Kliniken: Die Versorgung im Notfall ist das große Thema

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Bürgerdialog in Aalen
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Was die Besucherinnen und Besucher des Bürgerdialoges zur Zukunft der Kliniken im Ostalbkreis in der Aalener Stadthalle bewegt.

Aalen

Wie soll das Zukunftskonzept für die Kliniken im Ostalbkreis aussehen? So wie der Ostalbkreis derzeit aufgestellt ist, so kann es nicht weitergehen - wegen der Kosten und weil Personal fehlt. Darüber herrscht zumindest bei Landrat Dr. Joachim Bläse und dem Vorstand der Kliniken Ostalb, Professor Dr. Ulrich Solzbach, Einigkeit - und auch der Kreistag, das entscheidende Gremium, sieht das in großer Mehrheit so. Geht es nach ihnen, dann sieht die Zukunft so aus: Ein neues, zentrales Krankenhaus wird irgendwo zwischen Aalen und Essingen gebaut. Die Stauferklinik in Mutlangen und die Ellwanger Virngrundklinik wurden in diesem Konzept eingedampft auf Häuser, die eine Grund- und Notfallversorgung anbieten. Bopfingen erhält ein Gesundheitszentrum. Und das Ostalb-Klinikum in Aalen wäre dann Geschichte. Wie sehen das die Bürgerinnen und Bürger in Aalen? Sich an der Diskussion zu beteiligen, dazu waren diese eingeladen in die Aalener Stadthalle.

Rund 100 Menschen waren dazu gekommen. Man hatte mehr erwartet. In Schwäbisch Gmünd war es beim Bürgerdialog dort 120 Besucher gewesen, in Bopfingen 80. Einer war Christof Wieland, der gekommen war, um sich zu informieren - und mit der Meinung kam, dass es ihm am liebsten wäre, wenn alles so bliebe, wie es ist. Jedoch sei, so seine Befürchtung, „alles schon entschieden“.

An den Themeninseln

An verschiedenen Themeninseln können die Besucher Fragen stellen. Ein Aalener adressiert an die Pinnwand bei Klinikchef Professor Solzbach die Kritik, dass „nur kreisweit gedacht“ und nicht über den Tellerrand hinaus geschaut werde, etwa nach Schwäbisch Hall oder Nördlingen. Davor ist Solzbach im Gespräch mit zwei Frauen, wirbt für das Konzept einer Bündelung der medizinischen Kompetenzen. Nur so sei es möglich, ein Krankenhaus mit Leuchtturmcharakter zu erhalten. „Einleuchtend“ findet dies eine der Frauen. Die andere hält sich noch zurück mit einer Bewertung. Wichtig sei aber, so sagt die eine, „dass es eine gute Versorgung für die kleinen, normalen Fälle“ gebe - und zwar für den gesamten Ostalbkreis.

Überhaupt ist dies das große Thema - an allen Themeninseln. Dass sich die Menschen wünschen, im Notfall gut versorgt zu werden. Das sagen sie den Medizinern, den Finanzfachleuten und auch den Bauexperten, die für Fragen bereitstanden. Und weil bislang noch nicht klar ist, welche Leistungen beim Regionalversorgerkonzept künftig in den dann kleineren Krankenhäusern in Mutlangen und Ellwangen angeboten werden, gab es dazu auch die meisten Fragen - und an den Themeninseln dazu eher ausweichende Antworten.

Teilentscheidungen möglich

Im Gespräch mit der SchwäPo wird Landrat Bläse im Nachgang sagen, dass die Arbeitsgruppe, die sich mit dem Thema Notfallversorgung beschäftige, sicher die sei, auf die besonders stark geschaut werde. Und dass die Unklarheit auch daran liege, dass noch nicht sicher sei, was derzeit beim Bund und beim Land geplant werde. Dennoch werde der Kreistag in der Lage sein, das Verfahren weiterzubringen und im Sommer zumindest „Teilentscheidungen zu treffen“.

Zwei, die sich schon eine Meinung gebildet haben, sind Luis Prohaska und Kevin Erath vom neu gebildeten Jugendgemeinderat in Aalen, die gekommen waren, um Experten zu hören. „Wenn ein Krankenhaus gut ist und auch gut zu erreichen, dann ist das besser als drei so halblebige Dinger“, sagt etwa Prohaska. Auch bei Erath geht „die Tendenz in Richtung Regionalversorger“.

Ökologische Gesichtspunkte

Am Stand von Personalvorständin Sylvia Pansow wird viel darüber diskutiert, wie die Bedingungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbessert werden können. Überhaupt sei die Personalfrage die wichtigste, sagte dort Peter Kuch, der sich daher klar für den Erhalt und den Ausbau des Ostalbklinikums zum Regionalversorger ausspricht - auch wegen der guten Erreichbarkeit. Aus einem anderen Grund ist Claudia Dietrich für den Erhalt des Aalener Klinikums. Sie gehört der Gruppe Klimaentscheid Aalen an und kritisiert, bei einem Klinikbau auf der „grünen Wiese“ würde es zu einem großen Flächen- und Ressourcenverbrauch kommen. Sie hat ein Schreiben mit dabei, dass sie an die Pinnwand bei der Themeninsel von Finanzvorstand Thomas Schneider klebt.

Alles wird gesammelt

Nach gut eineinhalb Stunden leert sich die Stadthalle. Moderator Frank Ulmer sieht in seinem Fazit das Thema Notfallversorgung als zentral an - und erklärt den Besuchern zum Schluss, alle Anregungen und an die Pinnwände geklebten Vorschläge und Hinweise würden gesammelt und dem Kreistag vorgestellt, damit er diese in die Entscheidung einbeziehen kann.

Christof Wieland geht - überzeugt hat ihn das Konzept des Regionalversorgers nicht. Aber er hat viel erfahren, räumt er ein.

Professor Dr. Ulrich Solzbach im Gespräch beim Bürgerdialog in der Stadthalle.
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