Preise für Christbäume bleiben in der Region stabil

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Die meisten Kunden wollen Nordmanntannen als Christbaum ins Wohnzimmer. Die Preise bleiben auch dieses Jahr stabil im Gmünder Raum.
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Trotz steigender Kosten für Transport und Löhne, bleiben die Preise für Christbäume im Gmünder Raum stabil. Was die Tanne 2023 kostet.

Schwäbisch Gmünd/ Lorch. Wer sich dieses Jahr bei einem Händler in der Region einen Christbaum kaufen möchte, muss nicht unbedingt mehr bezahlen als in den Vorjahren. Obwohl große Verbände wie der Bundesverband der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger und der Verband natürlicher Weihnachtsbaum eine moderate Erhöhung der Preise angekündigt hatten, um gestiegene Anbau-, Transport- und Lohnkosten ausgleichen zu können. Laut der Verbände müssten Kunden dieses Jahr zwischen 21 und 29 Euro pro laufendem Meter Nordmanntanne bezahlen. In der vergangenen Saison sind es laut Christbaumverband Baden-Württemberg zwischen 21 und 27 Euro gewesen. Was sagen Landwirte aus dem Gmünder Raum dazu?

Alle wollen die Nordmanntanne

„Wir bleiben mit unseren Preisen stabil“, erklärt René Schwarz, der mit seiner Familie einen landwirtschaftlichen Betrieb in Bruck zwischen Lorch und Alfdorf führt. Seine Kunden verlangten zu über 90 Prozent die Nordmanntanne, weil sie nicht pikse und weniger nadle, eine schöne Farbe und einen schönen Wuchs habe.

Ein stattlicher Baum für 40 Euro

Im Hofladen und in der Schonung zum Selbersägen kostet die Nordmanntanne in Bruck auch dieses Jahr zwischen 20 und 25 Euro pro laufendem Meter - je nach Wuchs des Baumes. Für eine stattliche Zwei-Meter-Tanne sind folglich zwischen 38 und 45 Euro fällig. Je weiter man in Richtung Stadt fahre, desto teurer würden die Bäume, erklärt René Schwarz. „Wenn ich aber Stuttgart-Preise für meine Bäume verlangen würde, würden meine Kunden nichts mehr bei mir kaufen“, erklärt er. Dort seien die Bäume geschätzt zwei bis drei Euro pro Meter teurer. Das bestätigt auch Bernhard Feifel, der mit seiner Familie seit vielen Jahren Christbäume in Weiler anbaut und verkauft. „Wir passen unsere Preise alle drei bis vier Jahre an“, sagt er mit Blick auf höhere Kosten in vielen Bereichen.

Bäume aus dem Baumarkt

Bäume im Baumarkt kaufen? Tannen zwischen 1,50 und 1,75 Meter kosten in den örtlichen Baumärkten dieses Jahr zwischen 20 und 30 Euro. Das Bauhaus bietet Bio-Nordmanntannen (1,50 bis 2 Meter) zum Beispiel für 39,99 Euro. Baumärkte könnten die Bäume günstiger verkaufen, weil sie viel größere Mengen abnähmen und anders kalkulierten, erläutert Bernhard Feifel. Wer im Baumarkt einen Baum kaufe, nehme zusätzlich noch andere Waren mit in den Einkaufswagen. Die Bäume stünden im Baumarkt palettenweise bereit und seien schon viel früher maschinell geschlagen worden als die Bäume bei örtlichen Händlern, ergänzt René Schwarz. Oftmals seien sie schon im Netz verpackt, und der Kunde könne sich den Baum ohne Netz gar nicht anschauen.

Klare Herkunft

In der Schonung der Familie Schwarz bei Alfdorf können Kunden ihren Christabum selbst sägen.

Wer regional einkauft, bekomme einen frisch geschlagenen Baum mit klarer Herkunft, wirbt René Schwarz. Außerdem seien die Bäume nicht oder kaum behandelt. In Bruck müsse im Frühjahr gedüngt werden, weil der Boden sehr lehmig sei, erklärt René Schwarz. Im Frühjahr hätten die Landwirte zudem gegen Baumläuse vorgehen müssen. Dabei kämen aber Spritzmittel zum Einsatz, die auch beim Obst- und Gemüseanbau verwendet würden und ein halbes Jahr später vermutlich keine Rückstände im Baum mehr zurückließen, erklärt Schwarz. Gegen Läuse verwenden die Baumprofis beispielsweise Molkepulver. Bei den Feifels kommen keine Dünge- oder Spritzmittel zum Einsatz. „Ein immenser Aufwand“, erläutert Bernhard Feifel. Das Gras werde von Hand mit dem Freischneider kleingehalten. Baumläuse seien zwar immer ein Thema. Bislang sind die Feifels aber ohne Spritzmittel ausgekommen. „Der Baum ist ein Naturprodukt, manchmal muss man dann halt Abstriche machen.“

Tipps für zuhause

Der Christbaumverkauf startet bei den meisten Landwirten in der Region ab Dezember. Am zweiten und dritten Advent können Kunden in Bruck auch einen Baum selbst in der Schonung der Familie Schwarz sägen. Die Baumprofis raten:

1. Den Baum zu Hause im Freien in einen Wassereimer stellen. „Je später er in die warme Stube kommt, desto länger bleibt er frisch“, sagt René Schwarz.

2. Den Baum im Netz verpackt stehenlassen, bis er nach innen kommt. So verdunste weniger Wasser über die Nadeln.

Naturtöne liegenvoll im Trend

Naturtöne wie Braun, Cappuccino, Grün, Gold und Silber sind beim Advents- und Weihnachtsschmuck in diesem Jahr voll im Trend, sagen die Floristinnen der Lauterner Gärtnerei Gruber. Dieser Trend spiegle sich auch in den Materialien wider: Zapfen, Holz, Moos und getrocknete Blüten kommen zum Einsatz. Nach wie vor gefragt sei aber auch der klassische Baum- und Adventsschmuck in Rot.

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