Ruhestand im Teppich-Handel mit 85 Jahren

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Parviz Naghdtschi wird an diesem Mittwoch 85. Zeit für Ruhestand. Daher sucht er Nachmieter für seinen Teppichhandel in der Bocksgasse 34 in Schwäbisch Gmünd.
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Parviz Naghdtschi wird an diesem Mittwoch 85 Jahre alt. Zeit, sein Geschäft Teppich-Haus Isfahan in der Bocksgasse 34 in Schwäbisch Gmünd aufzugeben. Die Suche nach einem Mieter läuft.

Schwäbisch Gmünd

Parviz Naghdtschi, der vor 44 Jahren in Schwäbisch Gmünd eine Teppichhandlung eröffnet hat, wird an diesem Mittwoch, 6. September, 85 Jahre alt. „Jetzt ist auch mal Zeit für Ruhestand“, sagt sein Sohn Martin Naghdtschi. Daher gebe sein Vater sein Teppich-Haus Isfahan in der Bocksgasse 34 auf.

Im Oktober laufe der Abverkauf der Teppiche. Einen Nachmieter für die jeweils 135 Quadratmeter im Erdgeschoss sowie im Untergeschoss sucht Parviz Naghdtschi bereits. Ein Bekleidungsgeschäft würde sich dort anbieten, vielleicht auch ein Physiotherapeut oder ein Restaurant, meint Martin Naghdtschi. Er selbst führt seit 2019 im eigenen Haus in der Bocksgasse 21 ein Möbelgeschäft, das er 2020 erweitert hat. An dem Standort wolle er festhalten. Nun hoffe er, dass sein Vater für die Bocksgasse 34 passende Mieter findet. Das Teppichgeschäft dort ist bereits seit Längerem zu. Parviz Naghdtschi hat es geschlossen, nachdem seine Frau Gisela vor zwei Jahren einen Schlaganfall hatte und gestorben war.

Der Ingenieur wird Teppichhändler

Das Paar hatte den Laden von Anfang an zusammen geführt. Dass es dazu gekommen ist, war einem Zufall zu verdanken. Parviz Naghdtschi brachte seinen Sohn Michael zur Rauchbeinschule und sah auf dem Weg in dem Gebäude in der Kornhausstraße 33 das Schild „Zu Vermieten“. Das war 1979, das Jahr der Islamischen Revolution im Iran. Der Sturz des Schah hatte Parviz Naghdtschi und seine Frau Gisela veranlasst, mit den beiden Söhnen den Iran zu verlassen und nach Schwäbisch Gmünd zu ziehen. Die beiden hatten sich viele Jahre zuvor in Deutschland kennengelernt, wo Parviz Naghdtschi nach seinem Abitur Eisenhüttenwesen studiert hatte. Nach dem Studium arbeitete der Diplom-Ingenieur beim Eisen- und Stahlwerk Hoesch in Dortmund und wurde 1968 Direktor im Hüttenwerk in Isfahan im Iran. Doch in dieser Branche gab es keine Arbeit für ihn in seiner Stellung, nachdem er 1979 zurück nach Deutschland gekommen war. Also entschieden er und seine Frau, die Räume in der Kornhausstraße 33 in Gmünd zu mieten, um dort das Teppich-Haus Isfahan zu eröffnen. Schließlich war auch die Verwandtschaft von Parviz Naghdtschi im Iran im Teppich-Handel tätig.

Viele treue Kunden

Von der Kornhausstraße sind die beiden mit ihrem Geschäft in die Bocksgasse 41 gezogen und schließlich ein paar Häuser weiter in die Bocksgasse 34. Und mit ihnen viele treue Kunden. Bei ihnen will sich Parviz Naghdtschi im Oktober bedanken und verabschieden, bevor er sein Geschäft endgültig schließt.

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