Von Sprachförderung bis G9: Das kommt jetzt auf Ellwangens Schulen zu

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Mehr Zeit fürs Abitur: Das neunjährige Gymnasium (G9) wird ab dem Schuljahr 2025/26 in Baden-Württemberg wieder zur Regel.
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Schulleiter Joseph Ott hat im Kulturausschuss die wichtigsten Eckpunkte der Bildungsreform vorgestellt.

Ellwangen. Die beschlossene Bildungsreform in Baden-Württemberg bringt umfassende Veränderungen mit sich – auch für die Schulen in Ellwangen. Im Kulturausschuss der Stadt wurden jetzt die wesentlichen Neuerungen des Konzepts vorgestellt.

Sprachförderung und Juniorklassen

Joseph Ott, geschäftsführender Schulleiter der Ellwanger Schulen, präsentierte die Schwerpunkte der Bildungsreform. Ein zentrales Element ist das Sprachförderkonzept „SprachFit“, das sicherstellen soll, dass künftig alle Kinder schulreif in die Schule kommen. Laut Ott steige auch in Ellwangen der Anteil jener Kinder von Jahr zu Jahr deutlich an, die diese Voraussetzung nicht erfüllen. Die neuen Sprachfördergruppen sollen bereits zum neuen Schuljahr aufgebaut werden; die Gruppen werden an der Buchenbergschule, der Mittelhofschule, der Klosterfeldschule, der St.-Georg-Grundschule in Schrezheim sowie an der Kastellschule in Pfahlheim eingerichtet.

Die Unterstützung für Kinder mit besonderem Förderbedarf wird anschließend auch an der Grundschule fortgesetzt – mit der Einführung von Juniorklassen ab dem Schuljahr 2026/27. Sie lösen die seitherigen Grundschulförderklassen ab. Wie Ott betonte, sei die Teilnahme am Unterricht einer Juniorklasse, ebenso wie die Teilnahme an einer Sprachfördergruppe, jetzt noch freiwillig; sie soll aber schon mittelfristig verpflichtend werden.

Startchancenprogramm

Ein weiterer Baustein der Bildungsreform ist das sogenannte Startchancenprogramm. Schulen erhalten hohe Fördermittel, um ihre Schüler noch besser und gezielter unterstützen zu können. Wie Ott verkündete, wurde in Ellwangen die Buchenbergschule in dieses Programm aufgenommen.

Neuer Leistungstest „Kompass 4“

Eine weitere Neuerung ist der „Kompass 4“ – ein neuer, verpflichtender Leistungstest für Viertklässler, der den Leistungsstand in Deutsch und Mathematik erfasst. Für den Wechsel aufs Gymnasium gilt künftig ein dreiteiliges Modell aus Lehrerempfehlung, "Kompass 4"-Kompetenztest und Elternwunsch. Nur wenn zwei von drei dieser Voraussetzungen erfüllt sind, kann es künftig für ein Kind noch aufs Gymnasium gehen.

Auswirkungen auf weiterführende Schulen

Die Reform betrifft aber auch die weiterführenden Schulen. Den Werkrealschulabschluss wird es nur noch bis zum Schuljahr 2029/2030 geben; der Hauptschulabschluss bleibt erhalten. Und auch an den Oberschulen ändert sich was. Das neunjährige Gymnasium (G9) wird ab dem Schuljahr 2025/26 wieder zur Regel – sowohl im Land als auch in Ellwangen.“. Das soll den Schülern mehr Zeit für die Vorbereitung auf das Abitur geben. In Baden-Württemberg wird es im kommenden Schuljahr tatsächlich nur noch ein einziges Gymnasium geben, das einen G8-Zug anbieten wird –  das Karlsgymnasium in Stuttgart. Weitere Schulen hatten ebenfalls einen Antrag auf G8 gestellt, konnten dann aber nicht genügend Interessierte vorweisen.

Grundsätzlich sollen an den weiterführenden Schulen wieder mit größerem Stundenumfang die Fächer Mathe, Deutsch und Naturwissenschaften unterrichtet werden. „Das sind die schulischen Königsdisziplinen – das hat man inzwischen erkannt“, sagte Ott.

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