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Michael Länge
Bea Wiese
Jürgen Steck
Alexandra Rimkus
Für Brütting ist Gutachten „nicht überraschend“. Arnold und Eßwein begrüßen Standortempfehlung. Endgültige Entscheidung trifft der Kreistag.
Gmünd / Aalen / Ellwangen. „Die Vernunft hat gesiegt.“ So bewertet Gmünds Oberbürgermeister Richard Arnold die Empfehlung der Endera Management Beratungsgesellschaft. Diese hatte sich für einen Neubau eines Zentralklinikums auf der „grünen Wiese“ und gegen den Standort Ostalbklinikum in Aalen ausgesprochen. Er sei dankbar, das Landrat Dr. Joachim Bläse diese Frage mit der Endera GmbH „von außen“ und „objektiv“ untersuchen ließ, sagt Arnold. Die Idee, am Standort des Ostalbklinikums in Aalen ein Zentralklinikum anzusiedeln, habe sich als schwierig gestaltet, sei zu umständlich, sagt Arnold. Auch der Vorschlag einer Kombilösung von Aalens Oberbürgermeister Frederick Brütting sei „keine Lösung für den Kreis, allenfalls für die Stadt Aalen“. Er sage nochmal, erklärt Gmünds OB: „Bis Essingen und keinen Millimeter weiter“. Insgesamt werde noch viel Zeit ins Land gehen. Nun komme es darauf an, das Defizit der Kliniken runterzufahren. Die Defizite der Kliniken gingen zu Lasten der Haushalte der Kommunen. Für Gmünd bedeutet dies mehrere Millionen Euro.
Ähnlich wie Arnold bewertet Mutlangens Bürgermeisterin Stephanie Eßwein die Empfehlung der Beratungsgesellschaft. Sie sei beruhigt, „dass das Ostalbklinikum raus ist“, sagt Eßwein. Ein Zentralklinikum sei, entgegen anfänglicher Skepsis, für sie inzwischen in Ordnung, „doch es wäre ein großer Graus gewesen, wenn dieses ins Ostalbklinikum gekommen wäre“. Ob das Ostalbklinikum endgültig vom Tisch sei, entscheide zwar der Kreistag, doch sie sei „froh über die Ausgangsposition“ für diese Entscheidung, die sich durch die Wertung der Endera Beratungsgesellschaft ergibt. Auch sei die von Brütting vorgeschlagene Kombilösung vom Tisch. Nach wie vor sei für sie von Gmünd kommend Essingen die Grenze in Bezug auf die Erreichbarkeit, sie spreche dabei auch für den Schwäbischen Wald, sagt Eßwein.
Für Aalens OB ist das Ergebnis des Endera-Gutachtens „nicht überraschend“. „Wir hätten gerne die Kombilösung mit dem Gutachter erörtert“, sagt Brütting. Diese Bitte habe die Landkreisverwaltung abgelehnt. Der Gutachter habe somit keine Gelegenheit gehabt, Aalens Sichtweise kennenzulernen. Brütting räumt jedoch ein, dass der Gutachter insofern recht habe, „wenn er eine Sanierung des Ostalbklinikums im Bestand für nicht sinnvoll erachtet“. „Deswegen sollte die Idee einer OP-Sanierung bei laufendem Betrieb nicht weiterverfolgt werden“, sagt Brütting. Aus betrieblichen und finanziellen Gründen sei ein Neubau der zentralen Bereiche dem in jedem Fall vorzuziehen. In den letzten Monaten, so Brütting, sei doch eines klar geworden: „Wir haben weder die Zeit noch das Geld für Luftschlösser auf der grünen Wiese.“
Ellwangens OB Michael Dambacher hält sich mit einem Urteil zum Endera-Gutachten noch zurück. „Das ist aktuell ein ganz offener Prozess.“ Gleichwohl stellt Dambacher fest, dass es für Ellwangen nicht unerheblich sein wird, wo der künftige Regionalversorger seinen Standort haben wird – in Aalen oder, wie es das Gutachten vorsieht, bei Essingen. „Die Frage der Erreichbarkeit bleibt für uns weiterhin von zentraler Bedeutung.“ Der Osten dürfe auf keinen Fall abgehängt werden. Die Gefahr sieht Dambacher nach wie vor. Denn: Niemand könne vorhersagen, wie lange sich der Landkreis einen Regionalversorger (in Aalen oder Essingen) sowie zwei kleinere Satellitenkrankenhäuser in Ellwangen und Mutlangen leisten kann. Grundsätzlich stehe er einem Neubau eines Regionalversorgers aber aufgeschlossen gegenüber. „Die Argumentation des Gutachtens kann ich nachvollziehen“, sagt Dambacher. Eine umfassende Sanierung des Ostalbklinikums im laufenden Klinikbetriebs sei eine Herkulesaufgabe. mil, bea, jhs, rim








