Karlsruhe hat aufgrund seiner barock geplanten Architektur den Beinamen Fächerstadt erhalten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie zur „Residenz des Rechts“ auserkoren. Heute ist die Stadt vor allem ein Hotspot für Technologie und Digitalisierung.
- Karlsruhe wurde 1715 durch Markgraf Karl Wilhelm von Baden errichtet.
- Die Stadt ist seit 1951 der Sitz des Bundesverfassungsgerichts.
- 1984 ging an der Universität Karlsruhe die erste E-Mail auf deutschem Boden ein.
Karlsruhe – Mit einer Einwohnerzahl von 308.707 Menschen ist Karlsruhe nach Stuttgart und Mannheim die drittgrößte Stadt in Baden-Württemberg. Die relativ junge Stadtgeschichte nahm 1715 durch die Errichtung des Schlossturms durch Markgraf Karl Wilhelm von Baden seinen Anfang. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich Karlsruhe zu einem wichtigen Standort für innovative Forschung und Technologien.
Karlsruhe: Geografie, Lage und Stadtgliederung
Das Stadtgebiet von Karlsruhe liegt in der Oberrheinischen Tiefebene, wobei der Rhein die westliche Stadtgrenze bildet, an die das Bundesland Rheinland-Pfalz anschließt. Es wird eingefasst vom Osten her mit dem Turmberg sowie den angrenzenden Höhen und den Rand des Hügellandes, welches vom südlichen Kraichgau zum Nordschwarzwald übergeht. Mit einer Gesamtfläche von 173,46 Quadratkilometern steht Karlsruhe sogar auf Platz 30 der deutschen Großstädte. Die Stadt ist der Verwaltungssitz des Regierungsbezirks Karlsruhe und des Landkreises Karlsruhe.
Das Stadtgebiet ist wiederum in 27 Stadtteile gegliedert, die wiederum in acht innere und 19 äußere Stadtteile unterteilt sind. Die Stadtteile Durlach, Wolfartsweier, Hohenwettersbach, Grünwettersbach, Palmbach und Stupferich sind seit Januar 2021 Bestandteil des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord. Mit einer Jahresmitteltemperatur von 11 Grad Celsius zählt Karlsruhe nicht nur zu den wärmsten Städten der Republik, sondern gilt mit einer Sonnenscheindauer von 1.805 Stunden im Jahr auch als eine der sonnigsten.
Karlsruhe: Geschichte und Stadtentwicklung
Historische Funde belegen, dass das Gebiet des heutigen Karlsruhes bereits in der Bronzezeit sowie in der jüngeren Eisenzeit besiedelt war. Im 1. und 2. Jahrhundert nach Christus waren hier auch die Römer ansässig. Eine erste urkundliche Erwähnung erfuhr der älteste Stadtteil Knielingen im Jahr 786. Der Stadtteil Durlach wurde erst Ende des 12. Jahrhunderts als Stadt erwähnt.
Die Geschichte der Stadt Karlsruhe beginnt erst am 17. Juni 1715 mit der Grundsteinlegung des Schlossturms durch Markgraf Karl Wilhelm von Baden. Auf dem strahlenförmigen Grundriss einer Jagdanlage im Hardtwald wurde Karlsruhe als barocke Planstadt errichtet. Vom Schloss selbst führen ringsum 32 Alleen in fächerförmiger Anlage weg, was Karlsruhe auch den Beinamen „Fächerstadt“ einbrachte.
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Nur drei Jahre nach der Grundsteinlegung wurde Karlsruhe die Residenz der Markgrafschaft Baden-Durlach, die im 19. Jahrhundert mit ihrem Aufstieg zum Großherzogtum Baden große Bedeutung erlangte. Während des Zweiten Weltkriegs nahm die politische Bedeutung der Stadt ab. Anfang der 1950er Jahre wurde Karlsruhe jedoch zur „Residenz des Rechts“ auserkoren. Neben dem Bundesgerichtshof nahm auch das Bundesverfassungsgericht seine Arbeit hier auf. 1952 ging Karlsruhe an das neu geschaffene Bundesland Baden-Württemberg über.
Karlsruhe: Innovationsstandort für Wirtschaft und Forschung
Aufgrund renommierter Hochschul- und Forschungseinrichtungen sowie der Ansiedlung wichtiger Technologie-Unternehmen hat Karlsruhe inzwischen eine wichtige Stellung als Hightech- und IT-Standort eingenommen. Am 2. August 1984 schrieb Karlsruhe Geschichte, als an der Universität Karlsruhe die erste E-Mail auf einem deutschen Mail-Server einging. Bis heute bleibt der Ruf Karlsruhes als Innovationsstandort für Wirtschaft und Wissenschaft ungebrochen und hat inzwischen ein globales Netzwerk in den Bereichen Technologie, Digitalisierung, Energie und Klima errichtet.
Karlsruhe: Kultur und Sehenswürdigkeiten
Auch in kultureller Hinsicht hat Karlsruhe einiges zu bieten. Viele Kulturpreise wie der Bambi oder der Hermann-Hesse-Preis sind mit der Stadt eng verbunden. Auch die Theaterszene ist beachtlich. Neben dem Badischen Staatstheater Karlsruhe mit den Sparten Oper, Ballett und Schauspiel sowie dem Jungen Staatstheater gibt es auch eine Vielzahl von Privat- und Amateurtheatern. Die jährlichen Händel-Festspiele Karlsruhe sind inzwischen ein beliebter Publikumsmagnet.
Von besonderer Bedeutung ist das ZKM (Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe). Dabei wurde der denkmalgeschützte Industriebau einer ehemaligen Munitionsfabrik in eine Kulturinstitution umfunktioniert. Es umfasst Ausstellungs- und Veranstaltungsflächen, Archivräumlichkeiten, eine Mediathek sowie eine Bibliothek.
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt im Überblick
- Karlsruher Schloss
- Zoologischer Stadtgarten
- ZKM (Zentrum für Kunst und Medien)
- Alter Schlachthof
- Schloss Gottesaue
- Botanischer Garten
- Durlach (Altstadt, Turmbergbahn, Karlsburg)
- Ludwigsplatz


