Heilbronn hat sich aufgrund seiner geologisch günstigen Lage im Lauf seiner Geschichte zu einer Weinbaustadt entwickelt. Die Stadt gilt inzwischen aber auch als wichtiger Wirtschaftsstandort. Von großer Bedeutung sind die historischen Bauten der Altstadt.
- Heilbronn wurde erstmals 741 als „Villa Helibrunna“ erwähnt.
- Aufgrund der Industrialisierung hat sich Heilbronn seit dem 19. Jahrhundert zu einem wichtigen Wirtschaftsstandort entwickelt.
- Zu den wichtigsten historischen Bauten zählen die Kilianskirche oder auch das durch Heinrich von Kleist bekannt gewordene Käthchenhaus.
Heilbronn – Mit einer Einwohnerzahl von 128.334 Menschen gilt Heilbronn als die siebtgrößte Stadt des Bundeslandes Baden-Württemberg. Die Lage am Neckar war ausschlaggebend für die Entwicklung zu einem wichtigen Standort für Weinbau sowie Industrie. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Stadtkern nach Luftangriffen stark in Mitleidenschaft gezogen. Nach dem Wiederaufbau locken heute viele wichtige historische Bauten Besucher in die Stadt.
Heilbronn: Geografie, Lage und Stadtgliederung
Heilbronn liegt am Neckar in der Talfläche des Heilbronner Beckens. Die Stadt liegt etwa 50 Kilometer nördlich von Stuttgart, ist ein eigener Stadtkreis sowie der Sitz des Landkreises Heilbronn. Außerdem befindet sich hier das Oberzentrum der Region Heilbronn-Franken, die den Nordosten des Bundeslandes umfasst.
Im Osten der Stadt befinden sich die Ausläufer der Löwensteiner Berge und der Heilbronner Berge, die mit dem Anbau von Wein bewirtschaftet werden. Durch die sich weit ausgedehnten Rebflächen ist Heilbronn damit auch als Weinstadt bekannt. Der höchste Punkt des Stadtgebiets bildet der Reisberg auf der südöstlichen Spitze des Stadtwaldes mit 378 Metern über Normalnull.
Die Stadt selbst ist wiederum in neun Stadtteile gegliedert. Dazu zählen die ehemals selbstständigen Gemeinden Biberach, Böckingen, Frankenbach, Horkheim, Kirchhausen, Klingenberg, Neckargartach und Sontheim. Viele von ihnen wurden in den 1970er Jahren eingemeindet. Gemeinsam mit der Nachbarstadt Neckarsulm bildet Heilbronn inzwischen eine geschlossene Siedlungsfläche.
Heilbronn: Geschichte und Stadtentwicklung
Bereits in der Altsteinzeit (um 30.000 vor Christus) war die fruchtbare Gegend des Heilbronner Beckens von Menschen besiedelt. Die Geschichte der Stadt beginnt allerdings erst im 7. Jahrhundert als auf dem heutigen Stadtgebiet ein fränkischer Königshof errichtet wurde. Heilbronn wurde im Jahr 741 erstmals als „Villa Helibrunna“ erwähnt. Die damalige Siedlung entwickelte sich bis ins 14. Jahrhundert zu einer Reichsstadt, die aufgrund ihrer günstigen Lage zu einem wichtigen Handelszentrum in Südwestdeutschland wurde.
Mitte des 18. Jahrhunderts wurden in Heilbronn prachtvolle Bauten im Rokokostil errichtet. Die Stadt mauserte sich zu einem wichtigen Umschlagplatz für Schlachtvieh. 1802 ging die Stadt schließlich an Baden-Württemberg und entwickelte sich ab dem 19. Jahrhundert nach Stuttgart zur zweitgrößten Industriestadt Baden-Württembergs.
Im Zweiten Weltkrieg wurde die historische Altstadt von Heilbronn durch einen Luftangriff völlig zerstört. In einem Kraftakt wurde diese nach Ende des Krieges wieder aufgebaut. Heilbronn entwickelte sich im weiteren Verlauf des 20. Jahrhunderts zu einem wichtigen Industriestandort.
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Heilbronn: Wirtschaft
Ursprünglich war Heilbronn seit dem 19. Jahrhundert aufgrund seiner Papierindustrie von wirtschaftlicher Bedeutung. Bald schon ging hier mit dem Unternehmen Peter Bruckmann & Söhne eine der größten und modernsten Silberwarenfabriken an den Start. Aber auch Chemie-Unternehmen wurden hier gegründet. Ab Mitte des 20. Jahrhunderts erblühte hier die Halbleiter-Industrie durch den Telefunken-Konzern und auch die Elektro-Industrie nahm an Fahrt auf. Aber auch das Banken- und Versicherungswesen hat in Heilbronn eine große und lange Tradition.
Heilbronn: Kultur und Sehenswürdigkeiten
Heilbronn hat auch in kultureller Hinsicht einiges zu bieten. Von großer Bedeutung ist die Architektur der Stadt. So gilt der Westturm der Kilianskirche mit seinem reformatorischen Bildschmuck als erstes bedeutendes Renaissance-Bauwerk nördlich der Alpen. Ebenso ist der Marienalter von Hans Seyfer ein wichtiger Kunstschatz der Stadt.
Aber auch andere historische Gebäude der Innenstadt erzählen viel von der Geschichte Heilbronns. Unter anderem gilt auch das Käthchenhaus mit seinem Erker als wichtiger Touristenmagnet. Der Namen des Profanbaus aus dem 14. Jahrhundert hatte es im 19. Jahrhundert durch Heinrich Kleists berühmtem Schauspiel „Das Käthchen von Heilbronn“ erhalten.
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt im Überblick
- Kilianskirche
- Rathaus
- Käthchenhaus
- Götzen- und Bollwerksturm
- experimenta
- Deutschhof
- Fleisch-, Gerichts- du Hochzeitshaus
- Hafenmarktturm
- Nikolaikirche
- Schießhaus
- Wartberg
- Trappenseeschloss
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