Energie sparen mit dynamischen Stromtarifen ab 2025: So senken Haushalte ihre Stromkosten

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Der Klimaentscheid empfiehlt dynamische Stromtarife in Verbindung mit intelligenten Messsystemen.

Ab 2025 müssen die Engergieversorger dynamischer Strompreise anbieten. Warum das gut für die Verbraucher und fürs Klima ist, erklärt Burkhard Hamer von der Initiative „Klimaentscheid Aalen“.

Aalen Energieversorger müssen ab 2025 verpflichtend dynamische Stromtarife anbieten. Mit deren Nutzung lassen sich Stromkosten in Privathaushalten zum Teil deutlich senken. Burkhard Hamer von der Initiative „Klimaentscheid Aalen“ – Teil der Lokalen Agenda 21 Aalen – zeigt auf, wie mit intelligenter Nutzung elektrischer Geräte mit dynamischen Tarifen zunehmend Geld gespart werden kann. Das Fazit vorneweg: „Der Klimaentscheid empfiehlt dynamische Stromtarife in Verbindung mit intelligenten Messsystemen.“

Wie wird in Deutschland Strom erzeugt und gehandelt?

Derzeit kommen fast 60 Prozent unseres Stroms aus erneuerbaren Energien (EE), PV-Anlagen, Wind, Wasser und Biomasse. Sonne und Wind sind die günstigsten Stromerzeuger, weil nach dem Bau der Anlagen keine Kosten mehr entstehen, bis sie ersetzt werden müssen. Zur Deckung des täglichen bundesweiten Strombedarfs werden zuerst die günstigsten Anbieter genützt, dann werden teurer produzierende Kraftwerke zugeschaltet, je nach Bedarf. Wobei meist zuerst Kohlekraftwerke zugeschaltet werden, erst dann die günstigeren Gaskraftwerke.

Wie kommt der Preis für den Verbraucher zustande?

Berechnet wird er gemäß dem sogenannten „Merit-Order-Prinzip“ (englisch für Reihenfolge der Vorteilhaftigkeit). Das bedeutet: Der Erzeugungspreis für den Strom aus dem zuletzt zugeschalteten Kraftwerk bestimmt den Endpreis für den Verbraucher. Der zu zahlende Strompreis setzt sich aus den Kosten für die Stromerzeugung (44 %), den Netzentgelten (27 %), sonstigen Abgaben wie Stromsteuer oder Konzessionsabgabe (13 %) und der Mehrwertsteuer (ges. 16 %) zusammen.

Welche Preismodelle gibt es?

Festpreis: Preis ist über die Vertragslaufzeit konstant, unabhängig von Schwankungen. Variabler Tarif: unterschiedliche Tag- und Nacht-Preise, Wärmepumpentarif und anderes.

Was ist der dynamische Tarif?

Dynamischer Tarif bedeutet ein variabler Preis. Der Strompreis wechselt stündlich, je nach Marktlage. Einen solchen Tarif müssen alle Stromversorger ab dem 1. Januar mit intelligenten Messsystemen anbieten und umfassend über Kosten und Vor- und Nachteile informieren. Der Preis setzt sich dann zusammen aus einer monatlich fixen Gebühr des Anbieters für Dienstleistungen und Netzentgelte sowie dem verbrauchsabhängigen Preis mit einem festen Bestandteil aus Steuern, Abgaben, Netzentgelten und einem variablen Teil, dem Börsenpreis. Hamer sagt: „Der dynamische Tarif kann stark schwanken, er liegt oft niedriger als der Festpreis, kann aber auch mal höher liegen.“ Durchschnittlich werde er aber in der Regel niedriger liegen. In Zeiten niedrigen Verbrauchs, beispielsweise in der Mittagszeit oder zwischen 2 und 5 Uhr, liege er oft bei 2 ct/kWh oder noch darunter. Genau dann solle man als Verbraucher beispielsweise die Waschmaschine oder die Spülmaschine nützen. In diesen Zeiten werde vor allem grüner Strom ins Netz eingespeist. Verbrauchern rät er auch zum Einbau einer Wärmepumpe mit Pufferspeicher, um günstigen Strom zu speichern. Das Gerät amortisiere sich binnen weniger Jahre.

Für wen lohnt sich der dynamische Tarif?

Für Haushalte, in denen flexible Verbrauchszeiten beispielsweise bei elektrischen Geräten oder das Laden von E-Autos möglich sind oder wo Teile der Familie zu Hause sind. Für Haushalte, die Wärmepumpen mit Pufferspeicher und PV-Anlage nutzen, sowie für umweltbewusste Verbraucher. Zusätzlich helfen Zeitschaltuhren oder Handysteuerungen für das Anschalten von Geräten oder Heizungen. „Mit einer solchen Nutzung wird das Netz auch stabiler, weil Spitzen abgesenkt werden“, so Hamer.

Wo findet man günstige Anbieter?

Es lohnt der Blick in Online-Vergleichsportale. Auch die Aalener Stadtwerke bieten ab 1. Januar einen dynamischen Tarif an.

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