Prediger in Schwäbisch Gmünd: ein Meilenstein der Digitalisierung

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Das Museum im Prediger stellt seinen Onlinekatalog vor.
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Ein Großteil der Sammlung des Museums ab Frühjahr online abrufbar. Starke Steigerung der Besucherzahlen im vergangenen Jahr.

Schwäbisch Gmünd

Im Gmünder Museum war noch nie so viel los wie 2023. Das sagt Museumsdirektor Dr. Max Tillmann, der sich auch über das starke Wachstum bei den Besucherzahlen freut: Mehr als 36 000 Kunstinteressierte zeigten sich, ein Plus von 85 Prozent. Damit das auch in Zukunft so bleibt, will Oberbürgermeister Richard Arnold verstärkt das Interesse der Jugend wecken, die Kooperation Museum – Jugendkunstschule stärken.

„Bis die Erweiterung der Jugendkunstschule im eigenen Haus am Münsterplatz realisiert ist, soll das Raumangebot im Prediger erweitert werden“ betont das Stadtoberhaupt in einem Museumsbilanz-Gespräch.

Dafür steht künftig der Chorraum im zweiten Obergeschoss zur Verfügung. Schon 2023 hat sich das Museum verstärkt um die Jugend gekümmert. Es gab 270 Führungen für Kinder, Jugendliche und Schulen, fast doppelt so viele wie im Vorjahr.

Neue Webseite

Parallel dazu will das Museum „einen Meilenstein in der Digitalisierung setzen, wie Dr. Martin Weinzettl feststellt. „Wir werden im Frühjahr einen großen Teil der Sammlungen kostenfrei online stellen. Viele der im Magazin gelagerten Objekte werden damit erstmals und weltweit zugänglich sein.“ Der nächste Schritt ist schon geplant: Eine neue Webseite soll die Präsenz in der digitalen Landschaft verstärken.

„Stark“ ist nach Worten von Richard Arnold schon jetzt die Ausstellung „Druckstarkes von Antes bis Zippel“ im Museum im Prediger. Selten habe es so viele Rückmeldungen zur Ausstellung gegeben, „weil viele Besucherinnen und Besucher nicht erwartet haben, so hochkarätiger Kunst zu begegnen“, sagt der Oberbürgermeister weiter. Sammler Rainer Reusch hat die Werke der Stadt geschenkt. Jetzt müsse man sich damit beschäftigen, wie die Grafiken dauerhaft in der Öffentlichkeit präsent bleiben, etwa in Form einer Wanderausstellung.

Die Ausstellung „Druckstarkes“ bleibt noch eine Weile erhalten, bis zum 12. Mai ist sie zu sehen. Dann schweift der Blick ins Silberwarenmuseum Ott-Pausersche Fabrik. Dort werden, so Dr. Martin Weinzettl, Musterzimmer und Direktorenbüro neu eingerichtet, auch mit Möbeln, die aktuell noch im Magazin gelagert sind (ab Freitag, 12. April).

Dann der Auftakt zum „Rendezvous in Schwäbisch Gmünd“: Parallel zu neuem Grün in der Stadt zeigt das Museum im Kreuzgang Werke von Mike Kraus: „Unverblümt“ (ab Sonntag, 14. April). Er porträtiert sechs Stars des deutschen Kinos in stechend scharfer Präzision – und doch durch die Blume. Die Porträtierten sind geschmückt mit opulenten Blumenarrangements, die die Farben des Regenbogens aufgreifen. Illuminierte Rahmen sollen die Wirkung der Bilder im eher dunklen Kreuzgang hervorheben.

Mit Erinnerungskultur hat die Ausstellung des Bildhauers und Fotografen Peter Jacobi zu tun.

Es geht ums „Nachdenken über Identität und Erinnerung, über vergangene, vergehende und verbleibende Zeit in einer reduzierten, abstrahierten Formensprache“, sagt Joachim Haller, stellvertretender Museumsleiter (ab Donnerstag, 25. April).

Leutze für Gmünd

Zur Jahresmitte widmet sich das Museum dem gebürtigen Gmünder Emanuel Leutze. Aufhänger für die Ausstellung“, sagt Dr. Max Tillmann, „ ist eine hochkarätige Neuerwerbung für die Museumssammlung: Das Porträt des in Südamerika zu Vermögen gekommenen Kaufmanns Friedrich Wilhelm Hütz von 1863“.

Die Ausstellung „Guten Morgen, Vielliebchen“ vermittelt ein Zeitporträt aus Leutzes künstlerischem Blickwinkel. (Ab Samstag, 22. Juni).

Unter dem Titel „Moderne Gefühle“ zeigt eine Ausstellung ab Freitag, 29. November, Fotografien der Jahre 1975 bis 1985 von Ingolf Thiel.

Sechs Ausstellungen stehen 2024 im Prediger Museum, in der Prediger Galerie und dem Silberwarenmuseum Ott-Pausersche-Fabrik auf dem Programm.

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