Stadt der Bildung und Wissenschaft

Tübingen: Studentenstadt am Neckar

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Tübingen ist bekannt für seine malerische Altstadt und seine Lage direkt am Neckar.

Tübingen gilt schon seit dem späten 15. Jahrhundert als Hotspot für Bildung. Unter anderem lebten hier der berühmte Verleger Johann Friedrich Cotta sowie der Dichter Friedrich Hölderlin. Heute ist die Universität mit Klinikum der wichtigste Arbeitgeber der Stadt.

  • Tübingen wurde erstmals im Zusammenhang mit dem Schloss Hohentübingen im 11. Jahrhundert erwähnt.
  • Die Stadt zählt aufgrund ihres hohen Studentenaufkommens zu den jüngsten Städten Deutschlands.
  • Mit Gründung der Eberhard Karls Universität im Jahr 1477 gehört Tübingen zu den ältesten deutschen Universitätsstädten.

Tübingen – Mit einer Einwohnerzahl von knapp 93.000 Menschen ist Tübingen nach Ludwigsburg und Esslingen am Neckar die drittgrößte Mittelstadt Baden-Württembergs. Im Städte-Ranking befindet sich die Stadt auf Platz 12 der größten Städte des Bundeslandes. Die Stadt ist vor allem als Universitätsstadt bekannt. Knapp ein Drittel der Einwohner sind Studenten und prägen das Stadtbild maßgeblich. Mit einem Altersdurchschnitt von rund 40 Jahren zählt Tübingen daher auch zu den jüngsten Städten Deutschlands.

Tübingen: Geografie, Lage und Stadtgliederung

Tübingen liegt im Herzen Baden-Württembergs, im mittleren Neckartal zwischen Nordschwarzwald und Schwäbischer Alb. Während der Schlossberg und der Österberg im Zentrum das Stadtbild beherrschen, lassen sich an den Stadträndern noch weitere Erhebungen wie der Spitzberg, der Herrlesberg und die Härten finden. Der höchste Punkt Tübingens bildet der Hornkopf im Schönbuch. Aufgrund der vielen Erhebungen und klimatischen Bedingungen kommt es nicht selten vor, dass im Winter die Stadtteile am Neckar fast völlig schneefrei bleiben, während die Höhenlagen eine geschlossene Schneedecke aufweisen.

Wer mit dem Rad dem Neckar folgt, landet irgendwann in der hübschen Universitätsstadt Tübingen.

Die Stadt befindet sich 30 Kilometer südlich der Landeshauptstadt Stuttgart und ist der Sitz des Landkreises Tübingen sowie des gleichnamigen Regierungsbezirks. Tübingen ist in 23 Stadtteile untergliedert, von denen zehn zu den äußeren Stadtteilen zählen. Innerhalb der Stadtteile haben sich zudem weitere Stadtviertel entwickelt, die meist aus Neubausiedlungen oder Wohngebieten bestehen.

Tübingen: Frühgeschichte und Mittelalter

Frühzeitliche Funde zeugen davon, dass auf dem Gebiet des heutigen Tübingens schon Jäger und Sammler aus der Eiszeit lebten. Die berühmte Stele des „Menhirs von Weilheim“ belegt außerdem eine Besiedlung in der Bronzezeit. Ebenso sind noch zahlreiche Spuren aus römischer Besiedlungen vorhanden.

Im Jahr 1078 wurde erstmals Schloss Hohentübingen urkundlich erwähnt. 1231 finden auch die Stadtrechte Erwähnung. Nach der Gründung zweier Klöster erhielt Tübingen im 13. Jahrhundert eine Lateinschule. 1477 wurde mit der Eberhard Karls Universität ein Grundstein für Tübingen als Universitätsstadt gelegt. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Tübingen mehrfach von bayerischen Truppen besetzt und später von Franzosen belagert.

Heimat der Archäologie: Im Schloss Hohentübingen sitzt das Institut der Universität.

Tübingen im 18. und 19. Jahrhundert

Nach zwei Stadtbränden in den Jahren 1771 und 1789 wurden einige Bereiche Tübingens mit begradigten Grundrissen im klassizistischen Stil wieder aufgebaut. 1798 gründete der bekannte Verleger Johann Friedrich Cotta in Tübingen die Allgemeine Zeitung, die zu einer der wichtigsten deutschen Tageszeitungen aufstieg.

Nach der Gründung des Königsreichs Württemberg Anfang des 19. Jahrhunderts wuchs die Stadt immer weiter über ihre mittelalterlichen Stadtgrenzen hinaus. Von 1807 bis 1843 lebte der Dichter Friedrich Hölderlin im Hölderlinturm in Pflege. Ein Jahrzehnt nachdem Tübingen an das Eisenbahnnetz angeschlossen worden war, wurde die Stadt als Militärstandort weiter ausgebaut.

Friedrich Hölderlin nahm sich in dem Tübinger Turm eine Auszeit.

Tübingen: NS- und Nachkriegszeit

Während der NS-Zeit wurde Tübingen zum Stadtkreis erklärt und innerhalb von drei Jahren zum Landkreis Tübingen erweitert. Auch die Judenverfolgung hielt Einzug. 1945 zerstörten Luftangriffe 82 Häuser der Stadt komplett. Im Vergleich zu anderen Städten blieb Tübingen dennoch verhältnismäßig verschont. Insgesamt fünf Prozent der Stadt fielen den Luftangriffen zum Opfer. In der Nachkriegszeit entwickelte sich Tübingen zur Großen Kreisstadt. Bis in die 1990er Jahre blieb Tübingen noch französische Garnisonsstadt, was auch das Stadtbild maßgeblich prägte.

Tübingen: Wirtschaft

Die Wirtschaft von Tübingen ist stark vom öffentlichen Dienst beeinflusst. Die Stadt besitzt etwa 30 Behörden. Zu den größten Arbeitergebern zählen mit über 12.000 Beschäftigten die Universität sowie das Klinikum. Die Industrie ist im Vergleich mit anderen Städten in Baden-Württemberg nur schwach ausgeprägt. Aufgrund der Forschungseinrichtungen der Universität hat sich Tübingen in den letzten Jahren vor allem zum Standort für Informations-, Bio- und Nanotechnologie entwickelt.

Die Stadt Tübingen ist nicht nur bei Studenten beliebt, sondern auch ein gefragter Unternehmenssitz.

Tübingen: Kultur und Sehenswürdigkeiten

Als Stadt für Bildung und Wissenschaft hat Tübingen auch in kultureller Hinsicht einiges zu bieten. Neben dem Zimmertheater Tübingen ist auch das Landestheater Tübingen über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt. Auch das Musikleben ist breit gefächert. Viele Chöre und Orchester sind der Universität oder auch den Kirchengemeinden zugeordnet.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt im Überblick:

  • Marktplatz
  • Historische Altstadt
  • Schloss Hohentübingen
  • Stiftskirche
  • BOXENSTOP Museum
  • Hölderlinturm
  • Rathaus
  • Zimmertheater Tübingen
  • Botanischer Garten der Universität Tübingen
  • Kunsthalle
  • Stadtmuseum Tübingen

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