Gegen „rassistische Deportationsfantasien“ - Kundgebung gegen Rechtsextremismus auch in Gmünd geplant

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Bild von einer Demo am Wochenende in Koblenz: In Gmünd soll am Samstag gegen rechtsextreme Umtriebe demonstriert werden.
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Nach den Demonstrationen in den Großstädten wird auch in Gmünd für den kommenden Samstag eine Kundgebung vorbereitet: Was von den Organisatoren geplant ist und welches politische Spektrum beteiligt werden soll.

Schwäbisch Gmünd. Erst ein Stadtrundgang, dann um 12.30 Uhr eine Kundgebung auf dem Johannisplatz: Das „Bündnis Aufstehen gegen Rassismus“ bereitet für kommenden Samstag in Gmünd eine Demonstration gegen Rechtsextremismus vor. „Wenn in unserem Land jetzt wieder über die Deportation von Millionen Menschen nachgedacht wird, in diesem Moment müssen alle aufstehen“, sagt Christian Zeeb vom DGB, einer der Organisatoren. Der DGB hat als Veranstalter die Demo bei der Stadt Gmünd angemeldet.

Orte der NS-Verfolgung

Vor der Demonstration in der Innenstadt soll es zunächst einen Stadtrundgang geben zu Orten in Gmünd, die mit Verfolgung im Nationalsozialismus zusammenhängen. Dazu gehören die Gedenktreppe am Ende der Bocksgasse, Mahnmal am Ort der ehemaligen Synagoge der jüdischen Gemeinde von Gmünd, das Euthanasie-Denkmal an der Grabenallee, das ehemalige Wohnhaus von Alfred und Lina Haag, zwei Verfolgten der NS-Zeit, und das frühere Metallarbeiterheim am Kalten Markt, das 1933 von der SA gestürmt worden war. „Eine weitere Station wird das Flüchtlingsboot am Josefsbach sein“, sagt Christian Zeeb, dort werde auch jemand von „Rainbow Refugees“ sprechen, einer Organisation, die queeren Geflüchteten in Gmünd hilft. Der Stadtrundgang soll um 10.30 Uhr an der Rems-Galerie starten.

"Teilnehmer aller Couleur"

Danach ruft das Bündnis zur Kundgebung um 12.30 Uhr auf dem Johannisplatz auf. „Kommt zur Kundgebung und lasst uns gemeinsam ein starkes Zeichen setzen!“, steht in dem Aufruf. Es gehe darum, "rassistischen Deportationsphantasien" lautstark zu widersprechen.

Im Gmünder „Bündnis Aufstehen gegen Rassismus“ sind vornehmlich Gruppen aus dem linken demokratischen Spektrum vertreten. Für die Demo am Samstag sei es Ziel der Organisatoren, so Christian Zeeb, eine möglichst breite Koalition an Unterstützern zu bilden: „Es ist uns ein sehr großes Anliegen, dass wir Teilnehmer aller Couleur bekommen, von konservativ bis links sollte da jeder auf die Straße gehen. Denn es geht im Wesentlichen darum, unsere Demokratie zu erhalten.“

Weitere Demo am 3. Februar in Aalen

Auch in Aalen wird es eine Demonstration geben, Veranstalter ist das Aalener „Bündnis Aufstehen gegen Rassismus“. Dort soll am Samstag, 3. Februar, das in Aalen ausgegebene Motto gelten: „Wir verteidigen unsere Demokratie!“ Der Demonstrationszug startet um 15 Uhr vom Bahnhofsvorplatz in Richtung Aalener Rathaus, wo um 15.30  Uhr eine Abschlusskundgebung stattfinden soll.Hintergrund der nun organisierten Proteste ist ein Treffen von Rechtsextremen und AfD-Politikern im November in Potsdam, bei dem es um die Idee von „Remigration“ ging. Ort, Inhalt und Teilnehmer der Versammlung hatte Journalisten des Rechercheforums Correctiv aufgedeckt. Laut Correctiv hat dort Martin Sellner, rechtsextremer Autor aus Österreich, drei Zielgruppen solcher Migration weg aus Deutschland genannt: Asylbewerber, Ausländer mit Bleiberecht sowie „nicht assimilierte Staatsbürger“ - potenziell alle Deutschen mit ausländischen Wurzeln.

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