VonJan Sigelschließen
Der Kocher tritt in Hüttlingen nicht über die Ufer. Dennoch hat die Feuerwehr in den vergangenen Tagen jede Menge zu tun.
Hüttlingen. „Wir haben Glück gehabt“, resümiert Bürgermeisterin Monika Rettenmeier die vergangenen Tage.
Der Stark- und Dauerregen hatte seit Freitag auch in Hüttlingen die Pegel von Schlierbach, Ortsbach und Kocher stark ansteigen lassen – über die Ufer traten sie allerdings nicht. Somit sei die Hochwasserlage in der Gemeinde „lange nicht so dramatisch“ wie im Jahr 2016 gewesen, sagt Rettenmeier. Damals waren in Hüttlingen unter anderem zahlreiche Keller und Straßenzüge sowie das Naturerlebnisbad in Niederalfingen von den Wassermassen regelrecht geflutet worden.
In Hüttlingen stehen vier Keller unter Wasser
Nicht so in diesem Jahr. Dennoch stand bei einigen Hüttlingern das Wasser im Keller oder in der Garage. Vier Mal sei dies am Wochenende der Fall gewesen, sagt Feuerwehrkommandant Fabian Raab. Allerdings hätten die Einsatzkräfte nur einmal eingreifen müssen. „Viele Hüttlinger waren vorbereitet und wussten, was kommen könnte“, meint Raab. Wie hoch der durch das Hochwasser entstandene Sachschaden ist, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden.
Abgesehen von den vier Kellern habe die Feuerwehr in Hüttlingen in den vergangenen Tagen hauptsächlich vorbeugende Maßnahmen getroffen, so der Kommandant weiter. So seien einige neuralgische Punkte im Ort mit Sandsäcken gesichert worden – unter anderem entlang des Kochers auf Höhe der Bachstraße sowie in der Gartenstraße. Ebenso entlang des Schlierbachs in Niederalfingen.
Am Samstag gibt es in Hüttlingen einen kritischen Moment
Einzig am Samstagnachmittag hatte es in Hüttlingen einen kritischen Moment gegeben. Gegen 16 Uhr war der Pegel des Kochers auf Höhe der Kocherbrücke in der Bachstraße aufgrund des Dauerregens auf etwa 1,42 Meter angestiegen – normal sind dort etwa 50 Zentimeter. Dies hatte zur Folge, dass befürchtetet werden musste, dass der Fluss über die Ufer treten und das Ortszentrum fluten könnte. Ein Szenario, das jedoch nicht eintraf: Der Kocher blieb in seinem Flussbett – und sein Pegel sinkt seitdem kontinuierlich. Bereits am Montagmorgen erreichte das Wasser „nur noch“ eine Höhe von 1,26 Zentimeter und gegen Mittag eine Höhe von 1,22 Meter. „Wir sind auf dem Weg zurück zur Normalität“, meint Raab. Hüttlingen sei dieses Mal „mit einem blauen Auge davongekommen“.

