- VonAndrea Rohrbachschließen
Zum Sterben am Straßenrand abgelegt, findet eine Beagledame aus Thailand in Bartholomä ein neues Leben und hat auf Instagram 27.500 Follower. Was steckt dahinter?
Bartholomä. McMuffin ist ein wahrer Charmebolzen. Mit ihren Schlappohren und kurzen Beinen schleicht sich die einäugige Beagledame in jedes Herz. Dass sich die kleine Hundedame in Bartholomä bei ihrer neuen Familie Sabrina Pröll, Dominik Stegmaier und den Familienkatzen so wohlfühlt und perfekt integriert hat, ist eine ganz besondere Geschichte.
McMuffin ist ein Straßenhund aus Thailand. Übersät mit Tumoren, wurde die kleine Hündin zum Sterben einfach am Straßenrand abgelegt. McMuffin wurde von Tierschützern in die Auffangstation der Organisation „Happy Doggo“ von Niall Harbison gebracht. Sie litt unter der seltenen, aber unter Hunden ansteckenden Sticker-Sarkom. Die Krankheit verursacht offene Tumore am ganzen Körper.
Tierarzt sieht McMuffins Lebenswillen
Erst der dritte Tierarzt habe in McMuffin den Lebens- und Kampfwillen gesehen und sich für eine Chemotherapie entschieden, erinnert sich Beaglemama Sabrina. 2019 sei sie das erste Mal in Thailand gewesen, erzählt sie, und habe sich hier spontan in Land und Leute verliebt, aber auch das große Tierleid der Straßentiere gesehen.
Im vergangenen Jahr kam das Bartholomäer Paar für einen längeren Aufenthalt erneut nach Ko Samui und besuchte „Happy Doggo“. Eigentlich, schmunzelt Sabrina, habe sie sich grundsätzlich mit dem Gedanken an einen Familienhund anfreunden können, Freund Dominik sei etwas „verhalten“ gewesen. Er hatte die Rechnung allerdings ohne den Charme von McMuffin gemacht. Die Beaglehündin habe Dominik sofort umgarnt und bezirzt, „als hätte sie gewusst, diese Bastion muss fallen“, lacht Sabrina. Eine Charmeoffensive mit Erfolg, McMuffin und Dominik seien in der Zeit unzertrennlich gewesen.
Schwierige Vermittlung wegen der Gesundheit
Trotzdem flogen die Bartholomäer nach drei Monaten ohne die Beagledame zurück nach Deutschland, eine Vermittlung des Tieres sei aufgrund ihres Gesundheitszustandes noch unklar gewesen. Klar hingegen sei der Gedanke: „Wenn schon einen Hund, dann nur McMuffin.“
Ein Auge musste entfernt werden
Die erneute Kontaktaufnahme im Herbst 2023 mit der Tierschutzorganisation brachte die glückliche Wende, der Hund wurde für eine Vermittlung vorbereitet. Dass McMuffin keine einfache „Adoptionshündin“ sei, war dem Paar von Beginn an klar. Das Schlappohr hatte an vielen Baustellen zu kämpfen, der Krebs sei nicht mehr vorhanden, vor einem Jahr wurde ein Glaukom im rechten Auge festgestellt worden, dieses Auge musste entfernt werden. Weiter litt und leidet die kleine Fellnase an diversen Allergien, die berücksichtigt werden müssen. Begleitet von einer Flugpatin, trat die thailändische Beaglehündin den langen Flug von Bangkok nach Frankfurt an.
Was folgte, war eine Familienzusammenführung der Extraklasse. Statt in der Transportbox „angeliefert“ zu werden, kam die selbstbewusste Hündin auf eigenen Pfoten direkt zum abholenden Pärchen. Als hätte sie nie etwas anderes gemacht, folgte die „einäugige Beauty-Queen“ ihren neuen Familienangehörigen zum Auto und stieg mit ein, als sei ihr bewusst: Hier in Deutschland findet ihre Geschichte ein glückliches Ende.
Schusselig und tapsig, aber liebevoll und sanft
Das fehlende Auge belaste das Tier wenig und sie sei etwas schusselig und tapsig, schmunzelt Sabrina. Alles in allem sei McMuffin ein liebevoller, humorvoller Hund mit sanftem Charakter und „sie ist hier glücklich“. Was von ihrer langen Leidenszeit geblieben ist, sei eine große Verlustangst, aber dies werde sich mit Sicherheit bald ändern.
Eine Kämpferin mit Mut, Tapferkeit und Willensstärke
Für Sabrina und Dominik ist McMuffin eine Kämpferin, die ihr Schicksal mit Mut, Tapferkeit und Willensstärke gemeistert hat. Dieses Glück hätten die wenigsten Tiere in den Tierschutzstationen weltweit. Sabrina hat McMuffin einen Instagram-Account angelegt, 27.500 Personen sind bereits Follower. Mit der Geschichte von McMuffin möchte Sabrina auf die unzähligen Schicksale von Tierheimtieren aufmerksam machen, zum Nachdenken anregen und aufzeigen, was jede Einzelperson bewegen kann. Wichtig ist Sabrina, bei Tieren in Not nicht wegzusehen. Oft koste ein Tierleben nur einen Anruf bei einer Tierrettung- oder Schutzorganisation.


