VonSina Alonso Garciaschließen
Ganz schön schräg: In Baden-Württemberg können Touristen im schiefsten Hotel der Welt übernachten. Die Geschichte des Gebäudes reicht zurück bis ins 13. Jahrhundert.
Ulm – Es ist nicht nur ein beliebtes Fotomotiv, sondern auch von Innen eine echte Attraktion: In Baden-Württemberg steht ein Haus, das Touristen aus aller Welt fasziniert. Mit einer Neigung von 9 bis 10 Grad wird das Gebäude als „schiefstes Hotel der Welt“ im Guinness-Buch der Rekorde geführt und gehört damit sicherlich zu den verrücktesten Hotels weltweit. Im Ulmer Fischerviertel direkt am Fluss Blau gelegen, fügt sich die schräge Sensation in die malerische Altstadt ein.
Wie schief das Hotel tatsächlich ist, wird auch in den elf Zimmern deutlich. Über die Breite der Räume ergeben sich jeweils Schieflagen von bis zu 40 Zentimetern. Lediglich die Betten wurden so eingebaut, dass die Gäste waagrecht darin liegen können. Eine Wasserwaage am Kopfende jedes Bettes demonstriert den Besuchern, dass sie horizontal liegen, während das umgebende Zimmer schief steht.
Besucher sind begeistert von schiefem Hotel in Ulm: „Außergewöhnliches Erlebnis“
Die Geschichte des Gebäudes reicht zurück bis ins 15. Jahrhundert: Bereits 1406 begann der Bau, im Laufe der Jahrhunderte senkte sich die zum Fluss gelegene Seite des Hauses immer stärker ab. Das hatte zwei Ursachen: Zum einen gab der Untergrund zur Blau hin nach, zum anderen zersägten Bewohner bei unsachgemäßen Umbauten tragendes Gebäude. Erst eine Sanierung im Jahr 1994 konnte das Kippen stoppen. Nach mehreren Besitzerwechseln wird das schräge Gebäude seit 1995 als Hotel genutzt.
Schräge Attraktion in Ulm: Ursprung, Geschichte und Preise
Das ursprüngliche Fachwerkhaus aus dem 15. Jahrhundert hat nach mehrfachen An- und Umbauten 1443 sein heutiges Aussehen eines fünfgeschossigen Hauses erlangt. Mit seinem südlichen Fundament direkt an der Blau gelegen, ragt das Haus ab dem ersten Stockwerk dank schräger Verstrebungen teilweise über den Fluss. So konnten dort Boote geschützt anlegen. Wie archäologische Untersuchungen ergaben, wurde der Keller des Hauses früher von Fischern für die Instandsetzung ihrer Netze genutzt. Nach mehreren Besitzerwechseln wird das Haus seit 1995 als Hotel genutzt. Die Preise bewegen sich zwischen 124 Euro pro Nacht im Einzelzimmer und 169 Euro pro Nacht im Doppelzimmer. Weitere Informationen finden Interessierte unter www.hotelschiefeshausulm.de.
Gäste sind begeistert von der Übernachtung im schiefen Hotel – wie zahlreiche positive Bewertungen im Netz zeigen. „Ein wirklich außergewöhnliches Erlebnis“, resümiert ein Besucher auf Tripadvisor. „Die Zimmer sind mit einem großen Charme ausgestattet. Viele alte Balken und Mauerwerke sind hinter Glas beibehalten worden“, kommentiert ein anderer. „Neben dem Gebäude muss man auch die sehr netten Gastgeber vermerken. Wer möchte, kann direkt über dem Bach (alte Bootsanlegestelle) ein Glas Wein trinken, den Abend ausklingen lassen oder frühstücken.“ Ein weiterer User findet es „interessant, wie sich hier anscheinend die Balken im Laufe des Jahrhunderts gebogen haben.“
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In Baden-Württemberg befindet sich unter anderem auch die engste Straße der Welt
Neben dem schiefsten Hotel der Welt hat das Ländle noch so einige weitere Rekorde zu bieten. Ebenfalls in Ulm befindet sich der höchste Kirchturm der Welt und auch die engste der Straße der Welt liegt in Baden-Württemberg.
