VonMartin Simonschließen
Wie weit ist der Kreis beim Regionalversorgerneubau? In welche Richtung geht es inhaltlich und warum hat Essingen noch nicht alle Grundstücke? Viele Fragen hatte der Klinikimmobilien-Ausschuss.
Aalen. Wie ist der Sachstand beim Neubau der Regionalversorgerklinik am Standort Essingen? Darum ging es in der konstituierenden Sitzung des Betriebsausschusses Klinikimmobilien am Dienstagabend.
Das Fazit von Landrat Dr. Joachim Bläse: „Wir liegen noch im Plan.“
Der Vorstandsvorsitzende der Kliniken Ostalb, Christoph Rieß, hatte dem Gremium Einblicke in den Zeitplan gegeben. Demnach dauere die Phase der Projektentwicklung noch bis Mitte 2025.
Das neue Medizinkonzept gibt die Richtung für die Zukunft vor
Wie Landrat Dr. Bläse betonte auch Rieß die Bedeutung des Medizinkonzeptes für die weitere Entwicklung. Ohne ein vom Kreistag beschlossenes Medizinkonzept werde die Landesregierung erst gar nicht in die Verhandlungen mit dem Landkreis über einen neuen Regionalversorger treten, beantwortete der Landrat eine entsprechende Frage des Freie-Wähler-Fraktionschefs Peter Traub.
Hier grätschte Volker Grab, „grüner“ Bürgermeister in Ellwangen, dazwischen. Dass ein Konzept zwingend beschlossen werden müsse, sei klar, jedoch gehe es darum, welches.
„Wir müssen das richtige Konzept beschließen“, forderte Grab und hat dabei wohl das Ellwanger Klinikum im Hinterkopf.
Das Land prüft das Ostalb-Konzept dann etwa zwölf Wochen lang
Rieß blickte auf die Bedeutung des Konzeptes für das weitere Vorgehen. Das Medizinkonzept ergebe ein abstraktes Raum- und ein Funktionsprogramm.
Es definiere die Gesamtausrichtung, unter anderem, wie viele Betten es, wo geben werde, welche Arten von Operationen wo angeboten werden sollten, wie gearbeitet wird, ob und wie Roboter zum Einsatz kommen können und sollen, „einfach alles“, fasst er zusammen.
Das Land prüfe dieses Konzept. Etwa zwölf Wochen dauere dies.
„Erhalten wir dann ein Go aus Stuttgart, können wir damit starten, Architekten und andere Planer zu finden“, sagte Rieß.
26 Fachplaner sind für den Neubau der Regionalversorgerklinik nötig
Insgesamt 26 verschiedene Fachplanungsgewerke seien zu erledigen.
Parallel dazu müssten Baurecht, Genehmigungs- und Förderungsverfahren bearbeitet werden, umriss Rieß die gewaltige Aufgabe. Auch die Frage, ob mit einem Einzel- oder einem Generalplaner gearbeitet werden soll, sei zu klären.
Für solche Gesamtkonzepte gebe es Spezialisten, „Projekt-Steurer“. Rieß denkt dabei an ein Dreigestirn – „einen Architekten, einen technischen Ingenieur und einen Betriebsorganisationsspezialisten“.
Im weiteren Verlauf werde auch der Betriebsausschuss Klinikimmobilien stark eingebunden: Hier soll ein Lenkungsausschuss etabliert werden.
Essingen fehlen noch einige nötige Grundstücke
Aalens Oberbürgermeister Frederick Brütting (SPD) wollte wissen, ob der Landkreis Verzögerungen fürchte, weil in Essingen nicht alle Besitzer die für den Neubau notwendigen Grundstücke verkauft hätten. Essingen habe ein Baulandumlegungsverfahren angestrengt, „und diese Verfahren dauern oft sehr lange", sagte Brütting.
Landrat Dr. Bläse bestätigte, dass Essingen im Oktober tatsächlich ein solches Verfahren gestartet habe. Der Landrat, wie danach auch Kreis-Finanzdezernent Karl Kurz sind aber zuversichtlich, dass das Projekt dadurch nicht behindert wird.
Die Kreisverwaltung stehe in ständigem Austausch mit der Gemeinde Essingen, alle zwei bis drei Wochen gebe es Gespräche, sagte Kurz. Ja, diese Verfahren seien zeitintensiv, ja, sie hinderten auch, „aber nicht in allen Bereichen“, sagte Kurz.
Bläse wies darauf hin, dass es noch Jahre dauere, bis die Umsetzung des Regionalversorgers es erfordere, dass alle Grundstücksfragen geklärt seien. „Essingen hat uns zugesagt, dass es die Grundstücke aufbieten wird“, ist Bläse zuversichtlich. Essingen sei aber derzeit bereits beim Baurecht gefordert.
Die stellvertretenden Vorsitzenden des Betriebsausschusses wurden gewählt
Eingangs der Sitzung hatte das Gremium bei zwei Enthaltungen Stephanie Eßwein (CDU) zur ersten und Herbert Witzany zum zweiten stellvertretenden Vorsitzenden des Betriebsausschusses gewählt. Vorsitzender ist Landrat Dr. Joachim Bläse.

