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Nicht nur an der Oberfläche, sondern auch viele Meter unter dem Erdboden in Baden-Württemberg gibt es beeindruckende Naturphänomene zu erleben. So auch die älteste Schauhöhle Deutschlands.
Heroldstatt - Für Abenteurer und Entdecker – egal ob Groß oder Klein – gibt es in Baden-Württemberg zahlreiche Sehenswürdigkeiten, Bauwerke und Naturschauspiele zu erforschen. So befindet sich etwa die wohl berühmteste Ruine der Welt im Ländle, es gibt einzigartige Seen und Flüsse und auch einige historische und majestätische Schlösser.
Aber auch unter der Erde im Südwesten warten spannende Erlebnisse. In einer Gemeinde in Baden-Württemberg befindet sich nämlich unter anderem die älteste Schauhöhle des Landes.
Die Sontheimer Höhle führt bis in die Tiefe von 34 Metern unter die Erde
Unweit der baden-württembergischen Stadt Heroldstatt auf der Schwäbischen Alb befindet sich die Sontheimer Höhle. Die Geschichte der Höhle reicht viele Jahrhunderte zurück. Sie wurde erstmals im Jahr 1488 vom Ulmer Klostervorsteher der Dominikaner Felix Fabri beschrieben. Laut Überlieferungen stattete auch Herzog Ulrich von Württemberg 1516 dem „Sontheimer Erdloch“ einen Besuch ab. Der erste Höhlenplan stammt dagegen aus dem Jahre 1753.
Auch eine besondere Tradition entstand durch die Entdeckung der Höhle. Bis 1790 die Sontheimer Bauern alljährlich am Pfingstmontag ein Fest im Inneren gefeiert haben. Noch heute ist die Sontheimer Höhle tadellos erhalten und begehbar und auch das Höhlenfest wird weiterhin veranstaltet. Entlang eines 192 m langen Führungsweges können Besucher gefahrlos bis in eine Tiefe von 34 m in das Erdinnere vordringen. In der Höhle lassen sich an vielen Stellen faszinierende Tropfsteine und Sinterbildungen finden. Ein wahres Prunkstück ist die „Glocke“, ein riesiger Stalagmit in der Schlusshalle.
| Sontheimer Höhle |
| Heroldstatt |
| 192 Meter langer Besucherweg |
| in 34 Metern tiefe |
Älteste Schauhöhle Deutschlands ist ein beliebtes Ausflugsziel in Baden-Württemberg
Die älteste Schauhöhle Deutschlands kann von Mai bis Ende Oktober jeweils samstags von 14 bis 17 Uhr sowie sonntags und an Feiertag von 10 bis 17 Uhr besichtigt werden. Vor Ort befindet sich außerdem ein Höhlenrasthaus mit Terrasse, eine Grillstelle und ein Spielplatz. Der Eintritt kostet für Erwachsene fünf Euro und für Kinder (bis 14 Jahren) drei Euro.
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Das Erdloch lockt dabei allerdings nicht nur Touristen, sondern auch tierische Besucher an, denn die Sontheimer Höhle gilt als beliebtes Winterquartier der Fledermäuse. Eine weitere Besonderheit auf der Schwäbischen Alb ist außerdem die Laichinger Tiefenhöhle. Sie ist die einzig begehbare Schachthöhle der Bundesrepublik.
Rubriklistenbild: © dpa/Andreas Scheurer

