Klimaschutz: Mehr PV-Anlagen auf Gebäuden der Stadt Aalen

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Die Turn- und Festhalle Fachsenfeld ist ein städtisches Gebäude. Es erhält im kommenden Sommer ein neues Dach mitsamt einer Photovoltaikanlage darauf.
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Die Stadtverwaltung hat eine Liste mit Dächern erstellt, auf denen Strom erzeugt werden kann. Das sind die nächsten Schritte.

Aalen. Auf städtischen Gebäuden sind Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 1140 kWp (Kilowatt in der Spitze) installiert.

„Das ist ein guter Wert“, sagte Oberbürgermeister Frederick Brütting in der Sitzung des Bauausschusses des Gemeinderats. „Wir wollen aber noch besser werden.“ Auf Antrag der Freien Wähler hat die Stadtverwaltung untersucht, auf welchen städtischen Gebäuden weitere PV-Anlagen installiert werden können.

Viele PV-Anlagen sind in Planung

Mehrere Anlagen sind bereits geplant oder beauftragt. Zum Beispiel auf dem städtischen Bauhof, der Kita in Dewangen oder der Kita in Fachsenfeld. Auf der Liste der „kurzfristig umsetzbaren Potenziale“ steht unter anderem die Feuerwehr Waldhausen/Ebnat, der Altbau der Greutschule und der Erweiterungsbau der Greutschule, die Turnhalle Fachsenfeld sowie der Fachklassentrakt am Kopernikus-Gymnasium Wasseralfingen. Auf der Liste der „mittel-/langfristig umsetzbaren Potenziale“ stehen zum Beispiel das Limesmuseum, das Aalener Rathaus und die Stadthalle.

Die geschätzten Kosten für den Photovoltaik-Ausbau

Für die mittel- und langfristigen Projekte beläuft sich die Kostenschätzung auf rund 4,2 Millionen Euro. Für die kurzfristig umsetzbaren Projekte setzt die Stadt rund 2,6 Millionen Euro an. Für die PV-Anlagen, die bereits geplant oder beauftragt sind, beläuft sich die Kostenschätzung auf rund 1,2 Millionen Euro. In den nächsten vier Jahren sollen weitere Anlagen mit einer Leistung rund 1120 kWp hinzukommen.

Grüne im Aalener Gemeinderat fordern mehr Tempo

Den Grünen geht das nicht schnell genug. Fraktionsvorsitzender Michael Fleischer sprach die Stellungnahme des Klimabeirats an. Das Gremium plädiert dafür, „alle aufgelisteten Projekte bis spätestens 2030 umzusetzen, um die angestrebte Klimaneutralität Aalens bis 2035 maßgeblich zu unterstützen.“ Fleischer sagte: „Dem schließen wir uns an.“ Außerdem ging er auf die Amortisationszeit der Anlagen ein.

Amortisationszeit der PV-Anlagen darstellen

In der Sitzungsvorlage heißt es dazu, dass sich diese Zeit erst aus der Fachplanung ergebe, von vielen Variablen abhänge und daher noch nicht zuverlässig angegeben werden könne. „Da sind wir anderer Meinung“, sagte Fleischer und verwies auf ein Portal des Landes, „wo viele Parameter berechnet werden können“. Er stellte den Antrag, dass die Verwaltung mit einer neuen Vorlage in den Ausschuss zurückkommt, in dieser Vorlage Angabe zu den Amortisationszeiten macht und eine etwaige schnellere Umsetzung sowie deren Finanzierung unter Berücksichtigung der Amortisationszeit darstellt.

Fachkräfte in der Aalener Verwaltung als Flaschenhals

CDU-Fraktionsvorsitzender Thomas Wagenblast sagte, dass seine Fraktion den „raschen und konsequenten Ausbau der Dach-Photovoltaik-Anlagen für einen leicht umsetzbaren Punkt“ auf dem Weg hin zur Klimaneutralität hielten. Er fragte aber: „Wie bekommen wir das hin von der Projektsteuerung her?“ Den schnelleren Ausbau bis 2030, so wie Fleischer ihn beantragt hatte, bat Wagenblast zu prüfen.

OB Brütting: „Nicht verzetteln!“

Oberbürgermeister Frederick Brütting sprach dazu das Thema Fachkräfte in der Verwaltung an. Das sei der „Flaschenhals“. Die begrenzten Ressourcen führten dazu, dass es die Verwaltung bis 2030 „nicht ganz schaffen“ könne, alle Potenziale auszuschöpfen. „Wir dürfen uns nicht verzetteln“, sagte der OB. Der Fokus müsse auf den großen Anlagen auf den großen Dächern liegen. Im nächsten Schritt gelte es, eine Prioritätenliste zu erarbeiten. „Die Prioritätenliste muss sich an der Wirtschaftlichkeit orientieren“, sagte Brütting. „Da ist die Amortisationsrechnung inkludiert.“

Dächer sollen Priorität vor Freiflächen-PV-Anlagen haben

Andrea Hatam (SPD) nannte das Vorhaben „einen sehr großen Schritt“ und sprach sich dafür aus, die Projekte „so schnell wie möglich“ umzusetzen. Sie sagte: „Es kostet, aber es spart uns doch so einiges.“ Sie sprach sich dafür aus, zuerst die Dächer mit PV-Anlagen zu versehen. „Da tut es uns am wenigsten weh.“

Energiespeicher wichtige Frage

Jürgen Opferkuch (Freie Wähler) sieht das ähnlich. „Belegte Flächen vor Freiflächen“, sagte er. Bei der Prioritätenliste sei es wichtig, auf den Eigenverbrauch der Einrichtungen in den jeweiligen Gebäuden zu achten. In dem Zusammenhang sei auch die Frage nach den Energiespeichern eine wichtige. Außerdem fragte Opferkuch nach einer Liste der 41 städtischen Gebäude, die bereits mit PV-Anlagen belegt sind, „damit man das vergleichen kann“. Generell sei es wichtig für die Stadt, bei dem Thema voranzugehen und so als Vorbild zu fungieren.

Aalener Unternehmen ziehen mit

Oberbürgermeister Brütting lobte dazu mehrere Aalener Unternehmen, die PV-Anlagen auf ihren Dächern planen. Ihm zufolge wird bei Mapal gerade eine Anlage installiert, bei Omega Sorg soll demnächst eine installiert werden und von RUD gebe es Signale, dass es dort ebenfalls bald geschehen könnte.

Einstimmig beauftragte der Ausschuss am Ende die Verwaltung, nun eine Prioritätenliste für den weiteren Ausbau der PV-Anlagen auf städtischen Gebäuden zu erstellen. Diese Liste soll zu den Beratungen zum Haushalt für 2025 vorgelegt werden. Das geschieht voraussichtlich im Herbst dieses Jahres.

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