Schneller zum Aalener Ostalbklinikum - so könnte es gehen

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Den Korridor zwischen der blauen und der roten Linie hat die Stadt für die Verbindungsstraße gecheckt. Favorit ist die rote Trasse. Grünbrücken sollen den Übergang für Mensch und Tier gewährleisten.
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Die Aalener Stadtverwaltung hat konkrete Ideen, wie das Klinikum besser erreicht werden kann - und so als möglicher Regionalversorger im Ostalbkreis im Spiel bleibt. Baubürgermeister: „Gute Nachricht für alle, die eine schnelle und günstige Lösung wollen.“

Aalen. Es dauert zu lange, bis man das Ostalbklinikum erreicht: Ein Punkt, der insbesondere im Westen des Ostalbkreises oft angeführt wird, wenn es darum geht, wo künftig die zentrale Klinik im Ostalbkreis, der Regionalversorger, gebaut werden soll.

Der Schwäbisch Gmünder Oberbürgermeister Richard Arnold, aber auch Rettungskräfte im Gmünder Raum kritisieren, dass das Ostalbklinikum nicht gut erreichbar ist von Westen her.

In der Aalener Stadtverwaltung hat man erkannt, dass das Ostalbklinikum kaum eine Chance hat, zum Regionalversorger ausgebaut zu werden, wenn dieses Problem nicht gelöst wird. Die Lösung aus Sicht der Stadt: ein Durchstich von der B 29 direkt zur Klinik. Die SchwäPo wollte wissen, wie dies ausschauen könnte. Erster Bürgermeister Wolfgang Steidle, Stefan Overmann (Grünflächenamt) und Stefan Pommerenke (Tiefbauamt) zeigen, wie's gehen könnte.

Das ist die Aufgabe

Klar sei, dass es zur Klinik eine neue Straße auf einer neuen Trasse geben müsse, wenn sie zum Regionalversorger ausgebaut werden soll - das ist für Baubürgermeister Steidle unbestritten: „Wegen der Erreichbarkeit und wegen der Zeiten.“ Es werde keine politische Mehrheit im Kreistag für die Kombilösung geben, wenn dieses Thema nicht abgehakt werden könne, sagt Steidle.

Blick auf Rohrwang und Mönchsbuch. Am unteren Bildrand verläuft die B29, oben links liegt das Ostalbklinikum. Durch den Wald soll die Verbindungsstraße geführt werden. Foto: Oliver Giers

Das ist der Plan

Steidle, Pommerenke und Overmann haben einen Korridor ausgemacht, in dem eine Verbindungsstraße zwischen der Klinik und der B 29 gebaut werden könnte. Die Idee ist nicht völlig neu: Es gibt Pläne aus dem Jahr 1983. Bereits damals wurde in den Flächennutzungsplan eine Straße in dem Bereich eingezeichnet: von Kälblesrain rüber zur B 29 und auf der anderen Seite in Richtung Hammerstadt. Diese Idee ist Grundlage für die aktuellen Überlegungen der Stadt. Overmann und Pommerenke haben innerhalb des Korridors einen Favoriten: die kürzeste Verbindung. 950 Meter seien es von der Klinik zur B 29. Etwa zehn Meter Breite rechnet Steidle für die zweispurige Straße, alles in allem. Zwei Grünbrücken sollen ermöglichen, dass Mensch und Tier die Straße queren können. Die Waldfläche, durch die diese Trasse führt, sei in Besitz von Stadt und Land, so dass Steidle keine Komplikationen wegen des Grunderwerbs erwartet.

So sieht's ökologisch aus

Die Stadt hat die Fläche untersuchen lassen. Die Biologen Weiß & Weiß aus Kirchheim/Ries ziehen in ihrer Einschätzung das Fazit, dass im betreffenden Areal nicht mit dem Vorkommen „von seltenen und stark gefährdeten Arten“ zu rechnen sei und vermuten „mit hoher Sicherheit“, dass „Verbotstatbestände“ über geeignete „Vermeidungs-, Verminderungs-“ und Ausgleichsmaßnahmen „zu vermeiden“ seien. Zwar beeinträchtige die geplante Trasse drei Biotope. Diese könnten aber nach dem Bau wieder hergestellt werden - oder es könnten Ersatzbiotope geschaffen werden. Steidle spricht von einem „guten Ergebnis“ und in Bezug auf den Regionalversorger „von einer guten Nachricht für alle, die eine günstige und schnelle Lösung wollen“, das diese Untersuchung erbracht habe.

Die Flächenversiegelung

Rund ein Hektar Fläche werde durch den Straßenbau versiegelt - weniger als ein Zehntel dessen, was gebraucht werde, wenn man den Regionalversorger in Essingen auf die grüne Wiese setzt: Diesen Hinweis mag sich Steidle nicht verkneifen. Zudem werde die Stadt doppelt so viel Fläche ausgleichen, als dies der Gesetzgeber vorschreibe.

Die Anbindung über Bus und Bahn

Auch mit Bus und Bahn sei das Klinikum gut zu erreichen. Bereits jetzt fahren Busse tagsüber im Halbstundentakt vom ZOB in Aalen hinauf zur Klinik. Hier kann sich Steidle vorstellen, dass dies noch verdichtet und ausgeweitet werde. Zudem könnten insbesondere vom westlichen Kreisgebiet her neue Buslinien entstehen, die die Klinik über die neue Trasse andienen.

Aalens erster Bürgermeister, Wolfgang Steidle. Im Hintergrund die Karte mit dem Klinikgebiet.

Mögliche Nebeneffekte für Aalen

Die Besitzverhältnisse nach Angaben der Stadt: Abgesehen von einem kleinen Stück, gehört der Wald dem Land oder der Stadt. SDZ-Grafiken: Ricarda Pinzke

Östlich der Klinik liegen wichtige Einrichtung, etwa das Kreisberufschulzentrum und das Bildungszentrum der IHK. Die seien über die neue Trasse besser zu erreichen. Zudem könne die Straße von der Klinik her über die B 29 in Richtung Westen nach Hammerstadt weitergebaut werden. Dadurch könnten in Aalen die Wellandstraße und die Bottichkreuzung entlastet werden, sagt Steidle.

Vorgeschichte und wie's weitergeht

Der Kreistag hat im Juli entschieden, dass es künftig im Ostalbkreis einen zentralen Regionalversorger in einem Fünf-Kilometer-Radius bei Essingen geben soll. Mögliche Standorte sind Essingen, Mögglingen - und das Ostalbklinikum, das durch Neubauten ergänzt und im Bestand saniert wird: die Aalener Kombilösung. Derzeit prüft das Landratsamt zusammen mit externen Gutachtern die Standorte und wie es jeweils mit den Kosten aussieht. Danach entscheidet der Kreistag.

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