VonDominik Grillschließen
Während die Bürger in Deutschland immer älter werden, sticht eine Gemeinde im Südosten Baden-Württembergs heraus: Dort leben die jüngsten Einwohner des Ländles.
Riedhausen - Am 10. Oktober 2021 war es so weit: Mit mehr als 88 Prozent der Gesamtstimmen wählte das Örtchen Riedhausen im Landkreis Ravensburg die gelernte Bankkauffrau Yvonne Heine zur neuen Bürgermeisterin. Die damals 25-Jährige wurde damit gleichzeitig die jüngste Rathauschefin in Baden-Württemberg – ein Rekord, der dem 700-Seelen-Dorf unweit des Bodensees angemessen ist.
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Die jüngsten Einwohner Baden-Württembergs leben in Riedhausen im Kreis Ravensburg
Schließlich leben in Riedhausen die jüngsten Einwohner im ganzen Ländle. 38,0 Jahre bringt die Bevölkerung des Ortes im Durchschnitt auf die Lebensuhr (Statistisches Landesamt, 31.12.2022). Es folgen Bubsheim im Landkreis Tuttlingen (38,6 Jahre) und Breitingen im Alb-Donau-Kreis (39,2 Jahre). Der Durchschnitt für Baden-Württemberg liegt dagegen bei 43,8 Jahren.
Gründe für den Landesrekord nennt die Gemeinde auf ihrer Homepage. Die Erschließung von Neubaugebieten und Schaffung von zusätzlichen Wohnräumen durch Umnutzung von nicht mehr benötigten landwirtschaftlichen Gebäuden machte Ende des vergangenen Jahrhunderts aus Riedhausen eine Zuzugsgemeinde. Das Resultat: Zwischen 1992 und 2000 stieg die Zahl der Einwohner um 50 Prozent an, vor allem junge Familien mit hohen Geburtsraten zog es in das beschauliche Dorf.
Doch auch Riedhausen kann sich der Alterung der Gesellschaft, die sich auch in den nächsten Jahrzehnten fortsetzen wird, nicht verwehren: So stieg das Durchschnittsalter zwischen 2011 und 2022 von 36,5 Jahren auf die aktuellen 38 Jahre an. Den Rekord der jüngsten Bevölkerung in Baden-Württemberg hatten die Riedhausener aber durchgehend inne.
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Der Ort mit den ältesten Einwohnern befindet sich im Landkreis Waldshut
Darüber können die höhersemestrigen Einwohner von Ibach im Landkreis Waldshut nur müde lächeln. Mit 53,4 Jahren bevölkern sie den Ort mit dem höchsten Durchschnittsalter im Ländle und sind rund 15 Jahre älter als die jungen Hüpfer aus Riedhausen. Ein Grund dafür könnte sein, dass es sich bei Ibach um einen anerkannten Kurort handelt, der gerade bei Älteren zur Erholung beliebt ist.
Damit befinden sich die Einwohner und Touristen in illustrer Gesellschaft: Schon die ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog und Horst Köhler zog es in das Örtchen, genauso wie König Albert der Zweite von Belgien. Doch nicht nur zur Erholung lohnt sich ein Besuch der Gegend, auch die Kultur kommt nicht zu kurz: Ganz in der Nähe befindet sich eine Kuppel, die als die größte nördlich der Alpen gilt.
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Rubriklistenbild: © Klaus Reckmann

