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Mannheim: Quadratestadt im Herzen der Rhein-Neckar-Region

Mannheim wurde bereits im 17. Jahrhundert als „Quadratestadt“ angelegt. Im 18. Jahrhundert erblühte sie als Residenzstadt der Kurfürsten. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt zu einem wichtigen Industriestandort.

  • Mannheim wurde bereits 766 urkundlich erwähnt.
  • Im 18. Jahrhundert wirkten hier zahlreiche bedeutende Künstler wie Goethe, Schiller oder auch Mozart.
  • Der Industriestandort kämpft seit Jahrzehnten mit einem tiefgreifenden Strukturwandel.

Mannheim – Mit einer Einwohnerzahl von 315.554 Menschen ist Mannheim nach Stuttgart und vor Karlsruhe die zweitbevölkerungsreichste Stadt Baden-Württembergs. Die Stadt blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Die Lage zwischen Rhein und Neckar machte Mannheim vor allem ab dem 19. Jahrhundert attraktiv für die Ansiedlung bedeutender Industrien. Inzwischen hat aber der Dienstleistungssektor an Fahrt aufgenommen.

Mannheim: Geografie, Lage und Stadtgliederung

Mannheim liegt im Dreiländereck Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen, wo der Neckar in den Rhein mündet. Von seiner rheinland-pfälzischen Nachbarstadt Ludwigshafen ist es gerade einmal durch den Rhein getrennt. Die Stadtteile Mannheims verteilen sich wiederum auf der rechten Rheinseite zu beiden Seiten des Neckars. Die Stadt gehört zum Regierungsbezirk Karlsruhe sowie zur Metropolregion Rhein-Neckar, die etwa 2,4 Millionen Einwohner umfasst.

Erbaut 1889 vom Stuttgarter Architekten Gustav Halmhuber, ist der Wasserturm heute ein Wahrzeichen Mannheims.

Die Innenstadt zwischen Rhein und Neckar wurde bereits im 17. Jahrhundert als hufeisenförmige Planstadt angelegt, deren Häuserblocks und Straßenzüge ein Gitternetz bilden. Aus diesem Grund hat Mannheim die Bezeichnung „Quadratestadt“ erhalten, obwohl keines der 144 „Quadrate“ ein Quadrat im geometrischen Sinn bildet. Vielmehr handelt es sich um unterschiedliche Vierecke, die an manchen Stellen rhombische oder trapezartige Formen annehmen. Sogar zwei Dreiecke sind dabei.

Mannheim: Geschichte und Stadtentwicklung

Das Gebiet des heutigen Mannheims war bereits in römischer Zeit besiedelt. Als Dorf wurde es erstmals 766 im Lorscher Codex urkundlich erwähnt. Ab dem 13. Jahrhundert unterstand es den Pfalzgrafen bei Rhein aus dem Hause Wittelsbach. Später gewann die Burg Eichelsheim an regionaler Bedeutung, als sie den Rheinschiffen Wegzoll abverlangten.

Nachdem Kurfürst Friedrich IV. von der Pfalz 1606 den Grundstein zum Bau der Festung Friedrichsburg gelegt hatte, erhielt Mannheim am 24. Januar 1607 die Stadtprivilegien. Mannheim wurde als Planstadt auf einem gitterförmigen Grundriss errichtet, der bis heute trotz Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg sowie im Pfälzischen Erbfolgekrieg erhalten geblieben ist.

Die 10 größten Städte in Baden-Württemberg – nach Einwohnerzahl

Bei Sonnenschein genießen Menschen am Santiago-de-Chile-Platz die Aussicht über Stuttgart. Hoch Olenka sorgt in der kommenden Woche für schönes und trockenes Spätsommerwetter in Deutschland.
Mit mehr als 632.000 Einwohnern ist die Landeshauptstadt Stuttgart die einwohnerstärkste Stadt Baden-Württembergs. © Christoph Schmidt/dpa
Blick vom Fernmeldeturm mit Restaurant Skyline und Aussichtsplattform am Neckar auf Mannheim
Auf Platz 2 folgt mit mehr als 314.000 Einwohnern die Stadt Mannheim. © Imago/Jochen Tack
Karlsruhe
Karlsruhe liegt mit mehr als 307.000 Einwohnern auf Platz 3.  © Imago/Panthermedia
Freiburg im Breisgau
Auch Freiburg gehört mit mehr als 234.000 Einwohnern zu den bevölkerungsreichsten Städten des Landes. © Imago/ Zoonar
Heidelberg Aussicht
Auf Platz 5 liegt mit mehr als 161.000 Einwohnern Heidelberg. © Imago/Martin Rügner/Westend61
Georgskirche Ausblick vom Ulmer Münster
Ulm verzeichnet aktuell mehr als 128.000 Einwohner. © Imago/imagebroker
Pforzheim
Mit mehr als 127.000 Einwohnern ist auch die Stadt Pforzheim vorne mit dabei. © Christoph Schmidt/dpa
Heilbronn von oben
Mehr als 126.000 Einwohner hat auch die Stadt Heilbronn. © Imago/CHROMORANGE
Ortsansicht Reutlingen mit Marienkirche
Platz 9 sichert sich mit mehr als 117.000 Einwohnern die Stadt Reutlingen. © IMAGO/imagebroker
Esslingen am Neckar
Auf Platz 10: Esslingen am Neckar mit mehr als 94.000 Einwohnern. © IMAGO / Zoonar

Mannheim: Von der Residenzstadt zur Industriestadt

Als Kurfürst Carl Philipp seinen Hof 1720 von Heidelberg nach Mannheim verlegte, wurde Mannheim zur Residenzstadt der Kurpfalz und erlebte im 18. Jahrhundert seine Blütezeit, da der Hof Kunst, Musik, Wissenschaft und Handel förderte. Neben Mozart wirkten hier auch Goethe, Schiller und Lessing. Die Stadt verlor wieder an Glanz, als Kurfürst Carl Theodor 1778 seine Residenz nach München verlegte, um sein bayerisches Erbe antreten zu können.

Eine zweite Blütezeit erlebte Mannheim nach der Eröffnung des Rheinhafens (1828) sowie dem Anschluss ans Eisenbahnnetz (1840). Durch die günstige Verkehrslage wurde schnell die Industrie ansässig. 1865 gründete Friedrich Engelhorn die Badisch Anilin- und Soda-Fabrik – heute bekannt unter der Abkürzung BASF. Die Farbenfabrik, die später allerdings nach Ludwigshafen verlegt wurde, wurde das größte Chemieunternehmen der Welt. Aber auch Werner von Siemens und Carl Benz hinterließen in Mannheim ihre Spuren und legten die Weichen für eine florierende Motoren-Industrie.

BASF, der größte Chemiekonzern weltweit, hat seinen Ursprung in der 1856 in Mannheim gegründeten Badischen Anilin- & Sodafabrik.

Mannheim: Zweiter Weltkrieg und Nachkriegszeit

Im Dritten Reich kam es zu zahlreichen Deportationen von Menschen mit jüdischem Hintergrund. Gleichzeitig beschäftigte die Stadt an rund 140 Stellen Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Mannheim durch Luftangriffe fast vollständig zerstört. Viele Einwohner überlebten damals durch ein umfassendes Bunkerbauprogramm. Die US-Truppen standen nach ihrem Einmarsch im März 1945 vor dem Problem, sich um die fast 20.000 Zwangsarbeiter zu kümmern, die größtenteils aus Osteuropa kamen.

Der Wiederaufbau der Stadt ging nur schleppend voran. Unter anderem war auch die Wohnungsnot ein großes Problem. 1967 wurde Mannheim Universitätsstadt. Seit den 1970er Jahren unterliegt die Stadt einem tiefgreifenden Strukturwandel. Obwohl die Metall- und Chemie-Industrie immer noch präsent ist, kam es zum Abbau von industriellen Arbeitsplätzen sowie zur Zunahme des Dienstleistungssektors. Zu den größten Unternehmen der Stadt zählen unter anderem Daimler (Motoren), John Deere (Landmaschinen), Caterpillar Energy Solutions (früher Motorenwerke Mannheim), Lanxess (Spezialchemie) und Roche (Pharma und Diagnostika).

Die Stadt Mannheim beherbergt zahlreiche Unternehmen.

Mannheim: Kultur und Sehenswürdigkeiten

Auch in kultureller Hinsicht hat Mannheim einiges zu bieten. Unter anderem zählt das Nationaltheater Mannheim zu den großen und wichtigen Vierspatentheatern in Deutschland. Neben zahlreichen klassischen Orchestern hat auch die hier ansässige Popakademie Baden-Württemberg viele Musiker und Sänger hervorgebracht.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt im Überblick

  • Luisenpark
  • Mannheimer Wasserturm
  • Technomuseum
  • Zeitgeschichtliches Museum
  • Barockschloss Mannheim
  • Kunsthalle Mannheim
  • Jesuit Kirche
  • Herzogenriedpark
  • SAP Arena
  • Planetarium
  • Rosengarten
  • Reiss-Engelhorn-Museen

Rubriklistenbild: © Firn/Imago

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