Rüstige Rentnerin

„Das tut mir richtig gut“: „Karacho-Ursel“ ist 83 Jahre alt und liebt Achterbahnfahren

  • schließen

Achterbahnfahren gegen Schmerzen? Das klingt im ersten Augenblick widersprüchlich. Doch der 83-jährigen Ursula Dees aus Böblingen hilft es. Im Freizeitpark Tripsdrill ist sie daher Stammgast.

Cleebronn - „Ich bin zu alt dafür“ – diese Ausrede lassen sich viele Menschen einfallen, wenn sie einfach keine Lust auf eine Sache oder sogar Angst vor etwas haben. Doch kein Mensch ist zu alt für irgendetwas und manche Dinge tun dem Körper auch oder gerade im höheren Alter gut – den besten Beweis dafür liefert die 83-jährige Ursula Dees, genannt Ursel, aus Böblingen.

Die Rentnerin ist körperlich nicht mehr ganz fit. Ursel braucht unter anderem bereits einen Rollator zum Laufen und leidet an Hüft- und Rückenschmerzen. Während andere in ihrem Alter auf Krankengymnastik als Heilmittel setzen, hat die 83-Jährige eine Lösung für ihr Probleme gefunden, die weitaus mehr Freude bereitet: Ursel fährt Achterbahn.

„Karacho-Ursel“ liebt Achterbahnfahren: „Das tut mir richtig gut“

Im Freizeitpark Tripsdrill ist Ursel bestens bekannt. Jede Woche besucht die Rentnerin den Vergnügungspark und fährt mit den Achterbahnen. Ihre Lieblinge sind die, in denen man kopfüber hängt. Das macht die 83-Jährige aber nicht etwa wegen des Nervenkitzels, sondern weil dadurch ihre Wirbelsäule entlastet wird. „Bei der allerersten Karacho-Fahrt, wo ich über Kopf war, habe ich gemerkt: Das tut mir richtig gut“, erklärt Ursel im Interview mit dem SWR. Vor etwa 10 Jahren ist sie das erste Mal in den Roller Coaster „Karacho“ eingestiegen, inzwischen wird sie im Park liebevoll „Karacho-Ursel“ genannt.

Über 3.200-Mal ist die 83-Jährige mit der Achterbahn „Karacho“ schon gefahren. „Karacho-Ursel“ wird die rüstige Rentnerin deshalb liebevoll im Freizeitpark Tripsdrill genannt.

Unser Baden-Württemberg-Newsletter versorgt Sie regelmäßig mit allen wichtigen News aus dem Ländle. Hier geht es zur Anmeldung.

Die Vorliebe zum Achterbahnfahren wuchs. Sobald der Freizeitpark seine Tore öffnet, ist die rüstige Rentnerin vor Ort. „Ich hab mit der ‚Karacho‘ 3.268 Fahrten gemacht und mit der ‚Hals-über-Kopf‘ 1.700 Fahrten bis jetzt“, erzählt Ursel stolz. „Und ich bin schmerzfrei, ich bin so glücklich“, sagt sie. Die 83-Jährige sei bereits von Sanitätern durchgecheckt worden, doch trotz des Adrenalin-Boost habe es keine Veränderung an ihrem Puls gegeben, erinnert sie sich. In einem „Achterbahn-Tagebuch“ hält die 83-Jährige jede Fahrt mit einem Erinnerungsfoto fest.

„So möchte ich auch im Alter sein“: Netz feiert „Karacho-Ursel“

„Es hilft nichts wie Tripsdrill. Tripsdrill ist das Allerbeste“, findet Ursel. In dem Freizeitpark in Baden-Württemberg ist sie bei den Besuchern bereits zu einer kleinen Berühmtheit geworden, mit der gerne Fotos gemacht werden. Im Netz wird „Karacho-Ursel“ für ihre Vorliebe ebenfalls gefeiert und bewundert. „Die Frau ist einmalig“, schreibt ein User etwa begeistert.

Andere nehmen sich die 83-Jährige zum Vorbild „Die Therapie merke ich mir“ oder „Sehr cool, so möchte ich auch im Alter sein“, kommentieren Nutzer. Vielleicht übernimmt ja bald die Krankenkasse die außergewöhnliche und ganz eigene Schmerztherapie der Rentnerin, scherzt ein anderer. Solange es Ursel helfe und sie glücklich mache, sei es doch ganz egal, ob es eine günstigere Behandlung für ihre Probleme gebe. Auf dass „Karacho-Ursel“ sich auf noch viele weitere Jahre mit ihren geliebten Achterbahnen freuen kann.

Rubriklistenbild: © Screenshot YouTube/SWR Landesschau Baden-Württemberg

Kommentare