VonDominik Grillschließen
Wer für den nächsten Wanderausflug nach neuen Destinationen sucht, könnte in Deutschlands größtem Canyon fündig werden, der sich in Baden-Württemberg befindet.
Wutachschlucht - Baden-Württemberg ist die Heimat zahlreicher Rekorde. Der höchste Kirchturm der Welt steht im Ländle, genauso wie das älteste Fachwerkhaus Deutschlands und auch der erfolgreichste Blitzer der Bundesrepublik. Doch nicht nur den fleißigen Händen der Badener und Schwaben hat das Bundesland eine Vielzahl an Bestleistungen zu verdanken. Auch die Natur in Baden-Württemberg ist immer wieder schwer rekordverdächtig.
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Die Wutachschlucht im Schwarzwald ist Deutschlands größter Canyon
So wartet der Schwarzwald (das größte Mittelgebirge Deutschlands) mit dem größten Canyon des Landes auf. Die Rede ist von der Wutachschlucht, die über 30 Kilometer dem wildromantischen Lauf der Wutach folgt. Die engen Kehren des Flusses und die reiche Pflanzenwelt, die die Ufer säumt und sich regelmäßig mit schroffen Felsen abwechselt, machen die Schlucht zu einem der schönsten Ausflugsziele im Schwarzwald. Kein Wunder also, dass das Gebiet zahlreiche Touristen anlockt und mitunter hochfrequentiert ist. Dennoch finden Wanderer immer wieder Plätze in dem weitläufigen Tal, auch etwas abseits der Hauptwege, um die wilde Natur in aller Ruhe zu genießen.
Trotzdem gilt natürlich, sich an die Regeln zu halten, denn die Wutachschlucht ist ein Naturschutzgebiet. Allein 500 verschiedene Schmetterlingsarten und rund hundert Vogelarten sind hier beheimatet. Zusammen mit den zerklüfteten Tälern, rauschenden Wasserfällen und Wildflüssen bietet sich den Besuchern ein einzigartiges Naturspektakel, dessen Ursprünge mehrere Millionen Jahre zurückliegen. In stetiger Feinarbeit grub die Wutach eine bis zu 170 Meter tiefe Schneise durch die Baarhochebene zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb. Damit gilt die Schlucht als größter Canyon in ganz Deutschland. Dennoch ist sie, in Erdzeitaltern gesprochen, vergleichsweise jung, was der Grund für die ungewöhnlich große Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten ist.
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Ganz schön gefährlich: Bei all der Naturidylle sollte die Wutach nicht unterschätzt werden
Doch das Gewässer kann auch anders, als nur still und leise den Fels abzugraben. Wenn die Wutach nach heftigen Regenfällen oder der Schneeschmelze im Frühjahr über die Ufer tritt, macht sie ihrem Namen alle Ehre und entreißt den Wanderern Stock und Stein. Überschwemmte Wege und gesperrte Brücken sind die Folge und machen das Tal für einige Tage und mitunter auch Wochen unpassierbar. Einer, der das Gemüt des Flusses kennt, wie wohl kein zweiter, ist Martin Schwenninger. Der sogenannte Wutach-Ranger machte vor fast 20 Jahren seine Faszination für die Natur zum Beruf und schaut seither nach dem Rechten in der Schlucht. Auf seinem Twitter-Account informiert er regelmäßig über die Wetterbedingungen und die Begehbarkeit der Wege.
Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.
Die Wege in der Wutachschlucht bleiben teilweise unter Wasser pic.twitter.com/dBOUibiqnS
— Martin Schwenninger (@Wutachranger) November 19, 2023
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Auch auf die wohlverdiente Brotzeit muss in solchen Fällen meist verzichtet werden. Das Gasthaus Schattenmühle, das im Herzen der Schlucht liegt und neben einem Biergarten auch eine Sonnenterrasse zu bieten hat, dürfte dann genauso geschlossen haben wie die Wutachmühle. Letztere ist ein kleiner, aber feiner Imbiss in einer Blockhütte am Ende der Wutachschlucht. Es ergibt also Sinn, vorab den Wutach-Ranger zu konsultieren, damit diesem einzigartigen Naturerlebnis nichts mehr im Wege steht.
Rubriklistenbild: © Patrick Seeger/dpa/dpa-tmn

