VonConstantin Blaßschließen
Bei der Kommunalwahl in Aalen wurde ein bereits verstorbener CDU-Kandidat in den Gemeinderat gewählt. Wer für ihn nachrückt, bleibt noch ein Geheimnis.
Aalen. Die Kommunalwahl in Aalen hat für ein trauriges Kuriosum gesorgt: In der Kernstadt wurde ein CDU-Kandidat in den Gemeinderat gewählt, der bereits am 27. Mai verstarb.
Es handelt sich um Karl-Heinz Schönherr (Jahrgang 1961). Der Notfallsanitäter beim DRK-Kreisverband Schwäbisch Gmünd e.V. hatte Platz zehn auf der Liste der Christdemokraten inne.
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Schönherr, der nur 63 Jahre alt wurde und mehrfach Mitglied in der Maibaumjury der Schwäbischen Post war, konnte posthum 9375 Stimmen (3,86 Prozent) auf sich vereinen, rückte über einen Ausgleichssitz in den Aalener Gemeinderat.
Ob all seine Wähler von seinem plötzlichen Tod wussten, blieb unklar. Ebenso, wieso seine Partei nicht gesondert auf die besondere Situation aufmerksam gemacht hat. Noch am Tag vor der Kommunalwahl schrieben Angehörige in einer Traueranzeige, die auch unsere Redaktion bewegte: „Gekämpft, gehofft und doch verloren.“
Gemeinderat Aalen: Rosa Walter ist Anwärterin auf Ausgleichssitz
Wer für Karl-Heinz Schönherr nachrückt, ist noch nicht offiziell. In der Regel gilt: Das Mandat geht auf die Partei und im konkreten Fall somit auf den nächsten CDU-Listenkandidaten aus der Kernstadt über. Mit Blick auf die Liste ist es Rosa Walter (7084 Stimmen, 2,91 Prozent). Sie ist als ehemalige Inhaberin der Bäckerei Walter am Marktplatz bekannt.
Obwohl alle Stimmen öffentlich abrufbar sind, will sich die Stadt erst am Dienstagabend zum neu zu besetzenden Ausgleichssitz äußern. „Wir sagen nicht, wer es ist“, erklärt Aalens Stadtsprecherin Karin Haisch. Allerdings bestätigte Haisch die oben geschilderte und in Deutschland geltende Nachrücker-Regelung.
Kommunalwahlen 2024: In Prerow und Halle (Saale) wurden auch Tote gewählt
Während in Aalen die Wahl eines Toten nach ersten Informationen in der jüngeren Vergangenheit nicht vorgekommen ist, kam es bei der diesjährigen Kommunalwahl in Deutschland zu weiteren Sonderfällen. In Prerow (Mecklenburg-Vorpommern) stand Frank Kruse (42, † 2. Juni 2024) auf der Liste der Wählergemeinschaft „Mo!n Prerow“.
Auch in Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt erhielt ein bereits verstorbener Listenkandidat von „Hauptsache Halle“ 488 Stimmen, dabei verstarb Mario Zwanzig (42, † 10. April 2024) zwei Monate vor der Kommunalwahl.
