Kliniken Ostalb: Weniger Betten bedeuten weniger Kosten

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Blick auf das winterliche Ostalbklinikum.
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Das geplante zentrale Großklinikum im Ostalbkreis wird günstiger, weil weniger Betten vorgesehen sind als in einem ersten Konzept. Wie dies in Aalen und Essingen bewertet wird.

Aalen. Die Nachricht, dass nach jüngsten Zahlen ein zentrales Großklinikum auf der grünen Wiese doch deutlich günstiger wird als bislang angenommen, hat für eine Überraschung in Aalen gesorgt. Durch Recherchen der Gmünder Tagespost und der SchwäPo war bekannt geworden, dass die „Grüne-Wiese-Lösung“ offenbar zwischen 600 bis 650 Millionen Euro kosten soll – bislang standen 1,2 Milliarden Euro im Raum. Grund ist nach Angaben aus dem Landratsamt eine verringerte Bettenzahl.

Brütting sieht Vorteile für Aalen

Die Broschüre zum Ausbau des Klinikstandortes des Ostalbklinikums.

Der Aalener Oberbürgermeister Frederick Brütting hatte sich bereits am Donnerstagabend gemeldet – und legt am Freitag nach. „Aalen wurde nicht informiert“, sagt er in Bezug auf die Reduzierung der Bettenzahl des künftigen Großklinikums, der Regionalversorger genannt wird. und weiter: „Das lässt aufmerken.“ Brütting aber wertet die neue Vorgabe mit nur noch rund 610 Betten als „richtig positiv“ für die von Aalen vorgeschlagene Kombilösung, die Weiterentwicklung des Ostalb-Klinikums. Denn dort könne so „eine erhebliche Zahl“ der bestehenden Bettenkapazität weitergenutzt werden. Der Bettentrakt im Bereich der Frauenklinik sei erst zehn Jahre alt und könne weiter genutzt werden, ebenso weiter genutzt werden könne das Klinikhotel, das 14 Jahre alt ist. Das senke „erheblich die Kosten“. Insgesamt sieht Brütting Vorteile für den Aalener Vorschlag. Er werde nun bei Landrat Dr. Joachim Bläse nach den genauen Zahlen nachfragen. „Und dann passen wir unser Konzept entsprechend an“, so Brütting.

Hofer sieht Vorteile für Essingen

Auch der Essinger Bürgermeister Wolfgang Hofer meldet sich in der Sache zu Wort. Aufgrund der nun kursierenden Zahlen schätze er die Chancen, das Essingen Klinikstandort wird, größer ein. Allerdings betont er gleichzeitig, dass letztlich der Kreistag auf Grundlage von Fakten eine Entscheidung treffen werde – zum Wohl der Bürger im gesamten Kreis. Die vom Projektbüro Isin genannten Zahlen für das Modell „Kombilösung“ in Aalen halte er derweil dennoch „für völlig falsch“. Belastbare Zahlen könnten aus seiner Sicht erst dann feststehen, wenn es eine konkrete Planung gibt.

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