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Der Großkonzern Rolls-Royce hat angekündigt, über alle Gesellschaften hinweg Stellen abbauen zu müssen. Ist davon auch die Tochter Rolls-Royce Power Systems betroffen?
Friedrichshafen/London - Beim Motorenbauer Rolls-Royce Power Systems mit Hauptsitz in Friedrichshafen (Baden-Württemberg) ist durch die Schieflage des britischen Mutterkonzerns bereits seit einiger Zeit eine gewisse Unruhe zu bemerken. Die Mitarbeiter und der Betriebsrat des traditionsreichen Unternehmens fürchteten bereits um den Standort. Bei Rolls-Royce Power Systems um das Kernunternehmen MTU Friedrichshafen läuft es eigentlich rund, der Mutterkonzern mit Sitz in London hat durch die Corona-Pandemie aber gewaltige Einbußen zu verkraften gehabt.
Wie mehrere Medien aus Großbritannien übereinstimmend berichten, will Rolls-Royce Holdings, zu dem Rolls-Royce Power Systems seit 2014 gehört, im Rahmen von Sparmaßnahmen rund 2.000 bis 2.500 Arbeitsplätze abbauen. Der Guardian geht davon aus, dass von dieser Maßnahme vor allem Mitarbeiter des Konzerns in Großbritannien betroffen sein werden. Rolls-Royce beschäftigt aber allein in Deutschland mehr als 10.000 Mitarbeiter.
Stellenabbau bei Rolls-Royce: Konkrete Maßnahmen werden erst erarbeitet
Der Rolls-Royce-Konzern, der aus dem gleichnamigen Luxusautobauer hervorging, mit diesem aber keine Verbindungen mehr hat, produziert hauptsächlich Triebwerke für Großraumflugzeuge und geriet aufgrund der drastischen Einschneidungen im Flugverkehr durch die Corona-Pandemie in eine finanzielle Schieflage. Bereits vor drei Jahren wurde deshalb ein Abbau von rund 9.000 Stellen angekündigt, nun sollen weltweit 2.000 bis 2.500 folgen. Ob auch Rolls-Royce Power Systems Auswirkungen dieser Maßnahme spüren wird, steht derzeit noch nicht fest.
„Es ist derzeit noch zu früh, um sagen zu können, wo der vorgeschlagene Stellenabbau konkret erfolgen wird“, erklärte ein Sprecher des Motorenbauers aus Friedrichshafen auf Anfrage von BW24. „Dies wird in nächster Zeit erarbeitet und dazu arbeiten wir auch mit den Arbeitnehmervertretungen zusammen.“ Mit Ergebnissen sei voraussichtlich im Januar zu rechnen. Rolls-Royce Power Systems stellt hauptsächlich Antriebe für Schiffe, Schienenfahrzeuge, schwere Landfahrzeuge und Industriemaschinen sowie Energieanlagen auf Basis von Dieselmotoren, Gasmotoren und Gasturbinen her.
Rubriklistenbild: © Felix Kästle/dpa

