VonMartin Simonschließen
Bei den Kommunalwahlen am 9. Juni 2024 wird ein neuer Kreistag gewählt. Wer tritt dabei wieder an, wer hört auf und wer kommt neu dazu ins Gremium? Hier gibt es Antworten von CDU, Freien Wählern, Grünen und der AfD.
Aalen. Am 9. Juni 2024 laufen die Kommunalwahlen, dabei wird auch ein neuer Kreistag gewählt. Wie steht es bei den Parteien? Wir geben einen Überblick und spekulieren auch ein wenig.
SPD Ostalb: Für die SPD erklärt Fraktionssprecherin Dr. Carola Merk-Rudolph, dass alle, die bislang der SPD-Fraktion angehören, wieder antreten wollen bei der Wahl im Juni. Darauf habe man sich schon früh verständigen können. Zudem seien weitere Kandidatinnen und Kandidaten auf den Listen, die sicherstellten, „dass wir den gesamten Querschnitt der Gesellschaft widerspiegeln“ – auch Neulinge seien dabei, allesamt beseelt von der Idee, „sich einzubringen für den Ostalbkreis“. Die SPD ist nach CDU und Bündnis 90/Die Grünen die drittgrößte Fraktion im Kreistag des Ostalbkreises - sie teilt sich Platz drei mit den Freien Wählern. Der Fraktion gehören neben Dr. Carola Merk-Rudolph an Thilo Rentschler, Frederick Brütting, Sigrid Heusel, Herbert Hieber, Mario Capezzuto, Peter Gangl, Andrea Hatam, Wolfgang Leidig, Egon Ocker, Bernhard Richter und Gabi Schindelarz.
Der Status: Bislang hat die SPD im Kreistag 12 Sitze. Sie hatte bei der Wahl im Jahr 2019 16,6 Prozent der Stimmen holen können.
Freie Wähler Ostalbkreis: Alle Fraktionen haben wir angeschrieben, am schnellsten geantwortet hat der Chef der Freien Wähler, Peter Traub. „Bei den ‚Freie Wähler Ostalbkreis‘ wird es einen gewissen Generationenwechsel geben“, sagt er. Die erfahrenen Kreisrätinnen und Kreisräte Karl Hilsenbek, Jürgen Opferkuch, Bernhard Ritter, Gerd Dannenmann, Heidi Borbély, Josef Bühler und Sarah Ingrid Heide werden nicht mehr für die Kreistagswahl kandidieren.
Die Freien sind dabei, Kandidatinnen und Kandidaten zu nominieren. Einer davon will der bisherige FDP-Kreisrat Manuel Reiger werden. Er habe die FDP im Sommer 2023 verlassen und gehe nun bei den Freien Wählern im Bereich Härtsfeld ins Rennen, sagt er auf Anfrage.
Der Status: Bislang zählt die Fraktion Freie Wähler im Kreistag zwölf Sitze, sie hatte bei der vergangenen Wahl 12,5 Prozent der Stimmen geholt.
Bündnis 90/Die Grünen: Kreisrat Bennet Müller ist Geschäftsführer der Grünen-Kreistagsfraktion. „Da wir die mit Abstand jüngste der größeren Fraktionen im Kreistag sind, werden viele Kreisräte weitermachen. Aufhören werden aber Elmar Hägele aus Schwäbisch Gmünd und Hubert Thalheimer aus Rosenberg. Alle anderen möchten nochmal kandidieren“, schreibt er.
„Wir wollen unsere Liste vielfältig befüllen mit jüngeren und erfahren Bewerbern und vielen Kandidatinnen und Kandidaten, die aus der Mitte der Gesellschaft kommen“, fügt Müller hinzu. Wer das sein wird, darüber wird bei Aufstellungsversammlungen entschieden, die seit 3. Februar und noch bis 2. März in den einzelnen Wahlkreisen laufen.
Der Status: Bislang zählt die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen 13 Sitze. Dies ist Resultat von 18,6 Prozent der Stimmen bei der vergangenen Kreistagswahl.
Alternative für Deutschland AfD: Eine zentrale Aufstellungsversammlung hat die AfD Ende Januar absolviert, wie deren Pressereferent Rene Hegel auf Anfrage mitteilt. Demnach habe die AfD dabei 77 Kandidatinnen und Kandidaten für die Kreistagswahl nominiert. Genug Personal also, denn die Partei sieht sich stark im Aufwind.
Bei den Spitzenkandidaten in den Wahlkreisen habe die Versammlung auf bekannte Gesichter gesetzt, schreibt Rene Hegel. So seien für den Wahlkreis Aalen Chris Hegel; für den Wahlkreis Schwäbisch Gmünd der Landtagsabgeordnete Ruben Rupp; für den Wahlkreis Ellwangen Kreisrat Dr. Frank Gläser; für den Wahlkreis Virngrund Kreisrat Andreas Grimm; für den Wahlkreis Härtsfeld-Ries Andreas Lachnit; für den Wahlkreis Abtsgmünd-Leintal-Frickenhofer Höhe Michael Hartmann; für den Wahlkreis Albuch-Rosenstein Kreisrätin und Kreistagsfraktionschefin Susanne Mützel und für den Wahlkreis Schwäbischer Wald-Lorch-Waldstetten Rene Hegel jeweils auf Listenplatz 1 gewählt worden.
Der Status: Die AfD hat bei der vergangenen Kreistagswahl 6,5 Prozent der Stimmen erzielt. Das ergab fünf Sitze. Weil aber Wolfgang Wacker aus der Fraktion ausgetreten ist und sein Mandat weiterführt, hat die AfD bislang nur vier Sitze inne.
Die CDU verliert einige Stimmenbringer
CDU, SPD, FDP und die Partei die Linke befinden sich in Sachen Kreistagswahl offensichtlich noch in der Findungsphase. Klar ist aber, der CDU gehen wichtige Stimmenbringer verloren. Landrat Dr. Joachim Bläse war Stimmenkönig bei Kreistagswahlen. Er kann nun keine mehr holen. Aalens Ex-Bürgermeister Dr. Eberhardt Schwerdtner, ebenfalls ein Stimmengarant, tritt aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr an. Und Inge Birkhold liegt mit der CDU im Clinch. CDU-Kreistagsfraktionschef Dr. Gunter Bühler hätte sie wohl gerne auf der Liste, aber dazu müsste die Aalener CDU mit Thomas Wagenblast an der Spitze den Weg freimachen und natürlich müsste auch Inge Birkhold dies wollen. Tendenz: Das wird wohl eher nix.
Dem Vernehmen nach werden die aktuellen CDU-Kreisrätinnen und Kreisräte Daniela Dinser, Georg Ruf, Karl Bux, Nikolaus Ebert, Manfred Fischer, Dr. Peter Högerle und Wendelin Schmid nicht mehr kandidieren. Die Nominierungsversammlungen bei der CDU laufen, Mitte März herrscht dann Klarheit.
Der Status: Die CDU hat bislang 26 Sitze im Kreistag. Bei der vergangenen Wahl erzielte die Partei 35,1 Prozent der gültigen Stimmen.
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels war die SPD-Fraktion nicht dabei.
