VonSina Alonso Garciaschließen
Das Schicksal der von der Hamas entführten Shani Louk bewegt viele Menschen in Deutschland. Die Verwandten der 22-Jährigen aus Ravensburg wenden sich jetzt mit einer verzweifelten Botschaft an die Öffentlichkeit.
Ravensburg – Ihre Bilder gingen um die Welt: Nachdem Shani Louk beim Angriff der Hamas auf ein Festival in Israel als Geisel genommen wurde, bangt ihre Familie noch immer um den Zustand der 22-jährigen Deutschen. „Seit Samstag wissen wir Bescheid, dass meine Schwester auf Videos ihre Tochter erkannt hat, wie sie auf einem Pickup wahrscheinlich Richtung Gaza-Streifen transportiert wurde“, sagt Shanis Onkel Markus Waidmann aus Ravensburg im Interview mit Regio TV. Die entsprechenden Sequenzen habe er selbst sich nicht angeschaut. „Ich wusste, dass sie nicht schön sind.“ In der Familie sei man sich jedoch schnell sicher gewesen, dass es sich um seine Nichte handle.
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Nach Entführung von Shani Louk: Onkel aus Ravensburg steht in Kontakt mit der deutschen Botschaft
Wie die Angehörigen über Bekannte vor Ort erfahren haben, ist die aus Israel verschleppte Deutsche offenbar noch am Leben. Sie soll mit schweren Kopfverletzungen in einem Krankenhaus in Gaza liegen. „Seit Samstagmittag haben wir versucht, die richtigen Maßnahmen einzuleiten und uns gefragt: Wie können wir sie von deutscher Seite aus unterstützen?“, so der Onkel. Man stehe seither in engem Kontakt mit den Medien und nutze auch soziale Netzwerke, um auf Shanis Situation aufmerksam zu machen.
Von kommunaler Seite hat die Familie von Shani Louk bereits Unterstützung erhalten: „Am Sonntag hat der Oberbürgermeister von Ravensburg, Daniel Rapp, alle Wahlkreisabgeordneten angeschrieben.“ Man stehe außerdem in Kontakt mit der deutschen Botschaft und hoffe stetig darauf, neue Informationen zu bekommen. „Es ist unser großer Wunsch, dass hier intensiv geforscht wird und Gespräche geführt werden“, appelliert Onkel Markus Waidmann.
Onkel von Shani Louk appelliert an Hamas – und spricht von „Gefangenenaustausch“
„Sie müssen sich vorstellen: Noch vor einem Jahr hat Shani hier gewohnt, ist mit meinen Kindern und mir in die Stadt zum Feiern gegangen“, sagt Waidmann. Seine Nichte sei eine „liebenswerte und vor allem sehr friedensorientierte Frau“, die als Künstlerin Festivals mitorganisiert habe. „Und genau dort ist dieses Massaker passiert.“ Gemeinsam mit seinen Kindern Lena und Louis fordert Waidmann jetzt eindringlich: „Wir appellieren an die Hamas, an das Deutsche Außenministerium und an die israelische Regierung: Treten Sie in Verhandlungen ein, bevor es zu spät ist. Denken Sie an die Möglichkeiten eines Gefangenenaustausches.“ Zwischen der Ukraine und Russland gebe es solche zum Beispiel regelmäßig. Waidmann ist sich dementsprechend sicher: „Beide Seiten können gewinnen.“
