VonNiklas Noackschließen
An anderen Universitäten in Baden-Württemberg gibt es sie schon, jetzt plant auch die Uni in Stuttgart genderneutrale Toiletten.
Stuttgart - Unisex-Toiletten haben vor allem den Nachteil, dass eine Zunahme von sexueller Gewalt gegen Frauen befürchtet wird. So kommt es zum Beispiel immer wieder vor, dass Männer Kameras in Klo-Kabinen installieren. Eine Gefahr, die in leichter zugänglichen Unisex-Toiletten größer ist.
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Universität Stuttgart: Rückzugsort unter anderem für Transgender in Planung
Das Problem der leichteren Zugänglichkeit lässt sich vermutlich auch bei den geplanten genderneutralen Toiletten an der Universität Stuttgart nicht lösen. Doch dabei handelt es sich eben neben dem Frauen- und Männerklo um eine zusätzliche Örtlichkeit, durch die ein möglichst diskriminierungsfreier Raum für nicht-binäre Menschen und auch Transgender geschaffen werden soll. Solche Toiletten zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass dort oft verschiedene Hygieneartikel, wie zum Beispiel Tampons, bereitliegen.
In Tübingen gibt es bereits genderneutrale Toiletten
Irritationen gab es in Stuttgart allerdings, da Gerüchte aufkamen, dass für die genderneutralen Toiletten die Klos für Menschen mit Behinderung herhalten sollen. Dem widersprach jetzt aber eine an der Universität für Diversity Zuständige gegenüber der Stuttgarter Zeitung: „Es war von Anfang an der Ansatz, für die genderneutralen Toiletten nicht die Toiletten für Menschen mit Behinderungen heranzuziehen.“ Auch die festgelegte Anzahl der Frauen- sowie Männerklos soll nicht unterschritten werden.
Derzeit wird noch geprüft, ob es überhaupt möglich ist, genderneutrale Klos zu installieren. Das dafür nötige Geld soll durch Diversity-Fonds der Universität Stuttgart sowie ein gefördertes Projektseminar aufgebracht werden. An anderen Universitäten, auch in Baden-Württemberg, gibt es bereits genderneutrale Klos. In Tübingen sind es fünf. Ob Stuttgart nachzieht, bleibt abzuwarten.
Einst berichtete BW24 darüber, wieso der Schülerbeirat genderneutrale Sprache bevorzugt.
Rubriklistenbild: © Jens Kalaene/dpa

