Tim-Luka Schwab strebt das Direktmandat für den Bundestag an

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Die SPD nominiert ihren Bundestagskandidaten. Von links: Pierre Orthen, Leni Breymaier, Tim-Luka Schwab und Jakob Unrath.
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Die SPD nominiert den Gmünder Stadtrat als Kandidaten. Zur Sicherheit hat er auch den Listenparteitag im Dezember im Blick.

Schwäbisch Gmünd. Er will „die größte Herausforderung des 21. Jahrhunderts, den Klimaschutz, voranbringen“ und setzt auf eine Finanzpolitik, die das Land nicht kaputtspart: Tim-Luka Schwab (24), ist seit Mittwoch Bundestagskandidat der SPD im Wahlkreis 269 Backnang/Schwäbisch Gmünd.

Bei der Wahlkreiskonferenz seiner Partei im CCS Schwäbisch Gmünd erhält der SPD-Stadtrat 97 Prozent der Stimmen, 41 von 42 Stimmberechtigten SPD-Mitgliedern votieren für den einzigen Kandidaten. Es gibt eine Gegenstimme.Jetzt hofft Tim-Luka Schwab auf einen guten Platz auf der Landesliste. Der Listenparteitag findet am 15. Dezember in Schwäbisch Gmünd statt.Aber er hat auch einen anderen Plan. Schwab ruft in seiner Vorstellungsrede die Mitglieder zu einem aktiven Wahlkampf auf. Zuletzt hätten auf das Direktmandat nur sechs Prozent der Stimmen gefehlt, diesmal soll das Direktmandat Wahlziel sein.

Nicht üppig besetzt

Nicht üppig ist der Besuch zur Nominierung des Bundestagskandidaten. Nur ein Bruchteil der Stühle im Leutze-Saal des Congress Centrums ist besetzt. Dafür trägt Tim-Luka Schwab eine Woge der Sympathie. Ein Genosse meldet sich und schätzt es, dass endlich junge Leute für das Amt zur Verfügung stehen. Und er will sich die Schmach vom letzten Listenparteitag nicht mehr gefallen lassen. Damals landet Schwab auf dem letzten Platz.

Ausstrahlung eines vertrockneten Weckens

Am Rednerpult stehen alle hinter Olaf Scholz, Noch-Kanzler und Kanzler-Kandidat. Leni Breymaier aus Aalen, Betreuungsabgeordnete für Backnang/Schwäbisch Gmünd, ist Scholz lieber als alle diese „Lautsprecher“ ohne Inhalt. „Auch wenn er die Ausstrahlung eines vertrockneten Weckens hat“, so Breymaier über Scholz. Tim-Luka Schwab schätzt an Scholz „die norddeutsche Besonnenheit, die Erfahrung“. Und er habe Gewicht in der internationalen Gemeinschaft.

Schwab sieht jetzt „einen der schwierigsten Bundestagswahlkämpfe in der Geschichte der Bundesrepublik“. Auch weil die Zeit knapp ist. Eines seiner Hauptziele: Die wirtschaftliche Stagnation überwinden. Ökonomen schüttelten den Kopf, wie hier mit der Schuldenbremse verfahren wurde, sagt er.

Die Weichen stellen

Neuen Schwung fürs Land sieht er nur, wenn entscheidende Weichen richtiggestellt werden. Man brauche Geld für die Zukunftstechnologie, für die Ukraine, für die Infrastruktur im Land. „Wir haben uns zu lange kaputt gespart, das muss ein Ende haben“, so Tim-Luka Schwab. Dafür gibt es den Beifall der Genossen.

Klimaschutz und Mindestlohn

In der Stagnation sieht er auch einen Grund für das Erstarken extremer Parteien. „Die SPD hat die Demokratie erkämpft, gegen den Faschismus verteidigt und wird sie auch wieder verteidigen“, betont der Bundestagskandidat. Bei allen wirtschaftlichen Problemen will er sich auch für den Klimaschutz einsetzen. „Die Folgen der Erwärmung sind tödlich“, betont er, nenn das Ahrtal und die Flut in Valencia. Klimaschutz sei auch ein Anlass, die Umverteilung neu auszumachen. Die Schere zwischen Arm und Reich müsse sich wieder besser schließen. Es dürfe nicht sein, dass Menschen trotz harter Arbeit in Armut leben. Der 15-Euro-Mindestlohn müsse ebenso kommen wie eine Vermögenssteuer.

SPD-Kreisvorsitzender Jakob Unrath schätzt die Kandidatur von Tim-Luka Schwab, gratuliert ihm ebenso wie der Kreisvorsitzende der Partei im Rems-Murr-Kreis, Pierre Orthen. Leni Breymaier schenkt ihm aus ihrem Wahlkreisbüro - „das räume ich gerade aus“ – ein SPD-Plakat aus dem frühen 20. Jahrhundert.

97 Prozent der Stimmen

Der 24-jährige Tim-Luka Schwab wurde mit 97 Prozent der Stimmen zum SPD-Bundestagskandidaten des Wahlkreises 269 Backnang/Schwäbisch Gmünd gewählt. Er studiert Politik und Geschichte, steht gerade vor dem Master-Abschluss. Seit fünf Jahren ist er Stadtrat in Schwäbisch Gmünd, engagiert sich in seiner Freizeit für den DAV.

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