Nach Tod einer Grünen-Abgeordneten verzichtet Margit Stumpp auf Bundestagsmandat

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Margit Stumpp (Grüne) war von 2017 bis 2021 Mitglied des Bundestags.
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Die frühere Grünen-Abgeordnete Stumpp möchte nicht noch einmal für den Wahlkreis Aalen-Heidenheim in den Bundestag. Wer nun an ihrer Stelle nachrückt.

Aalen. Margit Stumpp ist die Erste auf der Nachrückerliste. Nach dem plötzlichen Tod der Grünen-Abgeordneten Stephanie Aeffner, würde das Bundestagsmandat eigentlich an Stumpp gehen. Doch sie verzichtet auf das Nachrücken, wie sie nun auf Facebook mitteilt. Von 2017 bis 2021 war Stumpp Mitglied des Deutschen Bundestages und vertrat in Berlin den Wahlkreis Aalen-Heidenheim. Bei der vergangenen Bundestagswahl 2021 wurde sie nicht mehr wiedergewählt. Stumpp ist 61 Jahre alt und lebt in Königsbronn. Nach ihrem Verzicht auf das Mandat rückt nun Johannes Kretschmann, der Sohn des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann, in den Bundestag nach. Er vertritt den Wahlkreis Zollernalb-Sigmaringen.

Margit Stumpp begründet ihre Entscheidung

Am Montagabend schreibt Stumpp auf Facebook: "Gestern Abend habe ich offiziell durch die Landeswahlleiterin die Mitteilung erhalten, dass ich aufgrund des plötzlichen Todes von Stephanie Aeffner als Abgeordnete in den Deutschen Bundestag nachrücken könne." Und weiter: "Der Tod Steffies hat mich erschüttert; ich kannte sie schon lange und habe sie als beharrliche Streiterin für Gleichstellung und soziale Gerechtigkeit sehr geschätzt." Ihr jäher Tod sei ein heftiger Schicksalsschlag und ein großer Verlust.

Für die Nachfolge sei die Dauer der restlichen Legislatur nicht entscheidend

"Im Bundestag ist nun ihre Nachfolge zu klären", so Stumpp. "Das ist ein klar strukturierter Vorgang, bei dem die restliche Dauer der Legislatur nicht maßgeblich ist." Aufgrund ihres Platzes auf der Landesliste sei sie momentan die erste potenzielle Nachrückerin. "Ich habe ein Mandat, egal ob auf kommunaler- oder auf Bundesebene immer angestrebt, weil ich politisch etwas bewegen wollte", schreibt die frühere Abgeordnete weiter. Sie habe die Welt verbessern wollen. "Das ist mir im Bundestag trotz Opposition ein Stück weit gelungen", schreibt Stumpp. Unter anderem gehe das Startchancenprogramm auf ihren Antrag in der letzten Legislatur zurück, aber auch bei der digitalen Infrastruktur und im Medienbereich habe sie wichtige Weichen stellen und Prozesse anstoßen können.

Margit Stumpp arbeitet an der Technischen Schule Heidenheim

"Jetzt, unter diesen Umständen und in der kurzen Zeit bis zur Wahl ist es nicht mehr möglich, Themen zu setzen, zumal als Nachrückerin und auch, weil ich für die nächste Legislatur nicht antrete", so Stumpp weiter. An ihrem Arbeitsplatz, der Technischen Schule Heidenheim, würde sie durch den plötzlichen Wechsel in den Bundestag mitten im Schuljahr eine Lücke hinterlassen, die nur schwer zu schließen sei. "Entweder müssten KollegInnen, die ohnehin stark belastet sind, mit Mehrarbeit ein volles Deputat vertreten, oder es würde Unterricht entfallen", schreibt Stumpp. Dies gehe zu Lasten von Schülerinnen und Schülern, die zum Teil bis heute mit den Folgen der Pandemie zu kämpfen und nur schwer in den Schulalltag zurückgefunden hätten.

Die Entscheidung sei nicht leicht gefallen

Für die Nachfolge im Bundestag dagegen gebe es noch eine Reihe weiterer Kandidatinnen und Kandidaten, die diesen Platz ausfüllen können. "Deswegen habe ich mich entschlossen, auf das Bundestagsmandat zu verzichten", schreibt Stumpp. Diese Entscheidung sei ihr nicht leicht gefallen. "Ich war mit Leib und Seele Abgeordnete und hätte diese Arbeit sehr gerne fortgesetzt." Dafür habe das Wahlergebnis 2021 leider nicht gereicht.

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