sich nach Worten Dr. Claus Wolfs nur wenige Städte in Baden-Württemberg, „die über eine entsprechende Denkmaldichte verfügen“. Mehr als 300 Denkmale sind es nach Worten von Richard Arnold in der Gmünder Innenstadt. Tübingen, Freiburg, Esslingen und zuletzt Baden-Baden haben eine solche landesweite Auftaktveranstaltung hinter sich. In Schwäbisch Gmünd feiert diese Eröffnungsveranstaltung Jubiläum. Sie wird zum zehnten Mal ausgerichtet. Eine Besonderheit, die nur Baden-Württemberg anbietet. In einer Stadt, in der historisch Gewachsenes mit sozialem Leben korrespondiert, wie es Bürgermeister Julius Mihm formuliert.

Dabei erinnert Richard Arnold an das Stadtjubiläum 2012, an die Aufführung der Staufersaga und den Verein Staufersaga, der damals gegründet wurde. Er ist auch an dieser Nacht des Offenen Denkmals beteiligt.

Wird staufische Kampfszenen zeigen, staufischen Tanz und die Vorführung mit dem Katapult. Etwas für Nachtschwärmer: das Ereignis ist für 23 Uhr vorgesehen.

Gmünder Denkmale in Bildern

Tag und Nacht des offenen Denkmals Rokoko Schlösschen
Tag und Nacht des offenen Denkmals Rokoko Schlösschen © Tom
Tag und Nacht des offenen Denkmals Münster Dachboden
Tag und Nacht des offenen Denkmals Münster Dachboden © Tom
Tag und Nacht des offenen Denkmals Fünfknopfturm
Tag und Nacht des offenen Denkmals Fünfknopfturm © Tom
Tag und Nacht des offenen Denkmals Königsturm
Tag und Nacht des offenen Denkmals Königsturm © Tom
Tag und Nacht des offenen Denkmals Stadtbibliothek
Tag und Nacht des offenen Denkmals Stadtbibliothek © Tom
Tag und Nacht des offenen Denkmals Johanniskirche
Tag und Nacht des offenen Denkmals Johanniskirche © Tom

Dickes Programmheft

Wer es lieber früher hat, kann ab 18 Uhr durch die Stadt spazieren, Denkmale und Außenanlagen der ältesten Stauferstadt kostenfrei besichtigen. Will man alles sehen, geht das nur im Eiltempo: 49 Veranstaltungsorte mit 70 verschiedenen Themenpunkten und 150 Führungen stehen im dicken Programmheft. Da gibt es neben klassischen Führungen Kurzkonzerte, Schauspiel, Sandmalerei, Vorträge und mehr. Mit dabei Orte, die sonst nicht zugänglich sind. Etwa das Forschungsinstitut für Edelmetalle (FEM), dessen Computertomograf auch dem Landesamt für Denkmalpflege zur Verfügung steht. Oder das ehemalige Kloster Gotteszell, heute Justizvollzugsanstalt, mehrere Keller in der Innenstadt. Dr. Claus Wolf nennt auch die sechs noch vorhandenen der ursprünglich 24 Stadttürme, die wie ein Wahrzeichen der ehemaligen mittelalterlichen Stadtbefestigung emporragen und stellvertretend für das diesjährige Motto „Wahr-Zeichen. Zeitzeugen der Geschichte“ stehen.

Was gefällt der Ministerin Nicole Razavi, die auf der anderen Seite des Hohenstaufen nahe Göppingen zuhause ist, besonders? Sie kenne natürlich den Prediger, „aber ich will nicht ein Denkmal herausgreifen, weil die Stadt so reich ist an historischen Gebäuden“. Und die solle man an diesem Tag bewusst erleben, den Kopf auch mal nach oben richten, um die ganze Pracht der Denkmale zu sehen.

So läuft die Nacht des Offenen Denkmals

Die Eröffnung findet am Samstag um 17 Uhr in der Johanniskirche statt. Dort gibt es 300 Sitzplätze. Eine Anmeldung zur Teilnahme am Festakt (bei denkmalpflege-bw.de) wird deshalb empfohlen. Neben Grußworten von Ministerin Nicole Razavi, Landrat Dr. Joachim Bläse, Oberbürgermeister Richard Arnold und dem Präsidenten des Landesamts für Denkmalpflege, Dr. Claus Wolf, begleiten Inszenierungen des Vereins Staufersaga und Orgelbeiträge von Stephan Beck die Veranstaltung. Das gedruckte 48-seitige Programmheft gibt es im i-Punkt und im Rathaus. Weitere Infos   im i-Punkt unter(07171) 6034250. Außerdem betreibt das Landesamt für Denkmalpflege am Samstag von 16 bis 24 Uhr einen Infopoint mitten auf dem Marktplatz.

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