- VonNiklas Schrimpfschließen
Nach über 25 Jahren als Essinger Bürgermeister hat Wolfgang Hofer große Visionen und realistische Bauvorhaben auf der Agenda.
Essingen
Wolfgang Hofer, Essingens Bürgermeister, lud Interessierte zu einer Radrundfahrt durch seine Gemeinde ein. Dass dieser Einladung fast 70 Bürgerinnen und Bürger folgten, zeigte das große Interesse der Öffentlichkeit. Der Startpunkt war die Parkschule. „Die letzten Arbeiten wurden am Freitag abgeschlossen - das Erdgeschoss ist wieder fit für den Schulbetrieb nach den Ferien“, stellte Hofer fest und erklärte, dies sei auch notwendig geworden. In Anbetracht von 75 neuen Fünftklässlern, stoße die bereits mehrfach erweiterte Gemeinschaftsschule an ihre Aufnahmegrenze.
Hofer nannte weitere Pläne für die Schule. Ein Teil sei die geplante Einbettung der Musikschule in den Schulunterricht, um dort der Jugend bereits die Chance zu geben, beispielsweise ein Instrument zu lernen. Lange warten müsse man nicht, für 2024 sei der Baubeginn geplant, auch um die Ganztagsbetreuung aufzuwerten.
Um in Zukunft eine klimaschonendere Beheizung sicherzustellen, wird aktuell an einer Nahwärmeleitung gearbeitet, Teile davon sind an der Parkschule noch sichtbar. Essingen nehme künftig Jahr für Jahr viele Millionen Euro in die Hand, um die Gemeinde klimafreundlicher zu gestalten. Der erste Halt auf der Radrundfahrt war im „Unteren Dorf“, wo der Straßenbelag hergerichtet werden würde. In direkter Nachbarschaft soll es künftig wieder ein Baugebiet in Essingen geben, Brühl II. Eine steigende Bauverdichtung ist ebenso geplant, wie die direkte Implementierung eines Rad- und Verkehrskonzeptes. „Bei der gesetzlichen Wärmeplanung und dem Bau des Nahwärmenetzes sind wir anderen Gemeinden zwei Schritte voraus“, fährt Hofer fort und vermittelt die Infrastrukturprojekte, indem er auch die Entscheidungen des Rathauses erklärt.
Radwege im Blick
An weiteren Haltepunkten auf der Radrundfahrt wurden Veränderungen an der Abwasserkanalisation zum Hochwasserschutz thematisiert oder auch einzelne Wohnbauvorhaben von Mehrfamilienhäusern im Galgenweg-Süd. Charakteristisch für den Bürgerdialog waren auch die Fahrräder, einerseits als Fortbewegungsmittel für die Rundfahrt andererseits auch in Essingens Bauplanung. Der erste Teil der Weiterführung des Radweges vom Ortsteil Forst in Richtung Dewangen stehe kurz bevor, der zweite Teil bis zum Abzweig der Landstraße nach Reichenbach folge direkt. Der Lückenschluss nach Dewangen sei aber Hauptaufgabe der Stadt Aalen und mit Herausforderungen im Grunderwerb verbunden.
Verkehrsplaner Uwe Petry erklärte im Diskurs mit Bürgerinnen und Bürgern seine Ideen für bestehende Infrastruktur, wie beispielsweise eine Piktogrammkette für die Ortsdurchfahrt Essingen. Neubauprojekte würden hingegen genauso berücksichtigt. Laut Hofer seien die Pläne für den B-29-Umbau teils 60 Jahre alt. Die Gemeinde habe hier eingegriffen und dem inzwischen geänderten Mobilitätsverhalten mit Radwegen abgeholfen.
Fragen zur Klinik
In der Radrundfahrt durch das Gemeindegebiet Essingens waren die mitunter kritischen Fragen von Interessierten zentrales Element. Besonders die zum Klinikneubau und der Frage nach dessen Standort. Hintergrund: Im Ostalbkreis soll ein neues, zentral gelegenes großes Klinikum gebaut werden. Essingen käme aufgrund seiner Lage als Standort in Frage. Hofer sieht Essingen bei der Standortwahl „als die Schweiz des Ostalbkreises, wir sind neutrales Gebiet zwischen Gmünd und Aalen“. Erst das Klinikum zu bekommen und in diesem Zuge den Bahnhalt Essingen wieder zu aktivieren, wäre ein großer Fortschritt, betont er. Es sei schon vieles dafür vorbereitet, eine Fläche am Bahnhof für ein Parkhaus zum Beispiel. Ob es dann auch einen „Hofer-Steg“ vom Parkhausdach direkt in die Ortsmitte gebe, lässt der gewitzte Bürgermeister offen. Weiter führte das insgesamt dreistündige Ereignis über den Schnaitberg zurück nach Essingen.
