Wie sich Erstwähler in Lorch auf den Wahlsonntag vorbereiten

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Die Zehntklässler der Lorcher Schäfersfeldschule erfuhren vieles über die Kommunalwahl am 9. Juni von Connor Eisenreich, Claudia Dostal und Karola Reinert (stehend, v. l.).
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Wie Gymnasium und Schäfersfeldschule in Lorch ihre Schülerinnen und Schüler auf die Europa- und Kommunalwahlen vorbereiten. Und was Lehrkräfte meinen, ob die Erstwähler ihre Chance ergreifen.

Lorch. Jugendliche ab 16 Jahren dürfen am 9. Juni erstmals fürs Europaparlament abstimmen. Bereits 2014 war das Wahlalter von 18 auf 16 Jahren für die Kommunalwahlen abgesenkt worden. Kommen diese Möglichkeiten bei den Lorcher Jugendlichen an? Eine Nachfrage beim Gymnasium Friedrich II. und der Schäfersfeldschule.

„Selbstverständlich wird dieses Thema im Gemeinschaftskundeunterricht der oberen Klassen thematisiert“, antwortet Christa Weber. Die Rektorin der Schäfersfeldschule verweist außerdem auf eine Podiumsdiskussion vor den Pfingstferien, bei der drei Stadtratskandidaten aus allen Lorcher Parteien die Zehntklässler über die Gemeinde- und Kreisratswahlen informierten.

Kandidaten informieren

Connor Eisenreich (Freie Wähler), Claudia Dostal (CDU) und Karola Reinert (SPD) erzählten, wie die Arbeit im Gemeinderat funktioniert, welche Aufgaben die Räte haben und wie der Stimmzettel aufgebaut ist. Eisenreich und Dostal standen mit demselben Thema auch vor den obersten drei Stufen des Gymnasiums, diesmal begleitet von SPD-Mann Manfred Schramm.

Gutes Gefühl für Kommunalwahl

„Ich habe den Eindruck, dass den Schülerinnen und Schülern klar wurde, dass die Gemeinderatswahl etwas ist, was sie persönlich betrifft“, sagt Jana Deiß. Die Lehrerin leitet die Abteilung Gemeinschaftskunde am Gymnasium Friedrich II. Die Jugendlichen hätten die drei Kandidaten gezielt nach den Erfolgschancen eigener Projekte befragt. „Zum Beispiel ging es um eine 400-Meter-Bahn auf dem Sportgelände“, erzählt Deiß.

Ein Gefühl für die Europawahl zu bekommen, „das scheint schwieriger“, ist Deiß‘ Eindruck. „Das ist so weit weg.“ Im Unterricht werde Europa in Klassenstufe zehn behandelt, dieses Jahr auch schon in Klassenstufe neun.

Die Wahl ist präsent

Ihr Kollege an der Realschule, Tomas Wark, erzählt, dass die Prüfungsvorbereitungen nicht allzu viel Zeit ließen, um das Thema „Wahlen“ nochmals im Unterricht zu vertiefen. Doch die Wahl sei präsent, sie betreffe etwa die Hälfte der jetzigen Zehntklässler. „Dass sie zum ersten Mal wählen, macht etwas mit ihnen“, ist Warks Eindruck.

Was Politik angehe, hätten die Jugendlichen etwas auf dem Kasten. „Meinem Gefühl nach, ist es ihnen wichtig, verantwortungsvoll mit diesem Wahlrecht umzugehen.“ Und die Entscheidung, wen sie wählen, die machten sich die Schülerinnen und Schüler nicht leicht.

Der große Tenor lautet: "Wir gehen zur Wahl."

„Der große Tenor ist, dass sie auf jeden Fall wählen gehen“, sagt auch Jana Deiß, erzählt von angekündigten Briefwahlen und von Diskussionen über die Wahlbeteiligung. „80 Prozent schätzen manche“, was ja auch etwas aussage. 

Rektor Michael Mahler ergänzt, dass das Gymnasium erneut an der bundesweiten Juniorwahl teilnimmt, „unmittelbar nach den Pfingstferien“. Dabei geben beide Kursstufen sowie die Klassenstufen neun und zehn ihre Stimme ab. Das Ergebnis wird dann mit dem realen Ergebnis nach dem 9. Juni verglichen und diskutiert. „Das ist immer spannend“, sagt Mahler.

Was es mit der Juniorwahl auf sich hat

Seit 1999 gibt es die Juniorwahl, die seitdem zu 55 Landtags-, sechs Bundestags- und vier Europawahlen stattfand. Träger ist der Verein Kumulus, der von Stiftungen, Ministerien und Landtagen unterstützt wird. Zur Bundestagswahl 2021 nahmen 1,42 Millionen junge Menschen teil. Mehr unter www.juniorwahl.de

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