VonAlexandra Rimkusschließen
Der festliche Reiterumzug hat in diesem Jahr spürbar unter der Bauernblockade gelitten - einige Gruppen hatten ihre Teilnahme kurzfristig abgesagt.
Ellwangen. Es hätte schlimmer kommen können. Am Ende war der Reiterumzug aber das, was er jedes Jahr beim Kalten Markt in Ellwangen ist: ein unumstrittener Höhepunkt dieser besonderen Festtage.
Nichtsdestoweniger litt der Umzug in diesem Jahr, wie zuvor auch schon die Pferdeprämierung, deutlich unter den Verkehrsblockaden der Bauern. 256 Teilnehmer hatten sich ursprünglich für das Reiterspektakel durch die Ellwanger Innenstadt angemeldet. Es kamen deutlich weniger. Einige Gruppen konnten nur in dezimierter Mannschaftsstärke antreten; drei Gruppen hatten ihre Teilnahme gleich ganz abgesagt - um dem Stress auf der Straße zu entgehen.
30-Minuten-Schau
Und so warb Andreas Ilg, der den Reiterumzug auch in diesem Jahr wieder gemeinsam mit Ulrich Ostermann fachkundig moderierte, gleich zu Beginn vor allem um Verständnis. Aufgrund der „besonderen Rahmenbedingungen“ könne es sein, dass das Event in diesem Jahr von der einen oder andere liebgewonnenen Routinen abweiche, warnte Ilg vor. Seine Befürchtung sollte nicht bewahrheiten.
Lediglich die Kürze des Umzugs fiel auf. Nach gerade einmal 30 Minuten war das wunderschöne Rösserschaulaufen in der Innenstadt auch schon wieder vorbei. Aber diese 30 Minuten hatten es zumindest in sich. Dem Publikum, das auch in diesem Jahr - Bauernproteste hin oder her - in erstaunlich großer Zahl den Weg in die Innenstadt gefunden hatte, konnte sich am Montag über viele Stammgäste beim Reiterumzug freuen. Darunter zum Beispiel der Musikverein Dalkingen, der zum 48. Mal beim Ellwanger Reiterumzug an den Start ging. Auch die imposanten Schwedenreiter der Kinderzeche Dinkelsbühl flanierten wieder hoch zu Ross und fröhlich winkend durch die Stadt - obwohl sie am Vormittag noch in Ellenberg im Verkehr festgesteckt hatten.
Der Reiterumzug zum Kalten Markt 2024: Saukalt und ziemlich kurz




„Au revoir, Addio und Ade... 's war schee"
Daneben gab es - wie gewohnt - ganz viel zu sehen, was die Herzen von Pferdeliebhabern höher schlagen lässt. Friesen, Haflinger, Württemberger, viele Isländer und natürlich lustige Mini-Shettys, die bei diesem Umzug einfach nicht fehlen dürfen. Beeindruckend auch die Gespanne, die vorbeizogen, darunter immerhin noch ein Sechsspänner. Und so wurde es am Ende dann doch wieder ein schöner, gelungener Umzug. Das fand auch Moderator Andreas Ilg, der seine bekannte Abschiedsformel deshalb auch nur ganz leicht abwandeln musste. „Au revoir, Addio und Ade... 's war schee - wenn auch etwas kurz.“
