VonConstantin Blaßschließen
Aalen kommt immer mehr auf den Hund. 2300 Vierbeiner waren es noch 2014, zehn Jahre später sind es rund 20 Prozent mehr – zudem gibt’s einen positiven Nebeneffekt.
Aalen. Rund 2900 Hunde waren in der Kreisstadt Aalen zum Stichtag 31. Dezember 2023 gemeldet. Das bedeutet Gesamteinnahmen durch die Hundesteuer in Höhe von circa 340.000 Euro. So viel waren es noch nie. Im Durchschnitt verdient Aalen pro Hund gut 117 Euro, also neun Euro mehr als die Steuer pro Kalenderjahr für einen Ersthund (108 Euro). Seit Januar 2019 ist die Hundesteuer in Aalen unverändert.
Tierfreunde mit einem weiteren Vierbeiner zahlen 216 Euro für den Zweithund – so wie zum Beispiel auch in Baden-Württembergs Landeshauptstadt Stuttgart. In anderen Bundesländern sind die Preise verschieden, in Köln zum Beispiel kostet jeder Hund stolze 156 Euro, eine Unterscheidung in Erst- und Zweithund gibt es nicht.
Nürnberg verlangt pro Hund 132 Euro. Ein Blick in die direkte Nachbarschaft zeigt: Während Schwäbisch Gmünd seit 2021 126 Euro für den Ersthund und 256 Euro für den Zweithund verlangt, ist Ellwangen mit lediglich 90 Euro und 180 Euro fast schon günstig.
Gefährliche Hunde kosten in Aalen 702 Euro
Richtig teuer wird es für Besitzer von gefährlichen Hunden, für die es Hundesteuermarken für 702 Euro pro Jahr gibt. Davon gibt es in Aalen allerdings nur neun Stück. Jeder weitere gefährliche Hund, im Volksmund auch mitunter Kampfhund genannt, kostet 1404 Euro.
Doch zurück zu den Einnahmen. Was passiert mit den 340.000 Euro in Aalen? Pressesprecherin Karin Haisch teilt mit: „Steuern sind im Gegensatz zu Gebühren und Beiträgen nicht mit einer konkreten Gegenleistung verbunden und fließen in den Gesamthaushalt der Stadt.“
Hundesteuer in Aalen: Was von 340.000 Euro übrig bleibt
Im Umkehrschluss bedeutet dies aber auch, dass Ausgaben für Hunde zum Beispiel für die Unterhaltung und Installation von Hundetoiletten, von denen es 133 Stück in Aalen gibt, unabhängig von der Höhe der Einnahmen durch die Hundesteuer getätigt werden. Und: Von 340.000 Euro bleiben nach Abzug der städtischen Hunde-Kosten nur noch 160.000 Euro übrig.
Hier nicht mit eingerechnet sind zudem die Kosten für die Neubeschaffung oder den Ersatz von alten oder beschädigten Hundeklos. Wünsche nach eigenen, kommunalen Hundeparks erscheinen daher wenig realistisch.
Hundeklos in Aalen sind ein freiwilliges Angebot der Stadt
Eine Hundehalterin, die sich anonym an unsere Redaktion gewendet hat, nimmt dennoch die Stadt Aalen in der Pflicht und kritisiert „fehlende Müllstationen, Mülleimer oder Dog-Stations und deren unregelmäßige und unzuverlässige Leerung“. Ähnliche Vorwürfe gibt es auch immer mal wieder in Schwäbisch Gmünd, obwohl dort rund 800.000 Hundebeutel durch die Kommune eingesammelt werden.
Karin Haisch ordnet ein: „Die Hundeklos sind ein freiwilliges Angebot der Stadt Aalen, das in der Anschaffung 700 Euro pro Station und in der Wartung etwa 1300 Euro jährlich pro Station kostet. Es ist jedoch die Pflicht der Hundehalter, den Kot zu entsorgen, notfalls auch im eigenen Hausmüll.“
