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Gmünds Oberbürgermeister wittert erneute Diskussion über Oberzentrum.
Schwäbisch Gmünd. Gmünds Oberbürgermeister Richard Arnold hat Aalens Oberbürgermeister Frederick Brütting und dessen Vorgehen bei der Standort-Diskussion für das geplante neue Zentralklinikum für den gesamten Ostalbkreis scharf kritisiert. Aalens Kombilösung - eine von Frederick Brütting vorgeschlagene Kombination von Bestands- und Neubauten am Standort des jetzigen Ostalbklinikums in Aalen - sei eine „Lösung von Aalen für Aalen“, sagte Arnold am Mittwoch in seiner Haushaltsrede im Gmünder Gemeinderat. Sie sei keine Lösung für den Ostalbkreis und keine Lösung für Schwäbisch Gmünd.
„Unsere Kompromissbereitschaft reicht maximal bis Essingen“, wiederholte der Gmünder Oberbürgermeister, was er schon in mehreren Sitzungen zum Thema Standort gesagt hatte. Und er ergänzte: „Essingen und keinen Millimeter weiter.“
Arnold begrüßte ausdrücklich den Beschluss und die Bereitschaft des Essinger Gemeinderates, das Zentralklinikum in Essingen anzusiedeln. Sollte dies in Essingen nicht klappen, so werde „nicht automatisch Aalen der Standort“, sondern dann gehe es auch um einen Ausbau und eine Stärkung der Stauferklinikums in Mutlangen. Der Gmünder OB begründete dies so: In den vergangenen Jahren seien 90 Millionen Euro in dieses Klinikum gesteckt worden. Die neue Notaufnahme werde in Kürze eröffnet. Arnold will deshalb das Stauferklinikum mit dem Gemeinderat am Mittwoch, 6. Dezember, besuchen. Das Gmünder Stadtoberhaupt verwies auch auf den Leiter des Rettungsdienstes des Roten Kreuzes Schwäbisch Gmünd, Tobias Gerhardts. Dieser habe in einem Interview betont, dass „Essingen gerade noch am Rande des Machbaren“ sei. Und dass das Stauferklinikum das geringste Defizit habe.
Arnold warf Brütting deshalb einen „kostspieligen Ego-Trip“ auf Kosten der Menschen im Westen des Kreises vor. Und bezeichnete dabei die Kombi-Klinik als „Zombie-Klinik“. All dies sei ein „durchschaubares Spiel“, sagte Gmünds Oberbürgermeister. Denn Arnold wittert hinter der Diskussion über die Kombilösung, dass Aalen eine Diskussion über ein Oberzentrum im Ostalbkreis starten wolle. Schon jetzt werde in Aalen verkündet, dass das Heil des Ostalbkreises in einem Oberzentrum Aalen liege. Bislang jedoch habe für den Ostalbkreis „Einheit in der Vielfalt“ gegolten. Der Osten des Kreises, sagte Gmünds Oberbürgermeister weiter, werde Aalen dabei sekundieren, „weil Bopfingen dann Mittelzentrum wird“. Und auch das Land werde diesen Weg nur zu gern mitgehen. Deshalb sei Schwäbisch Gmünd gut beraten, schloss der OB, „auf der Hut zu sein“, im Interesse einer Gesundheitsversorgung der Menschen im Westen des Ostalbkreises. „Warum sind die so aggressiv“, fragte schließlich der OB. Um selbst die Antwort zu geben, dass dies zu tun habe mit einer erneuten Diskussion über ein Oberzentrum.
